430 Jahre Entwicklung der Olsberger Hütte zum Unternehmen Olsberg

Die Olsberg Hermann Everken GmbH gehört zu den ältesten Familienunternehmen in Deutschland und ist wohl das älteste Unternehmen in NRW. Es hat sich in Gießereierzeugnissen und in der Heizgerätefertigung zum modernen Anbieter im Markt entwickelt. Ein guter Grund , im Jubiläumsjahr zu feiern und die Entwicklung von der Eisenverhüttung zum innovativen Unternehmen zu verfolgen. Die Existenz ist bis ins Jahr 1577 belegt und mit großer Wahrscheinlichkeit noch einige Jahrzehnte älter.

Die Geschichte der Olsberger Hütte

 

olsberger_htte1.jpgDie Olsberger Hütte war in ihren Anfängen ein kleiner Hüttenbetrieb, der nur zeitweise Eisenerz schmolz. In den Anfängen gewann man unter sehr primitiven Umständen das Eisen auf den Bergen an deren Oberflächen (Mulden oder Pingen) und schmolz die Erze vor Ort mit einfachen selbstgebauten „Rennöfen“. Die Schmelzöfen konnten nur vernünftig betrieben werden, wenn frischer Wind über die Berge wehte, um die Glut ausreichend zu entfachen. Als Brennstoff wurde Holzkohleverwand, die aus den umliegenden Wäldern durch Kohlemeiler gewonnen wurde. Das dadurch gewonnene Eisen (Luppen) musste noch einige Male umgeschmolzen werden, um daraus Gerätschaften herstellen zu können.
Im Lauf der Jahrhunderte wuchs der Bedarf an Eisen und somit auch die Anzahl der Schmelzanlagen, der Bedarf an Holzkohle und vor allem der Bedarf an Erzen. Um vom Wind und Wetter unabhängiger zu werden, war Wasserkraft zur Winderzeugung nötig. Man siedelte sich an der Gierskopp an, das ist etwa der heutige Standort der Olsberger Hütte. Durch den erhöhten Bedarf an Holzkohle wurden die Wälder im Umfeld immer lichter. Auch die Gewinnung des Eisenerzes an der Oberfläche wurde mühsamer.
Im Jahr 1716 begann man den Kirschbaum-Stollen. Es folgten in diesem Jahrhundert weitere drei Stollen (siehe unseren Bericht “Besichtigung des Philipp-Stollen“ und www.philippstollen.de ).
Zu Beginn des neunzehnten Jahrhundert', begann für die Hütte eine schwierige Zeit. Die Holzkohle musste auf immer längeren Wegen herangeschafft werden. Das Eisenerz war in seiner Ergiebigkeit gering und musste mit Erzen aus dem Siegerland konkurrieren. Auch wurde in England schon mit Steinkohle billiger geschmolzen. Die Anlagen in Olsberg waren hoffnungslos veraltet. Zu dieser Zeit zeigte sich unternehmerischer Mut. Mit großer Kraftanstrengung wurde die Schmelzanlage erneuert und mit einem Hochofen der damaligen Zeit ausgestattet. 1855 baute man den ersten Kupolofen, um Roheisen zu Grauguss zu schmelzen. Dieses war der Anfang der heutigen modernen Gießerei der Fa. Olsberg. olsberger_htte2.jpg

 

Zu Beginn wurden Grabkreuze, Bügeleisen, Waffeleisen, Gussfenster und ähnliches gefertigt. Später, im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhundert' folgten Kesselöfen, Kochherde und Stubenöfen. Mit der Anschaffung einer Dampfmaschine und mit der 1873 gebauten Eisenbahn gewann die Olsberger Hütte immer mehr an Bedeutung. Die Olsberger Hütte hatte sich zu einem Industrieunternehmen entwickelt. Die Eisenerzgewinnung wurde unrentabel und letztendlich 1916 eingestellt.

 

Meilenstein
Ein weiterer Meilenstein war der Anschluss an das Stromnetz 1910. Es wurden zunehmend Herde und Öfen gefertigt und man hatte am Markt eine bedeutende Stellung eingenommen. 1920 begann man auch, sich speziellen Kundenwünschen bezüglich der Gießerei zu widmen. Kundenguss hat sich bis heute zum Kernbereich des Unternehmens entwickelt.
Kohleöfen, Elektrospeicher, Warmwasserkessel, Gussgrill, Wärmepumpen und Kaminöfen, wurden in den folgenden Jahrzehnten zum Begriff auf den jeweiligen Märkten.

Heute
Olsberg ist einer der führenden Anbieter von Kaminöfen. Diese werden im Fachhandel unter der Marke Olsberg und im Baumarkt unter Fireplace, einer ungarischen Tochtergesellschaft geführt.
An den Standorten Olsberg, Brilon und Königshütte arbeiten derzeit 330 Mitarbeiter. Bei der Tochtergesellschaft Fireplace sind 200 Mitarbeiter beschäftigt und die Vertriebsgesellschaft „Olsberg Japan“ hat 21 Mitarbeiter, sie vertreiben in Japan Olsberg-Elektroheizsysteme.

In Olsberg fertigt man Systemlösungen aus Stahlblech, Edelstahl und Aluminium, diese können aus Baugruppen oder kompletten Einheiten bestehen. Eine tragende Rolle spielen nach wie vor Elektroheiz- und Lüftungssysteme.

Die Gießereien in Olsberg und Königshütte bieten heute Industriekunden weltweit Serienguss- und Handformteile aus Grau- und Sphäroguss an. Hier sind aus der geschichtlichen Entwicklung heraus moderne Gießereien ( Olsberg u. Königshütte ) entstanden, die den speziellen und komplexen Markanforderungen entsprechen.

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(Foto: "blackbox-fotodesign")

Ralf Kersting, Geschäftsführender Gesellschafter auf der 430 Jahrfeier: „Unsere internationale Ausweitung widerspricht unserem Bekenntnis zum Standort Olsberg in keinster Weise. Ganz im Gegenteil: Mit Investitionen allein in diesem Jahr von mehr als 4 Mio. Euro für die Kapazitätsausweitung unserer Gießerei in Olsberg, eine neue Stanzanlage für die Blechverarbeitung und ein Bearbeitungszentrum in Königshütte haben wir einen strategisch wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung unserer Arbeitsplätze geleistet.“

Am 13.10.2007 fand der Tag der offenen Tür der Fa. Olsberg statt. Eine Vielzahl von interessierten Besuchern konnte sich von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens überzeugen und wurde gut organisiert durch den Betrieb geführt.

 

Zusammengetragen aus dem Archiv, Buch und Broschüren der Fa. Olsberg. Begleitende Bilder in unserer Bildergalerie.


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