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Hochsauerland. Nun ist es amtlich: Der Hochsauerlandkreis wird in der kommenden Legislaturperiode von drei Abgeordneten im Bundestag vertreten. Neben Patrick Sensburg (CDU), der zum dritten Mal in Folge das Direktmandat holte, ziehen auch Dirk Wiese (SPD) und Carlo Cronenberg (FDP) über die jeweiligen Landeslisten ihrer Parteien ins Parlament ein.
Patrick Sensburg holte zwar nach 2009 und 2013 erneut die meisten Erststimmen im Kreis, verlor allerdings mehr als acht Prozent im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren. "Insgesamt haben wir deutlich verloren, das ist ärgerlich", kommentierte der Briloner im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Sensburg versuchte aber auch direkt, die Ergebnisse zu analysieren: "Zum einen haben wir durch das starke Ergebnis der AfD Stimmen verloren, aber zum anderen kamen auch die Wähler der FDP zum erheblichen Teil von der Union. Wir haben bei den Themen Zuwanderung und Flüchtlinge offenbar nicht stark genug vermittelt, dass sich die Menschen keine Sorgen machen müssen. Die Wähler wollten keine Fortsetzung der Großen Koalition." Auch das Ergebnis der Christdemokraten auf Bundesebene sei "unbefriedigend". Es müsse nun detailliert analysiert werden.
Auch bei der SPD herrschte nach dem Wahlabend Katerstimmung. "Das ist eine schallende Niederlage. Wir müssen jetzt in Ruhe unsere Schlüsse ziehen", erklärte Dirk Wiese, der am Wahlabend noch um seinen Einzug in den Bundestag zittern musste, weil lange nicht klar war, ob sein Platz auf der Landesliste reichen würden. Am Ende hat es aber geklappt und der Briloner geht nun in seine zweite Legislaturperiode in Berlin. Sein eigenes Ergebnis im Wahlkreis ordnete Wiese als durchaus positiv ein: "Wir liegen im Sauerland sowohl bei den Erst- als auch Zweitstimmen über dem Ergebnis im Bund, das freut einen schon. Ich habe 40.000 Stimmen bekommen und sehe es jetzt als meinen Auftrag an, diese in Berlin zu vertreten."
Ein neues Sauerländer Gesicht im Bundestag wird in den kommenden vier Jahren Carlo Cronenberg sein. Der Arnsberger profitierte vom starken Ergebnis der FDP und zog wie Wiese über die Landesliste ins Parlament ein. "Das ist ein großartiges Comeback der FDP in der Bundespolitik", meinte Cronenberg, der von einem "historischen Ergebnis" für seine Partei sprach. Gerade über die mehr als 14 Prozent, die die Freien Demokraten im HSK holten, freue er sich besonders. "Das haben wir auch tüchtig gefeiert", berichtete Cronenberg, der sich heute Morgen unmittelbar auf den Weg nach Berlin gemacht hat, wo sich die neue Fraktion konstituiert. Eine mögliche Jamaika-Koalition hält der Arnsberger für "möglich", unterstrich aber auch, dass die FDP nicht mit aller Macht in die Regierung gehen müsse.

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Mit Carlo Cronenberg (l.), Patrick Sensburg (m.) und Dirk Wiese sitzen in der kommenden Legislaturperiode drei Politiker aus dem HSK im Bundestag.