Gedanken

Die Sonne lacht in alter Stärke,
Weitet sich im neuen Tag.
Es vollendet der Sommer seine Werke
In allem, was reifen und was werden mag.
Monika Minder
   

Olsberger Ansichten  

   
Brilon. Sterben, Tod, Trauer: Themen, die berühren. Zugleich auch Themen, die viele Menschen hilf- und sprachlos machen. Ganz bewusst haben sich hingegen in den vergangenen zehn Monaten zehn Teilnehmer mit Sterben, Tod und Trauer auseinandergesetzt. Sie haben die sowohl zeit- als auch gefühlsintensive Ausbildung als Sterbebegleiter absolviert und bekamen jetzt ihr Zertifikat überreicht.
Zu den zehn neuen Mitarbeitern gehören: Melanie Adamczyk, Doreen Berlinger, Gabriele Blüggel, Katja Filbry, Anne-Marie Kappe, Helmut Ludwig, Justine Ludwig, Sigrid Rieke, Heike ter Huurne, Cornelia Volmerhausen.
Ihr zukünftiges ehrenamtliches Engagement eröffnet oftmals einen neuen Blick auf das eigene Sein. „Jede Begleitung ist eine besondere und intensive Begegnung und jedes Mal anders“, sagt Lucie Ernstberger, Koordinatorin im Hospizverein. Aus diesem Grund setzten sich die Teilnehmer in den 100 Unterrichtsstunden unter anderen auch mit der eigenen Sterblichkeit und Trauerarbeit auseinander. Ziel war, eine zugewandte und akzeptierende Haltung in der Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen zu entwickeln, um den unterschiedlichen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer nicht nur auszuhalten, sondern auch anzunehmen und zu begleiten. „Denn so unterschiedlich wie das Leben ist auch das Sterben“, weiß Gaby Witteler, Koordinatorin im Hospizverein.
Unter der Leitung von Karin Kinkel-Lennemann, Religionspädagogin und Trauerbegleiterin, setzten sich die Kursteilnehmer unter anderem auch mit der finalen Sterbephase auseinander und lernten Körper- und Symbolsprache zu deuten sowie Nähe und Distanz in Einklang zu halten. Besondere Themen waren auch Trauerbegleitung sowie Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit und Selbstreflexion und der Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Ebenfalls absolvierten die Teilnehmer ein Praktikum in Senioreneinrichtungen. Exkursionen führten sie in das Krematorium nach Rhoden, zu dem Bestattungshaus Sauerbier in Büren und zu dem Stationären Hospiz St. Raphael in Arnsberg.

Hospiz 2
Den Abschluss ihrer Ausbildung feierten die neuen Sterbebegleiter im Kreis aller ehrenamtlich Engagierten des Hospizverein Brilon. Pastor Hermann-Josef Schulte und Geschäftsführer Heinz-Georg Eirund bedankten sich für die Zeit, den Einsatz und auch das Mitgefühl, welches die Sterbegleiter in der Begegnung mit ihren Nächsten einbringen.
 
Info
Wer sich für die Arbeit im Hospizverein Brilon interessiert, kann sich auf der Homepage unter www.hospiz-brilon.de informieren. Die Begleitung durch die Ehrenamtlichen Hospizmitarbeitenden ist kostenlos. Der Verein, der in Brilon ökumenisch geführt wird, freut sich über neue Mitglieder. Auskünfte geben die Koordinatoren auch unter Telefon 0175/6316641.