olsberger wissen 1Es ist richtig, den Alteingesessenen von Olsberg den geschichtlichen Werdegang ihrer Heimat immer wieder vor Augen zu führen. Es ist ebenso wünschenswert, die vielen Bürger, die hier ihre zweite Heimat gefunden haben, durch die Kenntnis der geschichtlichen Vorgänge Olsbergs, innerlich näher an diese neue Heimat heranzubringen. Dieses sagte der Rektor und Heimatforscher Josef Roggenkamp bei einem Vortrag bei Kolping am 25.01.1971, und dieser Meinung schließe ich mich an.
 
olsberger wissen 2Die ersten Bewohner von Olsberg kamen wohl um 800 ins Land, nach Karl dem Großen. Die Ehresburg in Marsberg wurde erobert, zur Sicherung der „Ruhr – Diemel –Verbindung zum Borberg. Das befriedete Gebiet war von fränkischen Bürgern, von Westen kommend, in den Jahren 800 – 1000 dünn besiedelt worden. Vom Norden kamen starke sächsische Siedlergruppen dazu. Die älteste Urkunde von Olsberg ist aus dem Jahre 1270. Etwa ab 1200 wurde zu den Vornamen auch der Familienname verwendet. In der Zeit hatte Olsberg 19 Familien, 8 Kölnische und 11 Waldekische Freye, das waren Kleinbauern ohne persönliche Abhängigkeit. Olsberg gehörte zur Freigrafschaft Bigge, im Besitz der Grafen von Waldeck (nach 1361). Von 1281 – 1313 war Lambertus von Ostwice Lehnsträger (vom Herrscher verliehener Grundbesitz) in Olsberg. Im Jahre 1563 hatte Olsberg 24 Wohnungen.

olsberger wissen 3Vor dem 30 jährigem Krieg war das uralte Dorf „Olsberg“ ein reiches Dorf. Der Krieg hat viele Menschenleben gefordert, ganze Familien wurden ausgerottet. 72 Gebäude sind verbrannt oder verkommen. 37079 Reichstaler an Kontribution (Beiträge für Besatzungstruppen) wurden bis 1650 gezahlt, aufgeschrieben von Henricus Kropff, aus sonderlichen, mit viel Fleiß geschriebenen Registern, was schier unglaublich, aber doch wahr ist. Ein sehr wertvolles Dokument ist das noch vorhandene Buch “Deß Dorffs olßbern Dorff oder Baurbuch“, geschrieben 1651, von dem angesehensten Bürger Olsbergs, dem Briloner Gerichtsschöffen, Olsbergs Kapellenverwalter und Vorsteher der Bauernschaft Olsberg „Henricus Kropf“. Er schreibt u.a. dass im Krieg wilde Horden sogar die Kapelle verwüstet haben. Von den zerstörten Gebäuden von Olsberg, Drönckhausen,(Richtung Hellbecke) und Duinckhausen, (Richtung Ruthenberg) sind nur wenige wieder aufgebaut worden. olsberger wissen 4Die verängstigten Bewohner zogen nach Olsberg. Die Ortschaften Drönckhausen, Duinckhausen und Bodinghausen sind verschwunden, geblieben ist Olsberg und Gierskopp. Nur der „Drönkerweg“ durch die lange Wiese zur Hellbecke zeugt noch davon. Die Anwohner dieses Weges bezahlen heute auf ihren Festen mit dem „Drönkerdollar“.

olsberger wissen 5Wissenswertes: Da gibt es das Hotel zur Post, was einige mal den Inhaber wechselte. Entstanden ist diese frühere Hofstätte aus „Krüpers“, das war ein Einhof im Ortsteil Bodinghausen, im tiefen Rott gelegen. Die Stätte wurde aufgegeben. Eine weitere Stätte hatten sie in Rixen, die wurde verkauft. olsberger wissen 6Das neue Haus, in der Mitte des Dorfes errichtet, soll das schönste Haus in Olsberg gewesen sein. Zum Anwesen in Olsberg gehörte eine Scheune (am 08.Mai 1889 abgebrannt), das Salzhaus (wurde abgerissen und erneut aufgebaut, dann verkauft), und der Zehntspeicher. Die angrenzende Hofstätte „Busches“ gehörte ebenso dazu, wie die Posthalterei und die Pferdewechselstation. Durch ein Feuer wurde im Jahr 1976 alles vernichtet. Nicht mehr vorhanden ist der Schandpfahl, so berichten Hobby Historiker. Er stand auf dem Baurplatz, bei dem Cafe Kropff –Lingenauber. olsberger wissen 7Die ältesten noch stehenden Gebäude sind in Olsberg die Hofstätte Pape-Viereggen, erbaut im Jahre 1618 und auf der Gierskopp der Schultenhof, erbaut 1582, somit die „Älteste“.

Der Autor möchte mit diesem Artikel die „Olsberger“ motivieren, sich mit der Heimat zu befassen. Wir empfehlen dazu die zahlreichen Artikel unter „Historisches“ abzurufen.

Nur wer Altes bewahrt, mit Neuem gepaart  ist ein „Olsberger“, nach Sauerländer Art!


Quellennachweis:
Vorhandene Kopien von:
Aussagen zur Geschichtete, von den Heimatforschern/Historkern: Josef Roggenkamp, Dr.H. Körling, Erich Völlmecke, Fritz Droste, Josef Rüther, Pastor Johannes Fresen und Weitere aus dem Privatarchiv W. Rosenkranz.