Bauen mit Holz zu Stärke Südwestfalens entwickeln

artikelbild regionalesDrolshagen/Südwestfalen. "Bauen mit Holz" soll ein stärkeres Gewicht in Südwestfalen bekommen. Die Region könne hier modellhaft vorangehen, stellten Akteurinnen und Akteure aus Südwestfalen bei einem Workshop der Südwestfalen Agentur und der EnergieAgentur.NRW in Drolshagen-Hützemert heraus. Bei dem erneuten Treffen im Rahmen der REGIONALE 2025 ging es um das Bündeln von Kompetenzen und Vernetzungen mit dem Land NRW.
Der Charme der Freudenberger Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern hat die Jahrhunderte überdauert und gilt auch heute noch als gelungenes Beispiel für Baukultur. In der REGIONALE 2025 überlegen verschiedenste Akteure nun, das Thema "Bauen mit Holz" nachhaltig in Südwestfalen zu verankern. "Wir sind eine der waldreichsten Regionen Deutschlands und haben die Kompetenzen in der Be- und Verarbeitung von Holz. Wenn wir den Werkstoff verstärkt einsetzen - auch in Kombination mit anderen - bekommen wir nicht nur mehr Gestaltqualität, sondern auch Alleinstellungsmerkmale, die beispielsweise dem Tourismus in der Region helfen und auch einen Beitrag zu regionaler Identität", sagte Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur bei dem Workshop. Südwestfalen könne so auch einen wichtigen Beitrag leisten für die landesweite Initiative "proHolz NRW". 
Anknüpfen will die Region bei den Kompetenzen starker Partner. Die Holz- und Forstwirtschaft Südwestfalens bildet die komplette Wertschöpfungskette ab: vom Baum im Wald bis hin zum fertigen Möbelstück. Die Gebäudetechnik Südwestfalens ist europaweit spitze und könnte den smarten Aspekt für modernes Wohnen einbringen und mit der Charta zur Sauerland Baukultur gibt es bereits einen konkreten Ansatz für ein interdisziplinäres Akteursnetzwerk mit einem gemeinsamen Verständnis von Baukultur und prägenden Materialen der Region. "In dem Thema gibt es viele Beteiligte. Zimmerer, Touristiker, Schreiner, Bauplaner, Architekten, die Kommunen und Bürgerinnen und Bürger. Wir wollen das Thema ganzheitlich denken, weil es sich nur dann nachhaltig verstetigen kann", erläuterte Cynthia Krell, Projektmanagerin bei der Südwestfalen Agentur in der REGIONALE 2025 für den Bereich Echte WERT-Schätze in Südwestfalen. 
Die Stadt Arnsberg engagiert sich seit längerem in dem Thema "Baukultur", wie Stadtplaner Klaus Fröhlich ausführte. Arnsberg hat eine umfassende Bau- und Gestaltungsberatung für Bauvorhaben installiert, einen Beirat für Stadtgestaltung, eine eigene Baukultur-App und mit www.baukultur-arnsberg.de eine Webseite, die über gelungene Baukultur und gute Beispiele informiert - darunter auch "Bauen mit Holz" als ein Kernaspekt. 
"Wald ist mehr als nur Erholungsraum"
Josef Kröger vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen ermutigte die Region, sich das Thema "Bauen mit Holz" zu eigen zu machen. Kröger verwies auf die aktuellen Klimabeschlüsse der Bundesregierung. Durch diese würden Bauten mit Holz günstiger. Denn Holz speichert CO2 und ist somit emissionsärmer als andere Werkstoffe. Der Wald sei so viel mehr als nur Erholungsraum, sagte Kröger. "Wir kriegen aber nur dann mehr Holzbau, wenn wir Investoren und kommunale Entscheidungsträger davon überzeugen." Das modellhafte Vorgehen Südwestfalens könnte die landesweite Initiative "proHolz NRW" unterstützen. Ziel der Initiative des Landes NRW ist es, die verschiedenen Facetten der Holzbranche den Bürgerinnen und Bürgern näherzubringen. Über das weitere Vorgehen stimmen sich Umweltministerium und die Region Südwestfalen in den kommenden Wochen ab.
Vier Bausteine werden zudem mit weiteren PartnerInnen wie Handwerkern, Kommunen und Brandschutzbeauftragten diskutiert und anschließend weiter ausgearbeitet, um Impulse für Projektideen zu "Bauen mit Holz" in der REGIONALE 2025 zu forcieren. "Das ist ein offener Prozess, die vier Bausteine unser gemeinsamer Aufschlag", sagte Hubertus Winterberg nach dem Workshop. "Wir haben 'Baukultur und Architektur' als einen Block für Südwestfalen identifiziert, wir brauchen Modellorte, um das Thema greifbar zu machen, wollen neue Wertschöpfungsketten über Kooperationen und Innovationen und wir benötigen eine Art Transferwerkstatt, um das gegenseitige und gemeinsame Lernen zu etablieren." Im Frühjahr 2020 ist ein weiteres Treffen geplant.

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Verschiedenste Akteurinnen und Akteure aus Südwestfalen trafen sich in Drolshagen-Hützemert, um das Thema "Bauen mit Holz" in Südwestfalen voranzutreiben.
Foto: Stephan Müller/Südwestfalen Agentur

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