Die Firmen Schlinkert in Olsberg und die Nachfolge Baustoff Evers

Im Jahre 1893 wurde der damalige Firmensitz von Meschede nach Olsberg verlegt. Die Firma nannte sich ab ca. 1895 „Maschinenfabrik Gebrüder Schlinkert“. Hergestellt wurden „Heissdampf-Motore“. Diese fanden bei den Handwerksbetrieben Verwendung, vor allem in Schreinereien, Drechslereien, Stellmacherwerkstätten und Sägewerken, denn diese Betriebe konnten hiermit ihren Holzabfall wirtschaftlich verwerten.
Dampfkraftmotor2 In noch vorhandenen Verkaufsunterlagen wurden die neuen „Patent - Heissdampfmotore“ als eine in Konstruktion und Ausführung vollkommene, dauernd ökonomisch arbeitende Kraftmaschine angeboten. Im Jahre 1900 erhielt die Firma von der Handwerkskammer ein Ehren Diplom mit Goldmedaillen, denn die Firma war seit vielen Jahren der alleinige Spezialist in der Fabrikation von Dampfmotoren.
 
Entsprechende Referenzschreiben liegen vor. Im Jahre 1903 bekam die Firma eine Urkunde mit Goldmedaille für vorzügliche Leistungen der Maschinenfabrik von den Handwerkskammern Arnsberg, Dortmund und Münster.
Der Landwirt Kahle- Remmers hat in 1925 rd. 35.000 m² Feld- und Wiesenfläche im Bereich der Emmet an die Gemeinde für Bauland verkauft. Dadurch wurde es Schlinkerts möglich, im Jahre 1930 ein größeres Grundstück zu erwerben, um eine große Maschinenfabrik am Drönkerweg zu bauen, beziehungsweise anzubauen. Die Firma nannte sich „Maschinenfabrik Heinrich Schlinkert“. Sie wurde zum führenden Hersteller von „Flott“ Bandsägen. Eine dieser Sägen ist noch heute bei der Schreinerei Wilhelm Körner in Olsberg im Betrieb, ein Zeichen für sehr hohe Qualität. Die Firma wurde von Franz Schlinkert (Sohn von Heinrich) übernommen, den man im Volksmund „Schlinkerts Fuchs“ nannte.
Rückläufige Auftragseingänge hatten zur Folge, dass Teile der Fertigungshallen „Artfremd“ genutzt werden mussten. Viele Jahre war hier der Korndreschkasten der Gemeinde stationiert.
Danach produzierte dort die Firma Göbel (heute Scharfenberg) große Kunststoff-Spritzteile. Für den Bereich „Ziviler Bevölkerungsschutz“ des Malteser-Hilfsdienstes waren über viele Jahre zwei Goßraum-Krankentransportwagen untergestellt.
Altersbedingt (und ohne Nachkommen) wurde die Firma aufgegeben und in 1965 abgebrochen.
Eine Anmerkung zum Schmunzeln: Im Büro von Schlinkerts Fuchs hing ein Schild mit dem Hinweis: „Fasse dich kurz, oder hilf mir arbeiten“!
Engelbert trennte sich um 1920 von Bruder Heinrich und gründete seine eigene Firma am Eingang zum Drönkerweg. Er fertigte Bandsägen und Schleifmaschinen. Sein Firmenlogo war: „Maschinenfabrik Olsberg“. Als er 1931 verstarb, übernahm sein Sohn Josef (Erwin), mit gerade 20 Jahren, die Firma des Vaters.
In schlechten Zeiten wurde oft eine Bandsäge gegen ein Schwein getauscht. Noch heute fragen Bauern nach Ersatzteilen. Es wurden auch die verschiedensten Metallteile mechanisch bearbeitet. Josef (Erwin) war immer ein „Ruheloser Fabrikant“, man sah ihn fast nur im Arbeitskittel, oft mit einer guten Zigarre. Anfang der siebziger Jahre wurde das Anwesen verpachtet, später verkauft, nachdem im Gewerbegebiet „In der Ramecke“ 1958 die neue Fabrikhalle gerichtet und 1960 bezogen wurde. Das Wohnhaus wurde in der Ramecke später angebaut und in 1972 bezogen.
 
Fabrikhalle2Eine Halle war für mechanische Metallbearbeitungen und in einer weiteren Halle wurde eine Gießerei für Aluminium- Bronze- und zunächst auch Grauguss eingerichtet. Nach dem Tod des Vaters 1977 wurde die Firma von Sohn Hans-Georg übernommen und unter dem Namen: „Maschinenbau-Metallgießerei“ weitergeführt.
1985 wurde die Firma saniert, die Belegschaft reduziert und die Gießerei verpachtet. Noch heute befinden sich einige Einrichtungsteile, der ehemaligen Metallgießerei Schlinkert, in der Lehrgießerei im alten Kloster Bredelar.
 Krankheitsbedingt wurde Hans-Georg Schlinkert zur Geschäftsaufgabe gezwungen. 1995 wurde die Fabrikhalle an Herrn Heiner Müthing verpachtet, die Maschinen und den Kundenstamm hat er käuflich erworben. Nach einigen Jahren hat sich die Fa. Müthing in Assinghausen angesiedelt.
Das Firmengebäude mit Wohnhaus wurde von der Fa. Evers erworben.
 
Im Jahr 2021 wurden die Gebäude abgerissen. Hier soll ein moderner Baustoffhandel entstehen. Bilder vom Abriss sind in unserer Bildergalerie zu sehen.

abriss der firma schlinkert 2022

Quellennachweis:
Urkunden, Aufzeichnungen und Bilder von Fam. Schlinkert
Bild vom Firmenlogo von Ralf Körner
Dialoge und Bilder von Wilfried Rosenkranz
Zusammengestellt von Heiner Brambring

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