Landtagskandidaten debattieren beim IMW-Forum in Meschede

Meschede/Hochsauerland. „Es liegt ein ereignisreiches Wahljahr vor uns“, so der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Meschede Wirtschaft, Meinolf Ewers, am Montagabend in der St. Georgs-Halle, anlässlich des Forums zur bevorstehenden Landtagswahl. Die Kandidaten Dr. Jobst Köhne (FDP), Peter Newiger (SPD) und Matthias Kerkhoff (CDU) nahmen auf dem Sofa Platz und stellten sich den Fragen von Nicola Collas und Patrick Feldmann zu verschiedenen Themen der Rubriken Wirtschaft und Finanzen, Infrastruktur und Digitalisierung und Bildung und Soziales.
Mehr als 150 Zuschauer waren der Einladung der IMW gefolgt und verfolgten interessiert die kontroversen Debatten und den teils offenen Schlagabtausch. Bereits beim Thema Wirtschaft und Finanzen vertraten die Kandidaten, in deren Reihen kurzfristig die Vertreter Oliver Misselke (Grüne) und Sven Salewski (Piraten) ihre Teilnahme abgesagt hatten, klare Standpunkte. „Wir müssen unseren guten Unternehmen Wachstums ermöglichen und den Standort attraktiv machen“, so Matthias Kerkhoff, der große Defizite im Landesentwicklungsplan sieht, der unserer Region überhaupt kein Wachstum mehr erlaube.
Dieser Punkt war auch für Dr. Jobst Köhne von entscheidender Bedeutung, denn auch er ist der Meinung, dass weiterhin Gewerbegebiete ausgewiesen werden müssen. Peter Newiger räumte ein, dass an einigen Stellen in diesem Plan nachgebessert werden müsse. „Es muss zukünftig gelingen, die Planungszeiten für Unternehmen zu verkürzen“, so der Sozialdemokrat. Für Matthias Kerkhoff zeigte sich hier jedoch klar, dass die Zeit reif sei für einen „Kultur- und Mentalitätswechsel in diesem Land“.
Medizinische Versorgung sichern
Im zweiten Themenblock, der sich um Infrastruktur und Digitalisierung drehte, spielte besonders die medizinische Versorgung im ländlichen Raum eine wichtige Rolle. Durch den aktuellen Hintergrund, mit Schließung der Geburtshilfe in Meschede wurde die Diskussion sehr emotional. Hierbei waren sich zunächst alle Kandidaten einig, dass man dauerhaft keine Menschen und Fachkräfte in die Region zurückbekommen werde, wenn die medizinische Versorgung nicht ausreichend gewährleistet sei.
Matthias Kerkhoff plädierte dafür, dass mehr jungen Menschen, der Zugang zu einem Medizinstudium ermöglicht werde und mehr Allgemeinmediziner ausgebildet werden müssen, die sich später im ländlichen Raum niederlassen könnten.
"Katastrophale Kommunikation"
Zur Schließung der Geburtshilfe in Meschede bereitete MdL Matthias Kerkhoff besonders die „katastrophale Kommunikation“ Kopfschmerzen, die sich durch das komplette Kapitel ziehe und kein gutes Licht auf den Träger des Krankenhauses werfe. Auch Dr. Jobst Köhne empfand die Schließung in ihrer Art unglücklich, zeigte aber auf, dass man einen solchen Fall von mehreren Aspekten beleuchten müsse. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht, kann man die Schließung nachvollziehen, wenn ein Krankenhaus nicht kostendeckend arbeiten kann“, stellte Köhne klar und verwies auf Bundesgesetze, die zum Teil die Fallpauschalen regelten und in gewissen Bereichen zu überdenken seien. 
"Glasfaser bis in den letzten Winkel verlegen"
Bei der Digitalisierung waren sich die drei Kandidaten wiederum einig, dass lokale Unternehmen im Bundesvergleich nur dann auf Augenhöhe mitspielen können, wenn sie über schnelles Internet verfügen – der Breitbandausbau müsse schnellstmöglich über die Bühne gehen. „Die einzige Option hierfür ist Glasfaser bis in den letzten Winkel des ländlichen Raumes zu verlegen“, forderte Jobst Köhne, der selbst aus der IT-Branche kommt. 
Beim Thema Bildung stelle besonders der Ausfall von Unterricht ein großes Problem dar. „Hier muss erstmal eine Bestandsaufnahme erfolgen, um analysieren zu können, wie groß dieser Ausfall in Zahlen ist“, so CDU-Politiker Matthias Kerkhoff. Auch die Zahl der Lehrer müsse aufgestockt sowie verwaltungstechnische Assistenten eingesetzt werden, damit die Lehrer die Zeit zum Unterrichten nutzen könnten anstatt für andere Dinge“. FDP-Kandidat Dr. Jobst Köhne kritisierte besonders das Thema Inklusion als „nicht gut gelungen“ und vertrat die Ansicht, dass hier nachgebessert werden müsse. „Ein Systemwechsel mit gleichzeitigem Sparkurs passt nicht zusammen“, stellte Köhne klar.

Landtagw2
Matthias Kerkhoff (CDU, l.), Peter Newiger (SPD, 2.v.r.) und Jobst Köhne (FDP, r.) diskutierten in Meschede. 
Foto: Andre Sonntag
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Sieh, wo ein Licht ist
bist du nicht allein.
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die Einsamkeit.
(Jo M. Wasser)

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