Abbruch der Brandruine „Altdeutsche Bierstube Schulte /Schüppen“

schulte schueppen 01In Olsberg wird zur Zeit an außergewöhnlich vielen Stellen gebaggert und gebaut. Einige Maßnahmen davon sind schon lange überfällig und standen auf dem Wunschzettel der Stadtvertreter und der Verwaltung ganz oben. Der schon im März 2014 abgebrannte Gasthof Schulte / Schüppen dämmerte so vor sich hin. Suchte man den Beweis einer Brandstiftung?
Das unbrauchbare Gebäude wurde mit 150.000,- € bewertet. Interessierte Bürger stellten dem Bürgermeister Wolfgang Fischer wiederholt die Frage, wann erfolgt der Abbruch und wann ist die Planung von etwas „Neuem“ fertig?

schulte schueppen 02Aus historischer Sicht geht es hier ja um eine interessante Stätte Olsbergs. Zu dem sicherlich abgewandelten Namen „Schulte – Schüppen“ ist nichts genaueres bekannt. Im Jahre 1602 wird im großen Zehnten ein Heynemann Scuppen genannt. In der Aufstellung der 35 ältesten Stätten von Dr. Heinrich Körling wird unter den Unbeerbten Köttern für das Jahr 1695 und 1773 schon Schüppen genannt. Als Inhaber dieser „auf des Dorfes Grund“ stehenden Stätte wurde auch ein hemann schuppen erwähnt. In alten Unterlagen wird berichtet, dass neben einer Bäckerei auch schon seit ewigen Zeiten eine Gastwirtschaft betrieben wurde. schulte schueppen 04Nach Aussage der letzten Inhaber war hier die erste Braustätte Olsbergs. Das bezog sich aber nur auf den Dorf-Braukessel, welchen jeder im Dorf gegen Gebühr leihen konnte. Der seitlich am Haus gelegene kurze Weg heißt „Brauergasse“. schulte schueppen 05Im Gasthof Schulte sind noch Erlaubnisscheine für Gasthöfe aus den Jahren 1839 und 1868 vorhanden. In den gemütlichen Altdeutschen Bierstuben wurde so manche Hochzeit, Familienfeiern oder auch Stammtischfeste gebucht, sie waren in den 400 Jahren ein Stück von Olsberg!

schulte schueppen 03schulte schueppen 06Vermutlich geht jetzt beim Abräumen wieder ein Stück von „Alt Olsberg“ verloren, oder kann man bei den Planungen für die Bereiche unter der Kirche und Sachsenecke (z.B. Kreisverkehr) ein Wörtchen mitreden?
Die Architekten, Ingenieure, Landschafts- und Städtebauer möchten sicherlich weiteres Terrain mit einbeziehen, vorhanden ist ja noch einiges.
Hier spielt das (fehlende???) Kapital eine gewichtige Rolle.

Zum Thema gibt bei uns auch eine Bildergalerie und ein Video vom Abriss.

Quellennachweis:
Div. Schriften aus dem Privatarchiv
Wilfried Rosenkranz

Bilder:
Bildarchive von Klemens Kordt und W. Rosenkranz

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