Straßen.NRW greift Hinweise aus 1. Dialogforum auf

Brilon. Zum Dialogprozess „B 7n“ gibt es wichtige Neuigkeiten: Das geplante Landwirtschaftsforum und die nächste Sitzung des Dialogforums für die Zufallsbürgerinnen und Zufallsbürger verschieben sich um etwa sechs Wochen auf Anfang Oktober. Der Grund: Wichtige Hinweise einer Zufallsbürgerin im 1. Dialogforum zur B 7n werden zurzeit von Straßen.NRW geprüft. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, NRW (LANUV) wird um eine Stellungnahme gebeten.
Die Aussagen der Umwelt- und Rechtsgutachter beim ersten Dialogforum am Freitag, 14. August 2020, waren eindeutig: Von den bisher betrachteten acht Varianten hat ausgerechnet die Vorzugs-Variante 1 ein massives Arten- und Naturschutzproblem. Im Vorfeld wurde aktiv nach Möglichkeiten gesucht, ob es nicht doch einen Ausweg für die Variante 1 gibt. Ein Rechtsgutachten und weitere Kartierungen zum Arten- und Naturschutz wurden beauftragt. Beide leider mit schlechten Nachrichten in Bezug auf die Variante 1. Die beteiligten Experten kamen beim ersten Dialogforum mit Zufallsbürgern zu Wort. Auch der örtliche Naturschutz diskutierte mit.
Zufallsbürgerin bringt Bewegung in die Beurteilung
Eine der Teilnehmerinnen des Dialogforums brachte eine wichtige Frage ein. Ob nicht vielleicht doch eine Ausgleichsmaßnahme für den Raubwürger gefunden und ob dies vielleicht in der Medebacher Bucht realisiert werden könne. Von dieser streng geschützten, vom Aussterben bedrohten Art, leben nur noch 30 Paare in NRW. Sechs davon haben sich nördlich von Brilon angesiedelt, wie die neuesten Kartierungen vom Juli 2020 ergaben. Nicht nur die Variante 1, sondern auch die Varianten 3 und 8 wären betroffen. Die Variante 1 durchschneidet gleich drei Kernreviere und wäre nach bisherigem Kenntnisstand nicht durchsetzbar. Die Bürgerin gab nach einem Telefonat mit dem LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, NRW) nun den Anstoß, noch einmal zu prüfen, ob es nicht über die Medebacher Bucht und eine Erweiterung der jetzigen Habitate eine Ausgleichsmöglichkeit für die Variante 1 geben könne. Diesem Hinweis wird nachgegangen werden. Straßen.NRW hat eine Anfrage an das LANUV mit der Bitte um Prüfung gesandt.
Stellungnahme des LANUV soll abgewartet werden
Straßen.NRW ist es wichtig, diese im Zuge des Dialogprozesses aufgeworfenen Fragen zur Variante 1 vor dem Termin des Landwirtschaftsforums und des nächsten Dialogforums zu klären. „Wir nehmen die Hinweise aller Akteure aus dem Dialogprozess sehr ernst und werden Chancen, die sich für die Variante 1 ergeben, auch nutzen. Ziel des Dialogprozesses ist es, die bestmögliche Trassenvariante zu finden.“, betont Lars Voigtländer, Abteilungsleiter Planung von Straßen. NRW. „Wir möchten diese Prüfung abwarten, bevor wir weiter mit den Landwirten und den Zufallsbürgerinnen und Zufallsbürgern zu den Varianten arbeiten.“, erläutert der Planer das weitere Vorgehen.
Auch einer weiteren Frage soll nachgegangen werden, die im Zuge des Dialogprozesses angesprochen wurde: Ob die Nutzung der Aufforstungsflächen nach dem Borkenkäferbefall für Ausgleichsflächen möglich ist. Das Landwirtschaftsforum und das nächste Dialogforum müssen deshalb auf den Oktober 2020 verschoben werden. Alle Teilnehmenden werden persönlich informiert.

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