Die Haus- und Hofstätte Pape - Viereggen besteht 400 Jahre

viereggen 400 jahre 8Wir schreiben das Jahr 1618. In Deutschland beginnt der 30 jährige Krieg. Es ist kaum zu glauben, dass Zeitgleich in der Dorfgemeinschaft Olsberg von der Familie Viereggen eine Hofstätte errichtet wird. Erwähnt wurde die uralte Stätte schon 1427. Olsberg gehörte 1361 noch zur Freigrafschaft Bigge. In der Zeit von 1609 bis 1620 wird Hanns Vieregge als Hofbesitzer genannt, somit müsste er der Bauherr gewesen sein.

viereggen 400 jahre 1Der Name Pape – Viereggen besteht seit 1773. Bei der Kopfschatzung 1635 steht an fünfter Stelle „Telkers Vieregge“, er habe eine frauwe = (Frau) einen alten vatter =( Vater) und eine maket = (Magd). Im 30 jährigem Krieg wurden in Olsberg 72 Häuser, Stallungen, Scheunen und andere Gebäude zerstört. Im Ort Bodinghausen die Urstätte „Krüpers“ (heute "Hotel zur Post“), in Dunkhausen „Steineken“, „Hesters“ und „Gockeln“, in Drönckhausen „Herziges“, „Steigers“ und „Karnets“, und im Rinkental der Einhof „Remmers“. Bis zum Jahr 1830 hat sich das Dorf Olsberg nur wenig verändert, zu nennen sind: Neubau Vikarie, das erste Schulgebäude mit Wohnung, Filialkirche von Bigge und zwei Häuser dazu.

viereggen 400 jahre 2In den Familien Viereggen gab es in all den Jahren verschiedene Streitigkeiten, so z.B. Kauf der Erbwiese im Rinkental, Streitsache wegen Wiesen in der Grucht, auf der Küttelbecke und in den Dreckländern, Pfändung des Garten am Broke, Erbland in der Wattmecke, Gemüsegarten am Haus, usw. Der Viereggenbesitz wird von Peter Pape (1790/91) nicht übernommen. Josef Pape erhält das Vorrecht in das väterliche Haus zu heiraten 15.03.1792. Diese Hofstätte, Mittelhaus mit Deele blieb im Ursprung erhalten. Der linke Flügel wurde um 1900, der rechte 1934 angebaut.

viereggen 400 jahre 3Aus der Geschichte ist vom Zehntregister oder Schmiedezehnten zu berichten: „Es ist jederman Kundtbahr dass in alten Jahren in dess Dorfes Olssbern Veldtmarcke drey Dörfer gewesen, als nemblich das uralte Dorf Olsberg, dass andere Dünckhausen und das dritte Drönkhausen, und hat jedes Dorf seinen eigenen Zehnten gehabt“.
In einer Urkunde von 1608 werden die zehntpflichtigen Länder genannt, ohne jegliche Ausnahme. Es gab den großen osbergischen Zehnten, weiter noch Frucht-, Heu-, Hühner-, Schmiede- und Pastorenzehnten. Für die Einlagerungen war schon 1622 ein „Zehntspeicher“ erbaut worden. 1741 wurden die zum Speicher gehörenden Dokumente in einem Kästchen in Busches Haus aufbewahrt. Busches Haus gehörte zum Padbergischen Besitz, (heute "Hotel zur Post") wie die Scheune, hinter der der Zehntspeicher stand.
Die nicht mehr vollständige Inschrift lautete: “anno 1692 den 12. Junius“ hat Jürgen Köster und Elisabeth Bus……“
Die Zehntpflichten sind 1830 „Rückverkauft“ worden! Leider gibt es kein Foto vom Speicher, aber Gemälde!

viereggen 400 jahre 6Die heutigen Eigentümer des 400 Jahre alten Hauses, die Familien Pape- Viereggen, betreiben die Landwirtschafft nur noch im Nebenerwerb. Lange Jahre schon sind die Viereggen bei den Olsberger und Gierskopper Waldinteressenten aktiv. Auch in der privaten Forstwirtschafft ist man mit Weihnachtsbäumen und Brennholz im Geschäft. Beim Bau der Umgehungsstraße (unterm Hasley) mussten einige großstämmige Eichen entfernt werden. Von den Stammenden wurden Scheiben abgeschnitten, um mit Hilfe der Jahresringe das Alter der Bäume zu erfahren. Wolfgang Busch, langjähriger Vorsitzender der WaldInteressenten war führend tätig. Ergebnis: „Die Bäume waren jünger als angenommen. Die Scheiben eignen sich hervorragend als Lehrstück und zur Deko.

viereggen 400 jahre 7Eine Anmerkung zum Schluss. Im Türbalken des Schultenhofes (heute Hof Müller) auf der Gierskopp steht „Erbaut in 1582“, also vor Viereggen, oder gehörten zu der Zeit Olsberg und Gierskopp nicht zusammen???



Mit einem Festgottesdienst will die Familie mit Interessierten ihr Hausjubiläum am Sonntag den 19. August um 11.oo Uhr, auf der Hoffläche feiern.
Wir sagen, herzlichen Glückwunsch !

Bilder von der Jubiläumsfeier finden Sie in unserer Bildergalerie.

Quellennachweis:
- Bücher, Abschriften, Auflistungen, Urkunden z B. Olsberg gestern und heute – von Josef Roggenkamp
- Studien zu den Olsberger (und Gierskopper) Stätten und zu der Olsberger Mark von Dr. Heinrich Körling
- Div.Nachforschungen im Historischem - von Werner Vorderwülbecke und Wilfried Rosenkranz
- Erfahrenes aus Gesprächen mit Olsberger Bürgern

Bilder:
- Bild vom Zehntspeicher wurde vom Heimatbund zur Verfügung gestellt
- alle anderen Bilder aus dem Privatarchiv

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