Wo sind die Kreuze?

Collage Kreuze2 thumbBigge. Ein Eklat oder besser gesagt eine Never-Ending-Story und nun als Krönung das heimliche Entfernen von aufgestellten Holzkreuzen während einer „Nacht-und-Nebelaktion“. Nachdem die Geschäftsführer der Elisabeth-Klinik, Prof. Dr. Dr. Axel Wilke und Frank Leber, im Oktober 2021 ein Statement abgegeben hatten, dass man vorerst den geplanten OP-Anbau nicht realisieren werde, hatten jetzt erzürnte Eltern, Anwohner und Bigger Bürger in der Nacht von Samstag auf Sonntag (13./14.11.2021) Kreuze als auch Grabkerzen aufgestellt.
Als Inschrift stand auf den Kreuzen: „Glaubwürdigkeit“, Kurze Beine - kurze Wege“, „Wahlversprechen“, „Entwicklungsmöglichkeit“, „Vertrauen und Versprechen“ sowie „Gute Nachbarschaft“. Alle Holzkreuze wurden außerhalb des brach liegenden Geländes aufgestellt, sodass kein Hausrecht verletzt wurde.
Im Gedenken an ihre geliebte alte Volksschule mit den großen, weißen Sprossenfenstern, die dem geplanten Anbau der Elisabeth-Klinik zum Opfer gefallen und in den Sommerferien abgerissen worden ist, hatten die Bigger ein Zeichen gesetzt, das möglicherweise sowohl bei der Stadt als auch der Klinik nicht gerade auf Gegenliebe gestoßen ist. Bereits am Montagmorgen, 22.11.2021, um 5.24 Uhr waren alle Kreuze verschwunden.
Am Volkstrauertag 2021 hatten Schützenbrüder, Olsberger und Bigger Bürger sowie Ratsmitglieder der Stadt auf ihrem Weg zum Friedhof den Unmut der Initiatoren zur Kenntnis nehmen müssen. Sinnbildlich wurde ihnen in Form der Kreuze verdeutlicht, dass alle zuvor getätigten Versprechen in Bezug auf die ehemalige Volksschule zu Grabe getragen worden sind.
Die Bürgerinitiative „Bigge Aktiv“ teilte daraufhin mit, dass man sich aus vollem Herzen dieser bildlich gewordenen Kritik anschließen könne, da alle Versprechen als auch das anschließende Schweigen der Verantwortlichen unerträglich gewesen sei. Die Form des stillen und friedvollen Protestes sei mehr als gelungen.
Nach wie vor stellen sich Bigger Bürger, die Lehrer der St. Martinus Schule und Eltern nach kräftezehrenden, monatelangen Diskussionen immer noch die Frage, wieso das Gebäude in den Sommerferien so schnell abgerissen wurde, obgleich noch kein Bauantrag vorlag. Mit einem großen Plakat in den Händen mit der Aufschrift „Geschichte“ hatten sie sich mit Tränen in den Augen in den Ferien von der alten Schule verabschiedet. Gemeinsam sagten sie „Auf Wiedersehen“ und bedankten sich bei der ehemaligen Bildungswerkstatt für die vielen schönen Jahrzehnte, in denen sie zahlreichen Kindern als auch Lehrern eine Art „Zuhause“ gegeben hat.
Über eine langen Zeitraum war das Bauvorhaben der Elisabeth-Klinik in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert worden, etliche Gespräche von seitens der Bürgerbewegungen, Proteste der Lehrer, Eltern als auch Kinder hatten nicht gefruchtet haben, sodass die Josefsgesellschaft das Go zu bauen durch den Rat der Stadt Olsberg erhalten hatte (Sauerlandkurier berichtete). Die Stadt hatte den Mehrwert durch den OP-Anbau sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen als auch die gute medizinische Versorgung in den Vordergrund gestellt.
Pressesprecherin Angelika Beuter-Sielemann teilte auf Nachfrage des Sauerlandkuriers mit, dass die Stadt Olsberg nichts dazu sagen könne. Von der Stadt habe niemand dort etwas entfernt.

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Foto: Claudia Metten

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