Vereinsgeschichte des TV Olsberg 1908 Teil 1

tvolsberg 1Auf Veranlassung des Malers Richard Kahle fand am 10. Mai 1908 die erste Zusammenkunft zwecks Gründung eines Turnvereins zu Olsberg statt. Es erklärten sofort 24 Mann ihren Beitritt und es wurde der 14. Mai 1908 als Tag der ersten Hauptversammlung bestimmt. Unter Vorsitz von Franz Kruse nahm der Verein seine Arbeit auf. Wegen Mangel an Turngeräten wurde der Turnbetrieb zunächst mit dem Turnverein Bigge zusammen durchgeführt.

Mit Hilfe des „Sodalen Verein“, welcher dem Turnverein ein Darlehn von 160 Mk gewährte, wurde jedoch die Gerätebeschaffung sofort durchgeführt, sodass der Übungsbetrieb schon im August 1908 in die Olsberger Schützenhalle verlegt werden konnte. Das Stiftungsfest am 18. Und 19.8.1908 nahm laut Protokollnotiz einen glanzvollen Verlauf.
Die Gerätebeschaffung und die Rückzahlung des Darlehns waren bis 1912 abgeschlossen. Durch die tatkräftige Mithilfe der Vereinsmitglieder wurde 1912 die erste Vereinsfahne für 259 Mk beschafft. Die Einweihung der Fahne erfolgte im selben Jahr auf dem Turnfest in Bigge. Die Turnwarte Richard Kahle, Fritz Keil, Karl Schilling, Josef Wienand und Heinrich Becker lösten sich bis zum Jahre 1914 mit der Leitung der Turnabteilung ab.
Während des 1. Weltkrieges wurde der Turnbetrieb nur notdürftig unter Leitung der Turnwarte Wilhelm Vorsmann und Karl Rüther weitergeführt. Der 1. Weltkrieg riss auch in die Reihen der Turner große Lücken. Insgesamt verlor der Verein damals 24 Turnbrüder.
Nach dem 1. Weltkrieg erlebte die Turnabteilung unter Leitung der Turnwarte Bruno Erhardt,
Leo Imöhl, Leo Strake und Karl Hammerschmidt wieder einen guten Aufschwung. Olsberger Turner waren fortan auf allen Bezirks-, Gau-, Landes-, und Deutschen Turnfesten zu finden.
Als 1921 die Olsberger Schützenhalle abbrannte, gingen sämtliche Turngeräte verloren. Die Anschaffung neuer Turngeräte erfolgte dank großzügiger Spenden jedoch kurzfristig, sodass der Turnbetrieb keine größeren Unterbrechungen zu erfahren brauchte.
Im Jahre 1923 nahmen am Deutschen Turnfest in München 11 Sportler teil! Mitte der zwanziger Jahre nahm auch die leichtathletische Entwickelung einen starken Aufschwung. Der damalige Leichtathletikwart Karl Kahle hat an der Entwickelung dieser Sparte besonderen Anteil.

tvolsberg 2Bereits im Jahre 1909 wurde in Olsberg der Versuch gewagt, den damals noch wenig bekannten Fußballsport einzuführen. Nachdem einige – wilde –Spiele ausgetragen waren, konnte jedoch aus organisatorischen Gründen die Abteilung Fußball nicht gehalten werden und kam nach Beginn des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 ganz zum Erliegen.
Ab dem Jahre 1922 wurde jedoch auch der Fußballsport im oberen Sauerland ordentlich organisiert. Zunächst wurden zwar noch unorganisierte Fußfallspiele auf dem Ziegenkamp oder in den langen Wiese ausgetragen. Diese Spiele bestanden in Auseinandersetzungen der einzelnen Ortsteile wie Wulweseike – Rutsche – Lingelscheid oder Stehstraße u.s.w.
Ab 1925 wurde jedoch der regelmäßige Spielbetrieb aufgenommen. Jeder Spieler musste für die eigene Sportkleidung sorgen. Als Beförderungsmittel wurde die Eisenbahn, Pferdefuhrwerke, oder das Fahrrad benutzt.
Im Jahr 1934 war es endlich soweit, dass Padber´s Wiese am Stausee mit einem Kostenaufwand von 723,46 Mk und erheblicher Eigenleistung der Sportler einplaniert werden konnte, so dass für die damaligen Verhältnisse ein guter Sportplatz geschaffen war.
tvolsberg 3Dadurch bestand auch eine gute Basis für die Fußballabteilung, denn in den nachfolgenden Jahren hat die Fußballmannschaft in den Kreisen Brilon – Meschede – Arnsberg immer eine beachtliche Rolle gespielt mit dem Höhepunkt der Erringung der Kreismeisterschaft im Jahre 1939/40 und den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse !
Nach den so erfolgreichen Fußballjahren 1939/1940 ging es durch die kriegsbedingten Verhältnissen 1941 mit dieser Sportart schnell bergab und musste kurze Zeit später, bis zur Beendigung des II. Weltkrieges, ganz eingestellt werden.

Der Bau des katholischen Vereinshauses wurde durch rege Mithilfe der Vereinsmitglieder bei den Ausschachtungsarbeiten u.s.w. - sowie durch großzügige Spenden unterstützt. Ab 1929 wurde der Turnbetrieb in den Wintermonaten in den Turnraum des Vereinshauses verlegt. Da dieser auf die Dauer nicht mehr den bestimmten Anforderungen entsprach, wurde der Raum unter erhebliche Mitarbeit der Sportler und einem zusätzlichen größeren
Kostenaufwand im Jahre 1938 vergrößert.
Während des II. Weltkrieges wurde der Turnraum im Vereinshaus als Kriegsgefangenenlager benutzt. Nach dem Kriege wurde der stark verschmutze und beschädigte Turnraum durch
Eigenhilfe wieder instandgesetzt.

Im II. Weltkrieg kam der Sportbetrieb fast völlig zum Erliegen.
Auch in diesem unseligen Kriege mussten 20 Sportler ihr Leben lassen.

Quellennachweis:
Protokolle, Festschriften

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