Karneval in Olsberg

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karneval_7.jpgDie Anfänge des Olsberger Karnevals gehen zurück bis ins Jahr 1920, so ist es in der noch vorliegenden „Fastnachtszeitung des Sauerlandes“ aus dem Jahr 1937 zu entnehmen. Unter dem Titel „Der kläffende Olsberger“ wurden viele Persönlichkeiten aufs Korn genommen. Redakteure waren: Salomon der Weise und Entenheinrich. Die Nachrichtenzentrale war in Rumpes Schmitte, später der Schwäleverein „Christkindchen und Petermann“.

 

Vom Kriegerverein Olsberg wurde im Jahre 1929 das Fastnachtsblättchen Nr.1 herausgegeben. Es war das Organ für: Säuglinge, Kindermädchen, Jünglinge, Jungfrauen, Ehemänner, Hausfrauen, Pantoffelhelden, Hausdrachen, Onkels, Tanten, Kusinen, Neffen, Bubiköpfe und Liebeskranke mit und ohne Aufwertung. Zum Schluss war zu lesen:

Der Humor schuf dieses Blättchen,

Mit Humor nehmt es auch auf,

Jeder nehm die faulen Witze

Freudig heute mit nach Haus,

Krumm genommen wird heut nichts.

 

karneval_1.jpgDer TV Olsberg 08/ (noch nicht der heutige TSV 06) veranstaltete im Jahr 1929 im Vereinshaus den ersten Preismaskenball. Es war ein großer Erfolg!

Auch nach dem Krieg wurden hier tolle Maskeraden gezeigt und prämiert. In etwa mit dem Wechsel der Kolping-Veranstaltung vom Vereinshaus zur Konzerthalle, kam auch das Ende der Maskenbälle in Olsberg.

 

Zweifelsohne ist die Kolpingfamilie die tragende Säule im Olsberger Karnevalsgebäude. Elf frohe Burschen, angeführt von einem unternehmungslustigen Senior als Prinz Josef 1. (Josef Menke) zogen am 09. Febr. 1955 im Vereinshaus auf die Bühne, um die erste karnevalistische Sitzung abzuhalten. Mit dabei waren 4 junge Mädchen, die zwar genauso nervös waren wie alle anderen, aber dennoch kräftig mitsangen und mitschunkelten. Viel Arbeit war vorausgegangen. Die ersten Hüte selbst geklebt, die Kostüme aus eigener Tasche bezahlt und bei den Hofschneidern Heinz Schulz und Werner Tiesmeier gefertigt. Das erste Prinzenkostüm beim „Kleinberliner Karnevals-Verein“ (Bigge) ausgeliehen.

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Bei einem Eintritt von 1,00 DM pro Person und einem Fassungsvermögen von max. 380 Personen verblieb dennoch ein Fehlbetrag von 95, 60 DM.

Die Aktiven der ersten Prinzengarde bildeten 4 Jahre später den ersten Elferrat. Immer wurden in lustigen Gags und Vorträgen das Geschehen inkarneval_3.jpg Olsberg und Umgebung aufs Korn genommen.

Da die Räumlichkeiten im Vereinshaus nicht mehr ausreichten, wurde am 20. Febr. 1971 der erste Prinz in der Konzerthalle proklamiert. Mit immer wieder neuen Ideen, Kostümen und Bühnenbildern gelang es den vielen Gruppen, das Publikum zu erfreuen. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Mancher Jeck hat sogar sein Eheglück in Olsbergs fünfter Jahreszeit gefunden.

 

Aber auch noch andere Vereine feiern bzw. feierten Karneval in Olsberg.

Der Schützenverein beteiligt sich am Kolping-Karneval und auch am Frauen- Karneval.

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Die Theatergruppe „Die Unweisen“ der KFD bringen schon viele Jahre die Höhepunkte im Olsberger Frauenkarneval. Einige Sketche, Tänze und Vorträge werden ins Programm der großen Prunksitzung übernommen.

 

In früheren Jahren haben der Kirchenchor und auch die KJG ihre eigenen Karnevalsfeiern gehabt. Diese waren nicht so regelmäßig, meistens auf Weiberfastnacht, manchmal auch zusammen, d.h. die Jugend war in den unteren Räumen und der Kirchenchor im großen oder kleinen Saal.

