Der Kampf um die Patienten

klinik am stein 1Die augenblickliche Situation auf dem Gesundheitsmarkt gibt Anlass zur Sorge. Mussten wir vor ein paar Tagen doch die Meldung „Klinik am Stein insolvent“ zur Kenntnis nehmen. Vorläufig bleibt alles beim Alten, so der Insolvenz Verwalter. Wir wollen hoffen, dass er Recht hat. Mit ihm sind alle Mitarbeiter und natürlich auch die Patienten verunsichert, aber Hoffnungsvoll. Die Gründer dieser Einrichtung waren sicher auch mit Optimismus ans Werk gegangen.
Begonnen hat das Familienunternehmen mit 40 Betten in dem Sanatorium Dr. Grüne. Schwierigkeiten mit der Zulassung wurden mit der örtlichen AOK beseitigt. Historisch gesehen hat Dr. Rolf Cornelius Müller nach seinen Ideen Möglichkeiten für eine geriatrische Rehabilitation komplett neu aufgebaut. Im Jubiläumsjahr 2007 standen in Olsberg, Dortmund und Düsseldorf 132 Betten zur Verfügung. Eckpfeiler der Reha waren : Krankengymnastik, Ergotherapie, Physikalische Therapie und Logopädie. Auch die Krankenpflege hatte einen hohen Stellenwert. Besondere Schwerpunkte setzte die Klinik z.B. mit der Gedächtnisambulanz, oder mit ambulanter / stationärer Therapie für Alzheimer Patienten.

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Im Jubiläumsjahr (1977-2007) hatte die Klinik fünf Fachärzte im Führungsteam und zwei im Bereich Geschäftsführung / Verwaltung. Eine hauseigene Zeitung erschien unter dem Titel „Mittendrin“. Rückwirkend ab dem ersten Jan. 07 hatte das Sozialwerk Sauerland, das Erikaneum und die Klinik am Stein neue Träger. Die Betreiberin „Familienstiftung Dr. Müller“ fusionierte mit der „Aktiva Senioren AG“. Diese unterhalten ca. 25 Seniorenheime. Die unterschiedlichen Einrichtungen sollten als „Olsberger Gruppe“ weiter geführt werden.

klinik am stein 3Dr. Müller selbst bekam einen Posten im Aufsichtsrat der Aktiva. Es gab Verhandlungen mit den Eignern des Krankenhauses, der Pfarrgemeinde Olsberg. Man schielt in Richtung Sachsenecke, wie die WP schreibt.Viele Gespräche bezüglich einer Umsiedelung gestalteten sich schwierig und blieben ohne Erfolg. Parallel dazu hatte man einen kpl. Neubau geplant. Die Bettenzahl sollte zwischen 170 bis 180 sein. Sponsoren für Kosten von 12 bis16 Mio. wurden nicht gefunden. In den vergangenen Jahren hat man es u.a. nicht geschafft, die Klinik wie ein gewinnbringendes Unternehmen zu leiten. Ganz aktuell berichtet die WP, man sei überzeugt: „der Klinikbetrieb bleibt erhalten“. Laut Aussage vom Insolvenzverwalter Herr Andreas Schoß und dem Kaufmännischem Leiter der Klinik Herr Thomas Steger, geht der Betrieb vorläufig weiter, da er im „Grunde“ gesund sei. Es gebe Hoffnung, fündig zu werden. Die Bundesagentur für Arbeit besorgt für die ca. 300 Mitarbeiter bis zum 31..März das erforderliche Insolvenzgeld. Über den Betriebsrat soll das Personal von den Gesprächen / Verhandlungen mit dem Insolvensverwalter, der Geschäftsleitung und den Eignern informiert werden.

Quellennachweis:
- WP Tagespresse
- Sauerlandkurier
- Stadt Olsberg, der Bürgermeister
- Stadt Olsberg, Auszüge aus der Werbung

Bilder: Privatarchiv WR, Westfalenpost, KK

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