Höhlenführer legen riesigen Stalaktik in der Veleda-Höhle frei

artikelbild regionalesVelmede. Bedingt durch die Corona-Pandemie können in diesem Jahr keine öffentlichen Führungen in der Veleda-Höhle in Velmede stattfinden. Die Höhlenführer der Veleda-Höhle weisen darauf hin, dass die Hygiene- und Abstandsvorschriften nicht erfüllt werden können. Besucher, die sich telefonisch erkundigen, werden auf das nächste Jahr vertröstet.
Die Corona bedingte Zwangspause wurde aber sinnvoll genutzt und die Höhle konnte eingehend unter „die Lupe“ genommen werden. So wurden beispielsweise 110 Jahre nach den archäologischen Grabungen durch den Berliner Geologen Dr. Emil Carthaus die exakten Fundplätze der 1910 durchgeführten Erforschungen in der Höhle wiederentdeckt. Verschollen geglaubte Grabungsberichte machten dieses möglich. 
Einige Höhlenführer haben in dieser Zeit im nicht öffentlichen Teil der Höhle in rund 50 Meter Tiefe einen großen Stalaktiten freigelegt. Dieser war 1953 von Gemeindearbeitern nahezu vollständig verschüttet worden, als sie einen Stollen gebaut hatten in der Hoffnung, das Wasser eines Teiches für die Versorgung der Velmeder Dorfbevölkerung zu nutzen. Daraus wurde leider nichts. 
In alten Beschreibungen und auf Fotos wurde dieser Stalaktik „Brausekessel“ genannt. Die Kalksteinsäule ist 3,35 Meter hoch und schwebt über einem Sinterbecken. Vor Ort bot sich allerdings ein trauriger Anblick. Nur ein kleiner Teil schaute aus dem angeschütteten Geröll heraus. Das trieb einige Höhlenführer an, dieses zeitintensive Projekt in Angriff zu nehmen und den Stalaktiten vom Abraum des Stollens zu befreien. Bis heute wurden bereits mehr als 2000 Eimer voller Steine über Leitern nach oben getragen. Dabei wird sehr behutsam vorgegangen und es wird auch nur der dokumentierte Zustand vor 1953 wieder hergestellt. Der eigentliche Höhlenboden ist tabu und wird dabei nicht angegraben. Das bleibt ausschließlich den Archäologen vorbehalten. Die kegelförmige Säule kann mittlerweile von einer Seite wieder bewundert werden und nun wird klar, warum dieser Stalaktit wegen seiner Form auch Braukessel genannt wird. An einer Seitenwand wurden Schriftzüge von Höhlenbesuchern aus längst vergangenen Tagen freigelegt. 
Die mit Datum versehenen Namen sind bis zu 170 Jahre alt. Sie weisen darauf hin, dass es zu allen Zeiten reizvoll war, tief in die Veleda-Höhle herabzusteigen.

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Der riesige Stalaktik schaute seit 1953 nur noch 50 Zentimeter aus dem angeschütteten Geröll heraus. Heute kann er von einer Seite wieder bewundert werden. Das darunterliegende Sinterbecken wird in den nächsten Wochen freigeleg..

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