 

Im Jahre 1957 beschließt der MGV Sauerlandia, ihre Fastnachtsfeiern sollen am Freitag nach Lüttke Fastnacht sein. Auf der Generalversammlung 1983 wird beschlossen, einen mit drei Sängern besetzten Karnevalsauschuss zu bilden, denn der MGV sollte bei der „Großen Prunksitzung“ mitmachen. Dieses Vorhaben scheiterte, genauso wie die Vereinsinterne Karnevalsveranstaltung.

 

Der Altenkarneval wurde in früheren Jahren abwechselnd in Bigge und in Olsberg gefeiert. Die Teilnehmerzahlen waren dann aber so „Rückläufig“, dass man die Gemeinsamkeit beendete und nun wieder getrennt feiert.

Es wurde auch versucht, den Kinderkarneval hier einzureihen. Die Kinder sollten die Junggebliebenen mit ihren Vorführrungen unterhalten. Diese Kombination hat sich aber nicht bewährt, die Kinder wollten „Lautstark umhertollen“, das war jedoch den „älteren Narren“ nicht nach der (Papp) Nase.

 

karneval_5.jpgDie Caritas organisiert den heutigen „Seniorenkarneval“ in Olsberg. Vorstand und Mitarbeiterinnen bewirten nicht nur die Narren und Närrinnen, sie gestalten auch das Programm. Sketche, Parodien und Vorträge (auch in Plattdeutsch) sorgen für echte Karnevalsstimmung. Diese Veranstaltung hat im Karnevals-Kalender ihren festen Platz.



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Für die Kinder ist jetzt am Rosenmontag in der Konzerthalle Kinderkarneval. Insgesamt treten 70 bis 80 Kinder auf, darunter die Kinder- Jugend- und Juniorengarde. Gruppierungen von der Krabbelgruppe bis zur KJG bieten etwas zur Unterhaltung. Selbstverständlich haben die Kindernarren ihren eigenen Prinzen, denn die Närrische Olsberger Karnevalsgesellschaft legt großen Wert auf ihre Jugendarbeit.

 

Am Donnerstag vor Fastnacht ziehen die Kinder von Haus zu Haus und sammeln Würste (heute fast nur noch Süßigkeiten) unter Absingen des Fastnachtliedes:

Lütteke, Lütteke Fastenacht,

wir haben gehört, ihr habt geschlacht,

ihr habt so fette Würst gemacht.

Gebt uns eine, gebt uns eine,

aber keine ganze kleine

Lasst das Messer sinken,

bis mitten in den Schinken.

Lasst uns nicht so lange stehn,

wir müssen noch ein Häuschen

weiter gehn.

 

Auch auf der Gierskopp wird seit über 25 Jahren Karneval gefeiert. Mit ihrem Sitzungspräsidenten (er macht das schon ein viertel Jahrhundert) laden sie ein zur großen Prunksitzung und zu Altweiberfastnacht.

 

Was ist aber der ganze Karnevaltrubel ohne die:
„Närrische Olsberger Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß 2005 e.V.“

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Nach 50 Jahren aktiver Karnevalsarbeit der einzelnen Vereine wurde am 14. Januar 2005 die NOK gegründet. Der Verein setzt die Tradition der Kolpingfamilie fort, die mit der Schützenbruderschaft St. Michael in der Vergangenheit für die erfolgreichen Karnevalsveranstaltungen verantwortlich war.

 

Der Vorstand erhält Unterstützung durch den Karnevalsausschuss, der sich aus Mitgliedern folgender Gruppierungen zusammensetzt: Prinzengarde, Elferrat, Vertreter der Tanzgarden, Kolpingfamilie und Schützenbruderschaft, dem Prinzenpaar und Marschall, sowie Beauftragte für Kinder- und Jugendarbeit.

Diese NOK ist jetzt der Veranstalter der „Großen Prunksitzung“ am Karnevalssamstag in der Konzerthalle. Es wirken mit:

Elferrat, Prinzenpaar, Tanzmariechen, die Unweisen, Büttenredner, der Stammtisch „Wilde 13“, viele Garden und Showgruppen, die Minis und noch mehr Aktive ?!?!

 

In diesem Jahr lautet das Motto:

In Olsberg tobt die wilde Sau, wir haben einen Prinz aus Stachelau!

 

Quellennachweis: Festschrift 50 Jahre Kolping, Privat-Bilder

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