Olsberg. Einst besang Udo Jürgens die Männer der reiferen Jahrgänge mit ihren „Heißen Öfen“. Und gerade dieser Evergreen war am Wochenende beim 5. Olsberger Motorrad- und Open-Air-Festival aktueller denn je. Gerade diese Generation war es, die das Sauerland allein schon wegen seiner herrlichen Landschaft und den kurvenreichen Strecken schätzt, erklärt Lars von der Lieth von der Firma Bridgestone.
Und da passt ein Abstecher zu einer Motorradmesse genau ins Konzept und das schlechte Wetter der letzten Wochen spielte zudem den Veranstalter voll in die Karten. Man wollte einfach mal raus. Außerdem muss ein Biker ja auch mitreden können und da sollte man bei seinem späten Hobby auf dem Laufenden sein.
Nach einem verhaltenen Besuch am Freitag, bedingt durch die unsichere Wetterlage, dröhnten ab Samstagmorgen in Olsberg nur noch die Motoren. Wie viel Biker und Schaulustige letztendlich den Weg auf das Messegelände an der Konzerthalle fanden, lässt sich nur schwer schätzen. Aber es könnte durchaus sein, dass die angestrebte 30.000-BesucherMarke geknackt wurde, die Olsbergs Ruf als Mekka der Biker untermauerten.
Da ist es dann auch keine Überraschung mehr, dass die Zahl der Händler ständig steigt. Mit rund 70 Ausstellern war das gesamte Areal mit seinen 15 000 Quadratmetern restlos ausgelastet war, wie Frank Höhle vom Management der Konzerthalle nicht ohne Stolz bestätigte.
In Olsberg kam wohl jeder Biker auf seine Kosten und beim Anblick der vielen Neuheiten dürfte ihnen das Herz höher geschlagen haben. Allein Millionenwerte an Maschinen präsentierten die Marktführer der Branche. Da wurden Ducatis, BMWs und Harleys ebenso bestaunt oder fachmännisch unter die Lupe genommen, wie die Quads aus dem Upland, die Suzukis aus Essentho oder Kawasakis aus Anröchte. Besonders viele Händler aus dem hiesigen Raum wollten einfach für ihre Kunden da sein. Aber auch ganze Regionen (einschließlich Hotels), wie Südtirol, Sardinien, Teneriffa oder Bayern warben ebenso für einen Bikerurlaub, wie das Sauerland, dessen Schönheit die Motorrad-Freaks schon einmal bei einer kostenlosen Rundfahrt genießen konnten.
Zubehör und alles, was eine Maschine so aufwertet, war ebenso im Angebot, wie Bekleidung und Helme, die man sich ein wenig mit Airbrush auch noch verzieren lassen konnte. Dazu gab es reichlich Informationen vom Fachmann aus erster Hand.
Selbstverständlich war auch für umfangreiches Rahmenprogramm gesorgt. Was Dirk Manderbach und Oliver Ronzheimer, zwei der besten Stuntartisten Deutschlands, an Künsten mit ihren Feuerstühlen dem Publikum zeigten, war einfach atemberaubend.
Und da war ja auch noch die Biker-Party auf dem Open-Air-Gelände jenseits der Ruhr mit der Band „Nightlife“. Die fünf Dortmunder Vollblutmusiker stellten sich einmal mehr mit einer gesunden Mischung aus Rock- und Pop-Hits vor und hatten für jeden etwas zu bieten. Angefangen von Rock 'n' Roll-Gassenhauern à la Status Quo über spritzige Medleys bis hin zu Queen und Robbie Williams. In Anbetracht der rund 4000 Fans zeigten sich die drei Macher, Andreas Rüther, Frank Höhle und Mario Rath, in einem ersten Fazit vom Biker-Festival 2011 mehr als zufrieden: „Das hat alle bisherigen Veranstaltungen getoppt!“