Gedanken

Das Glück der Menschen liegt nicht in Geld und Gut,
sondern es liegt in einem Herzen, das eine wahrhafte Liebe und Zufriedenheit hat.
(Adolph Kolping)
   

Olsberger Ansichten  

   
Wehrstapel. Im Rahmen ihrer Tour durch NRW machte die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft Station in Meschede-Wehrstapel bei der Firma M. Busch. In Begleitung von Staatssekretär und MdB Dirk Wiese sowie anderen regionalen SPD-Amtsträgern informierte sich die 56-Jährige über den Ist-Zustand der Firma, erfragte die Probleme des speziellen Marktes und man erarbeitete durch eine offene Diskussion eine „Todo-Liste“ für die Bereiche, wo die Politik den Unternehmen unterstützend zuarbeiten kann.
Nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Andreas Güll, gab dieser einen groben Überblick über das sich in Familienbesitz befindliche Unternehmen Busch. Schnell kam er dann auf den für die Produktion sehr wichtigen Faktor Energie. Güll sprach den für sein Unternehmen sehr großen Kostenblock der Energiekosten für die Eisenschmelze an und erklärte, dass man nach derzeitigem Stand befürchten müsse, dass diese Kosten erheblich steigen könnten. Hannelore Kraft entgegnete darauf jedoch, dass man es bisher erfolgreich geschafft habe, die Netzentgelte zugunsten der NRW-Betriebe zu beeinflussen.
Andreas Güll hob hervor, dass man seitens der NRW-Landesregierung gerade im Bereich Umwelttechnik sehr aktiv sei. Andreas Güll: „Sie helfen uns, den einen oder anderen Mitstreiter Ihrer Regierung in diesem Bereich etwas auszubremsen. Da möchten wir Sie bitten das auch weiter fortzuführen. Wir sind der älteste Recycling-Betrieb dieser Welt. Und wir würden das auch gerne bleiben. Und das auch in Deutschland. Sonst passiert das woanders.“ Man habe bisher nicht genügend Planungssicherheit. Es sei derzeit nicht zu ersehen, was 2018 und später an Energiekosten und Auflagen käme, aber man vertraue auf die Politik der Landesregierung, denn schließlich habe man gerade erst 40 Millionen Euro in den Standort investiert.
In Folge übernahm dann Werksleiter Andreas Nissen, der die Struktur der Firma Busch etwas detaillierter aufzeichnete. Die Firma Busch ist 1830 als handwerklicher Betrieb von Schmiedemeister M. Busch gegründet worden, 30 Jahre später entstand dann ein neues Hammerwerk und eine Gießerei etwas unterhalb des Ursprungsbetriebs. Seit dieser Zeit hat das Unternehmen einen ständigen Aufbau erfahren, weil durch die familiäre Besitzerstruktur notwendige Investitionen schnellstens beschlossen werden können.
Chancen für ländliche Regionen steigen
Ein weiterer ganz erheblicher Faktor für den Erfolg der Firma bilden auch die derzeit 524 qualifizierten und äußerst flexiblen Mitarbeiter, um den Umsatz von 102,3 Millionen Euro (2016) zu erwirtschaften. Die Produkte der Firma sind Bremsscheiben, Bremstrommeln, Getriebegehäuse, Schwungräder etc. für Nutzfahrzeuge und landwirtschaftliche Großgeräte von namhaftesten Kunden aus aller Welt. Derzeit gibt es nur zwei weitere Anbieter am Markt. Einer aus Deutschland und einer aus Italien.
Mit Sicherheitsweste und Stahlhelm ausgestattet durfte die Ministerpräsidentin anschließend die Gießerei besichtigen. Hannelore Kraft wurden die wichtigsten Maschinen vorgeführt, wobei sie immer wieder den direkten Kontakt zu den Arbeitern suchte. Den Erfolg der Firma Busch könne man schon daran erkennen, „dass ich eben einem Mitarbeiter zu 25 Jahren Betriebszugehörigkeit gratulieren durfte. Das sagt etwas aus“, so die Ministerpräsidentin. Zudem seien klassische Familienunternehmen mit geregelter Nachfolge oftmals erheblich besser aufgestellt und weniger von der Zerschlagung durch die Heuschrecke bedroht.
Generell sehe sie für die ländlichen Regionen auch wieder bessere Chancen. Sie habe im Rahmen ihrer Reisen in viele Firmen Einblick nehmen dürfen und besonders bei den neuen Startups festgestellt, „dass es nicht mehr zwingend sei, an einem festen Ort arbeiten zu müssen“. So habe sie in einigen Firmen per Videokonferenz zugeschaltetete Mitarbeiter aus Hawai, China oder sonst wo erleben dürfen. „Warum sollen diese Mitarbeiter demnächst nicht aus dem Sauerland zugeschaltet werden?“ Bedingung dafür sei die Infrastruktur, und da vor allem das schnelle Internet.
 
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Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigte sich bei ihrer Werksbesichtigung der Firma M. Busch tatkräftig.
Foto: Reinhard Hammeke