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Bestwig/Meschede. Spirituelle Wanderwege oder auch Themenwanderwege erfreuen sich in der heutigen Zeit großer Beliebtheit. Aus diesem Grund kamen im Sommer 2015 die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel und die Benediktinermönche aus der Abtei Königsmünster auf die Idee, einen spirituellen Wanderweg von der Abtei in Meschede bis hin zum Bergkloster in Bestwig ins Leben zu rufen.
„Der Bibelkreis ist immer den Weg gegangen. Dadurch ist die Idee gewachsen, dort einen spirituellen Wanderweg zu schaffen. Der Weg soll Impulse geben, soll die Menschen für sich und die Umgebung sensibilisieren, damit sie anschließend darüber sprechen“, so Schwester Maria Ignatia Langela aus dem Bergkloster Bestwig.
Der rund 15 Kilometer lange spirituelle Fußweg zwischen den Klöstern, also eine gute Tagesetappe, besteht aus zwei vom Charakter her unterschiedlichen Routen. Die Route von der Abtei Königsmünster in Meschede verläuft entlang der Kriegsgräberstätte über die Burgruine in Eversberg, am Modellflugplatz vorbei über Föckinghausen bis hin zum Bergkloster nach Bestwig. Der andere Fußweg beginnt in Bestwig am Bergkloster, geht entlang der Veleda-Höhle über die Sauerländer Kantenköppe, die Hünenburg bis zur Abtei Königsmünster.
Zwei unterschiedlich anspruchsvolle Routen
„Die 15 Kilometer lange Nordroute ist der bequemere Weg. Eine schöne Ergänzung ist die anspruchsvollere zweite Route. Darauf läuft man nicht wie auf einer Waldautobahn“, erläutert Bruder Anno Schütte aus der Abtei Königsmünster den Unterschied der Wege. Der spirituelle Wanderweg nördlich und südlich der Ruhr ist so angelegt, dass Interessierte beide Strecken mit Übernachtung in einem der Klöster verbinden können, um am anderen Tag am Ausgangspunkt wieder anzukommen. Beide Routen lassen sich auch einzeln gehen, die Orte sind über Bus und Bahn gut miteinander verbunden.
„Maria Magdalena Postel war Anfang des 19. Jahrhunderts in der Normandie über 20 Jahre lang mit ihrer jungen Gemeinschaft unterwegs, um eine Bleibe zu finden. Benedikt von Nursia zog sich im Übergang vom fünften auf das sechste Jahrhundert mit einer Gruppe von Einsiedlern in die Berge zurück und lebte drei Jahre lang in einer Höhle. Beide Ordensgemeinschaften engagieren sich heute sehr in der Bildung und Erziehung junger Menschen“, erklärt Schwester Maria Ignatia Langela die Gemeinsamkeiten und Ursprünge beider Klöster. Der spirituelle Wanderweg, der gleichzeitig eine Touristenattraktion darstellt, soll eine perfekte, dem Zeitgeist entsprechende Symbiose zwischen Tourismus und Kloster darstellen.
Offiziell eingeweiht wird der Fußweg am 25. Juni. Beginnend mit einer Messfeier um 9.30 Uhr in der Abtei Königsmünster machen sich die Pilger anschließend gegen 11 Uhr auf den Weg über Föckinghausen nach Bestwig. Gleichzeitig erhalten die Wanderer am Ausgangspunkt ein Heft mit neun spirituellen Impulsen für beide Strecken.
„Die Impulse sollen Anregungen geben, sich mit dem eigenen Lebensweg auseinanderzusetzen. An den entsprechenden Punkten befassen sie sich mit Themen wie Achtsamkeit, Um- oder Aufbruch, Vergänglichkeit, Stille oder der Bewahrung der Schöpfung. Vielleicht denkt ja jemand im Sündenwäldchen so über seine Sünden nach“, so Pater Maurus Runge.
Info: Der Routenverlauf wird in Kürze auch im Internet auf www.Orte-verbinden.de veröffentlicht. Das Begleitheft ist in der Abtei Königsmünster, im Bergkloster Bestwig und in der Touristinformation „Rund um den Hennesee“ zu erhalten.

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Erhoffen sich eine „perfekte Symbiose“ zwischen Tourismus und Kirche: (v.l.) Dr. Ulrich Bock, Leiter Unternehmenskommunikation, Norbert Arens, Leiter der Tourist-Informationen „Rund um den Hennesee“, Pater Maurus Runge und Bruder Anno Schütte aus der Abtei Königsmünster sowie Schwester Laetitia Müller und Schwester Maria Ignatia Langela aus dem Bergkloster Bestwig.
Foto: Claudia Metten