Gedanken

Das Glück der Menschen liegt nicht in Geld und Gut,
sondern es liegt in einem Herzen, das eine wahrhafte Liebe und Zufriedenheit hat.
(Adolph Kolping)
   

Olsberger Ansichten  

   
Brilon. „Der Andrang ist da. Wer außer der Kanzlerin zieht so viele Menschen in den Bann?“, freute sich MdB Prof. Dr. Patrick Sensburg heute Abend über die rund 2.500 Gäste in der Schützenhalle der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in Brilon. Die CDU-Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin stattete der Stadt des Waldes erstmals einen Besuch ab.
Und weckte damit bei vielen Brilonern die Erinnerung an den Auftritt des damaligen Kanzlerkandidaten Franz-Josef Strauß in den 80er Jahren. Dicht gedrängt standen die Zuhörer auch diesmal in der Briloner Schützenhalle, in der der CDU-Stadtverband Brilon und der CDU-Kreisvorstand Hochsauerland die öffentliche Wahlveranstaltung organisiert hatten. Mit gezückten Handys erwarteten die CDUler und ihre Gäste - darunter bemerkenswert viele Jugendliche - den prominenten Gast aus Berlin. Angela Merkel kam an der Seite des NRW-Landesvorsitzenden und Spitzenkandidat der CDU zur NRW-Landestagswahl Armin Laschet, den sie mit ihrer rund einstündigen Stippvisite bei seinem Wahlkampf in der Briloner Schützenhalle unterstützte. Alle Redner – MdL Matthias Kerkhoff, MdB Prof. Dr. Patrick Sensburg, Wolfgang Diekmann (CDU-Stadtverbandsvorsitzender), Landrat Dr. Karl Schneider, MdE Dr. Peter Liese, MdL Klaus Kaiser, Armin Laschet – zeigten sich unisono sehr erfreut, dass die Kanzlerin mit ihrem Besuch ein Signal setzte, dass ihr auch der ländliche Raum am Herzen liege. 
Dass sie sich mit den Traditionen im ländlichen Raum beschäftigt hat, bewies Angela Merkel gleich zum Auftakt ihrer rund halbstündigen Rede, in der sie nicht mit Lob für die gute Stube der Schützen sparte. „Ich habe schon viel gehört von den Sauerländer Schützenfesten. Und so ein wunderbares Gebäude sieht man wahrlich nicht alle Tage“, so die Kanzlerin, die sodann über das Jubiläumsschützenfest, das die Schützenbruderschaft St. Hubertus Brilon an kommenden Wochenende anlässlich ihres 600-jährigen Jubiläums feiert, den Bogen zu ihrer Rede schlug, in der sie unter anderem die Themen Flüchtlingspolitik - verbunden mit dem Dank an die vielen Ehrenamtlichen vor Ort -, Bildungspolitik, Fachkräftemangel, Haushaltspolitik, die Verbesserung der Sicherheit (Aufstockung der Polizei, Anwendung von Steuerfahndung), Entscheidungsfreiheit der Kommunen sowie Verkehrsanbindungen streifte.
 Lacher und Applaus erntete sie für ihren Vergleich: „Die Staus in NRW im Jahr sind so lang wie die Entfernung von der Erde zum Mond.“ Und auch ihre Empfehlung an die Briloner - „Wer zu sehr vom Schützenfest beansprucht ist, der kann ja Briefwahl machen. Dann ist das schon mal im Kasten“ - kam gut bei dem Sauerländer Publikum an. 
Das Thema Windkraft hingegen sparte die Kanzlerin selbst aus. Dass diese Problematik im Sauerland aber ein Dauerbrenner ist, bewiesen der Bundespolitikerin die Demonstranten vor der Schützenhalle. Rund 40 Vertreter des Naturschutzvereins Sundern und Naturschutzvereins Hochsauerland hatten Merkel mit Plakaten empfangen, auf denen sie ihren Unmut gegen Windräder zum Ausdruck brachten. Gehör verschaffte sich auch die Interessengemeinschaft B7n mit ihrer Forderung nach dem zügigen Ausbau der Bundesstraße. Die Kanzlerin nahm sich kurz die Zeit, um die Altenbürener Plakatträger nach ihren Wünschen zu fragen. 
Volksnah gab sie sich auch zum Abschluss ihres Besuchs, als sie sich nach der deutschen Nationalhymne spontan und für die Musiker völlig überraschend auf ein kurzes Hallo in die Reihen des Briloner Blasorchesters setzte, die den Abend musikalisch begleitet hatten. Begleitet hatte die Veranstaltung auch Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, als einer der wenigen Kommunalpolitiker mit anderem Parteibuch unter den Gästen. „Ich freue mich Angela Merkel live zu erleben, weil ich sie als Frau, Politikerin und Kanzlerin sehr schätze“, sagte Bartsch (SPD), der nur als Gast in der Halle war, und nicht als Stadtoberhaupt die Gastgeberrolle einnahm, weil Angela Merkel als CDU-Bundesvorsitzende zu der Wahlkampfveranstaltung der CDU gekommen war und nicht in erster Linie in ihrer Rolle als Kanzlerin, wie Bartsch erklärte. Den Part des Gastgebers hatte der Zweite Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Brilon, Holger Borkamp (CDU), eingenommen, als sich Angela Merkel in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Über eine Erinnerung an die Bundeskanzlerin freut sich auch die Schützenbruderschaft St. Hubertus Brilon, deren Erster Vorsitzender und Major Herbert Jätzel, dem hohen Besuch auch das Buch der Schützen zur Signatur vorlegte. Die Schützen hatten den Besuch der Kanzlerin erst möglich gemacht, weil sie trotz ihres anstehenden Jubiläumsschützenfestes ihre Halle zur Verfügung gestellt hatten, wie Wolfgang Diekmann hervorhob. Insgesamt waren 70 ehrenamtliche Helfer für die Veranstaltung im Einsatz. „Es hat mich besonders gefreut, dass auch Briloner Bürger ihre Hilfe für den Abend angeboten haben.“

Bilder vom Besuch in Brilon finden Sie hier
 
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Angela Merkel begrüßte das Sauerländer Publikum in der Briloner St.-Hubertus-Schützenhalle.
Foto: Jana Sudhoff