Dem Ärztemangel gegensteuern: „Verein zur Förderung der ärztlichen Berufsausübung“ gründet sich

Die Zusammenarbeit aller Akteure für die Zukunft der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung im Hochsauerlandkreis und der ländlichen Region nimmt Formen an. Mit der Gründung des „Vereins zur Förderung der ärztlichen Berufsausübung“ am Mittwoch, 28. Oktober, im Kreishaus Arnsberg beginnt die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele.


Hauptziel ist, den Ärztemangel in der Region zu beheben und sie attraktiv für den ärztlichen Nachwuchs zu machen. Die flächendeckende ortsnahe medizinische Versorgung im Hochsauerlandkreis und in Südwestfalen muss erhalten bleiben. Es ist deshalb geplant, einen Weiterbildungsverbund aufzubauen, der junge Ärzte in der Region halten soll und der als echtes Markenzeichen für eine qualifizierte Weiterbildung in Konkurrenz zu anderen Regionen in der Bundesrepublik tritt. Der Arbeitsmarkt für Ärzte ist ein bundesweiter Markt, der bisher von den Ballungszentren dominiert wird. Das Herzstück des neuen regionalen Weiterbildungsverbundes wird die Kooperation von Krankenhausärzten und niedergelassenen Vertragsärzten, die zur Weiterbildung ermächtigt sind, sein. Umrahmt werden die Aktivitäten des Vereins durch flankierende Maßnahmen mit familiengerechten Angeboten an junge Ärztinnen und Ärzte, die von Hilfen zur Kinderbetreuung über Stipendien bis zur Bauplatzbeschaffung reichen. Strikt abgrenzen wird sich der Verein von der allgemeinen Gesundheitspolitik. „In diese Diskussionen werden wir uns nicht einmischen und auch nicht berufspolitisch engagieren“, waren sich alle Teilnehmer der Gründungsversammlung einig.

Initiatoren des neuen Vereins sind die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit ihren Bezirksstellen in Arnsberg, der Zweckverband der Krankenhäuser Südwestfalen e.V., die Arbeitsgemeinschaft der Krankenhäuser im Hochsauerlandkreis sowie der Hochsauerlandkreis und niedergelassene Ärzte. Nach der Gründungsversammlung und der Unterzeichnung der Vereinssatzung wählte die Mitgliederversammlung den Vorstand. Vorsitzender für die nächsten fünf Jahre ist Dr. Christoph Bauer, niedergelassener Arzt in Arnsberg. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Dr. Detlef Drüppel, Chefarzt im St.-Walburga-Krankenhaus in Meschede, gewählt. Die Geschäfte werden von Schatzmeister Volker Koch, Direktor des Karolinen-Hospitals Hüsten in Arnsberg, geführt. Als Beisitzer fungieren Dr. Peter Kleeschulte, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, und Werner Ernst, Geschäftsführer des Fachkrankenhauses in Schmallenberg-Grafschaft.

Landrat Dr. Karl Schneider hatte die Gründungsversammlung eröffnet und dabei die Bedeutung des Themas heraus gestellt: „Für den Hochsauerlandkreis ist die Zukunft der ambulanten und stationären Versorgung eine strategische Frage bei der Kreisentwicklung. Wir sprechen hier von einem enorm wichtigen Standortfaktor für unsere Region.“ Die Probleme in der ländlichen Umgebung machten Dr. Hans-Heiner Decker (KVWL, Leiter Bezirksstelle Arnsberg) und Dr. Peter Kleeschulte deutlich. So sind 45 Prozent der Hausärzte im Kreisgebiet derzeit älter als 55 Jahre und nur acht Prozent zwischen 35 und 40 Jahre alt. Es droht in den nächsten fünf bis zehn Jahren damit ein Hausärztemangel. Im Krankenhausbereich gibt es ähnliche Entwicklungen beim ärztlichen Nachwuchs. Deshalb zog die Mitgliederversammlung ein eindeutiges Fazit: Es zeigt sich, dass Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte ganz eng zusammen arbeiten müssen. Denn die jungen Assistenzärzte von heute sind die Haus- und Fachärzte von morgen.


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