Gesundheitsamt verbessert Impfschutz bei Kindern

Im Verlauf des vergangenen Schuljahres hat der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Gesundheitsamtes umfassende Aktionen zur Verbesserung des Impfschutzes verschiedener Altersgruppen im HSK durchgeführt.

Im Rahmen einer langfristig vorbereiteten und mit den niedergelassenen Kinderärzten abgestimmten Impfkampagne wurden im Herbst 2007 von allen Viertklässlern die Impfdaten erfasst.

Bei Impflücken erfolgte eine Überweisung zum behandelnden Arzt, der dann die fehlenden Impfungen nachholen konnte. Kontrolliert wurden dabei 2.748 Impfdokumente von 2.985 Schülern, das entspricht einer Rate von 92,1 Prozent. Bei 83, 6 Prozent war eine vollständige Impfung gegen Masern dokumentiert, nur bei 4 Prozent fehlte ein Masernschutz durch Impfung völlig.

Aus den Rückmeldungen der niedergelassenen Ärzte kann entnommen werden, dass ein sehr großer Teil der fehlenden Impfungen, sowohl gegen Masern als auch gegen andere Infektionskrankheiten, nachgeholt werden konnte, denn selbstverständlich wurden alle öffentlich empfohlenen Impfungen überprüft. Auch an der Mitte Oktober 2007 vom Land NRW gestarteten Landesimpfkampagne "Masern und mehr" hat sich der Kinder- und jugendärztliche Dienst aktiv beteiligt. So kontrollierten die Teams des Kinder- und jugendärztlichen Dienstes vor der Phase der Einschulungsuntersuchungen im November 2007 zunächst nur die Durchimpfungsraten von Masern-Mumps-Röteln in den Hauptschulen des Kreises. Die Impfpasskontrolle erfolgte bei 71,4 Prozent der 6453 Schüler. Überweisungen zu den niedergelassenen Ärzten wegen Impflücken gegen Masern- Mumps-Röteln erhielten davon 1145 Schüler, das entspricht 24,8 Prozent.

In einer zweiten Phase im Juni 2008 wurde nach Abschluss der Einschulungsuntersuchungen die Überprüfung der Impfstände in den Sekundarstufen aller Förderschulen des Kreises mit Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen der Kinderfrühförderung des Hochsauerlandkreises vorgenommen. Es wurden von 46,7 Prozent der 1356 Schüler die Impfausweise vorgelegt und überprüft, bei 23,7 Prozent war der Impfschutz gegen Masern - Mumps - Röteln unvollständig.

Das Angebot des Gesundheitsamtes, fehlende Masern- Mumps-Röteln-Impfungen bei einem zweiten Termin in ausgewählten Schulen noch kurz vor den Ferien nachholen zu lassen, wurde nur vereinzelt in Anspruch genommen. Die Möglichkeit der Schließung von Impflücken durch die niedergelassenen Ärzte besteht aber selbstverständlich auch weiterhin. Die Auswertung aller erfassten Durchimpfungsraten lässt darauf schließen, dass auch weiterhin Anstrengungen unternommen werden müssen, diese im HSK weiter zu erhöhen. Zwar ergibt der Vergleich aus Erhebungen der Durchimpfungsraten der Einschüler in den vergangenen Jahren für den HSK einen stetigen Anstieg der Kinder, die vollständig durchgeimpft sind.

Die jetzt durchgeführten Impfstandserhebungen bei den älteren Schülern zeigen aber noch erhebliche Lücken auf. Insbesondere fehlt die zweite Impfung gegen Masern- Mumps- Röteln, aber auch oft die Auffrischungsimpfung gegen Diphtherie - Wundstarrkrampf (Tetanus) und Keuchhusten (Pertussis). Dieses Ergebnis veranlasst den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst dazu, auch zum kommenden Schuljahr ein besonderes Augenmerk auf die weitere Verbesserung der Durchimpfungsraten zu legen. Das Gesundheitsamt hofft dabei auf die tatkräftige Unterstützung der Eltern und eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, denn nur bei gemeinsamen Anstrengungen kann der angestrebte sichere Impfschutz von mehr als 95 Prozent aller Kinder erreicht werden. Eine der wichtigsten Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes ist der Schutz vor Infektionskrankheiten.

Von besonderer Bedeutung dabei ist ein optimaler Impfschutz in der Bevölkerung, besonders bei Kindern. Nur hohe Durchimpfungsraten verhindern die Ausbreitung der entsprechenden Infektionskrankheiten. Diese können auf Dauer sogar weltweit ausgerottet werden, wie es in der Vergangenheit schon mit den Pocken geschehen ist. Bis zum Jahr 2010 strebt die Weltgesundheitsorganisation dieses Ziel auch für die Masern an. Dazu sind Durchimpfungsraten von 95 Prozent für die Masernimpfung erforderlich.

Auch in Deutschland bestehen immer noch deutliche Defizite im Bereich der Masernimmunisierung und es kommt immer wieder zu Erkrankungsfällen mit teilweise schwerwiegenden Folgen bis hin zu Todesfällen auch in Nordrhein - Westfalen. Daher gab es im Hochsauerlandkreis wie auch im übrigen Land verschiedene Initiativen zur Erhöhung der Durchimpfungsraten.


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