Gedanken

Das Glück der Menschen liegt nicht in Geld und Gut,
sondern es liegt in einem Herzen, das eine wahrhafte Liebe und Zufriedenheit hat.
(Adolph Kolping)
   

hesters1.jpgVon der schon in 1427 genannten Hofstätte steht nur noch das Wohnhaus.

Als Besitzer sind bis zum 30jährigen Krieg Vollmers eingetragen. In der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts ist Valentin Hester 1653-1659 Besitzer. 1666 hat Jost Hester die Stätte Vollmer gekauft. Jost und Elisabeth Hester wohnten in Drönkhausen. Sie, und ihr Sohn Johann zogen während des Krieges „auf des Dorfes Grund“ Als Gewerke waren tätig, Johann und dessen Sohn Valentin.

Der Sohn von Valentin war in Kinderloser Ehe mit Anna Elisabeth von der Becke vermählt. Die Halbschwester von Johann, Elisabeth Hessen, aus der zweiten Ehe der Mutter heiratete 1733 Johannes Kropff. Ab dieser Zeit heißt die Stätte „Kropff-Hester“ Der Sohn Franz Bernhard heiratete 1769 Regine Vogt.

Neben vielen Töchtern hatten sie einen Sohn Engelbert, er erbte die Hofstätte, Ländereien und alle Anteile an Hütten, Hämmern und Bergwerken. Aufgrund diverser Familienstreitigkeiten war nicht sein Sohn, der Arzt Adalbert Erbe, sondern die Töchter Regine und Emilie (beide unverheiratet) und Marianne, welche den Gasthofbesitzer Werner Löcke aus Werl heiratete. Die älteste Tochter Anna von ihnen erbte von den Tanten den Olsberger Besitz.

Auf Tante Anna folgte ihre Nichte Nanna Rubarth, geb. Lederle und Otto Rubarth, der Vater von Marianne Bathen. Aus der Ehe von Marianne und Theo Bathen sind die Kinder: Anette, Hans-Otto und Ingrid.

Soweit die Familienkunde der Hesterschen Stätte.

 

Der ursprüngliche Hof besteht um 1800 aus dem großen Wohnhaus, der 1737 erbauten Scheune, dem kleinen Backhaus und dem Schuppen mit Tordurchfahrt. An dem Schuppen stand „1688 Valentin Hester“ Zum stolzen Anwesen gehörten außerdem noch etliche Hektar Land. Die Scheune musste nach dem Beschuss im Krieg abgerissen werden.

Zum Inventar des Franz Bernhard Kropff gehörten im Jahre 1798 Gegenstände im Brauhaus, in der Schmiede, die Olsberger Hütte mit Schlackenpochwerk, die Knickhütte, der Brückeneisenhammer, der Wasserschlag, der Taleisenhammer, der Gevelinghauser Hammer und die Lederfabrik. hesters5.jpg

Vermutlich schon in 1753 wurden Teile des großen Wohnhauses erbaut. Die geräumige Halle mit einem mächtigen Rauchfang für die Herdstelle diente als Küche. Ein großer geschnitzter Eckschrank für Porzellan, ein gerahmter Spiegel, ein Spieltisch und einige Bilder vervollständigen die Wohnungseinrichtung. Ein als Schlafstelle genutzter Raum wird „Schreibstube“ genannt. Während Umbauarbeiten in der Olsberger Hütte diente er als Schreibstube. Ein Webstuhl, eine Spinnstube mit einem Dutzend Rädern, mächtige Eichentruhen für Leinen und Damast und vieler Akten vom Bergbau im Rott, von den Hämmern und von der Olsberger Hütte sind noch vorhanden.

 

In dem nach dem 30jährigen Krieg völlig daniederliegendem Bergbau fehlte Geld, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Eine „unternehmerische Ahnfrau“ hat ein kostbares Schmuckstück versetzt, und im Vertrauen auf Gott, einen neuen Schacht graben lassen um wieder Erze zu finden. Der inzwischen wieder abgebaute Schacht wurde zum Gedächtnis „Elisabet Trost“ geheißen, die Flurbezeichnung nennt sich „in Trost“.

Der Landesfürst, Kurfürst und Erzbischof von Köln „Maximilian Franz“ war 1794 hier, um einen nach ihm benannten Stollen zu befahren. Zur Erinnerung schenkte er ein großes Medaillon mit seinem Porträt in Emaillemalerei. (Bild) Im Besitz der Olsberger Hütte befindet sich eine große geschnitzte Holztafel aus dem Jahre 1834 welche besagt, dass an diesem Max- Stollen von 1780 bis 1794 „unermüdet immerfort gehauen“ wurde. (siehe Bildergalerie, Geschichte und Gegenwart der Olsberger Hütte.)

 

Der Stamm Kropff – Hesters war tätig: In der Land – und Forstwirtschaft, im Bergbau, in Hammerwerken und in der Eisenverhüttung „OH“.

 

Die Familie Bathen (auch Emmekes genannt) hat sich durch die Erbauung von neuen Wohn – und Geschäftshäusern immer wieder neu orientiert. So wurde in den 50ziger Jahren das große Geschäftshaus (ehem. Post) mit drei Ladenlokalen und 1982 ein Teil der „Geschäftsmeile am Markt“ errichtet.

 

Frau Marianne Bathen war viele Jahre stellvertretende Vorsitzende des Heimatbundes der Stadt Olsberg. Sie hat die Familienarchive „Hesters“ und „Löcke“ aus Werl für Geschichtsforscher zugänglich gemacht. Dr. Teske vom „Westfälischem Archivamt Münster“ hat die Akten geordnet, enteist (von Rost befreit) und in Mappen eingeordnet.

 

Dass Schreinermeister Theo Bathen in der Rutsche eine Schreinerwerkstatt unterhielt, sei auch noch erwähnt, ebenso seine Aktivitäten in der Dorfpolitik und im Schützenverein.

 

Im Internetteam von „olsberg – mittendrin“ wird z. Zt. besprochen, ob zu einem späteren Zeitpunkt über das Gewerkenhaus Hester – Kropff von 1753 berichtet werden soll. hester4.jpg

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