Winterberger Bahnhof ist "Bürgerbahnhof des Jahres 2018"

artikelbild regionalesWinterberg. Winterberg hat den Bahnhof des Jahres 2018! Nach ausgedehnten Testreisen durch ganz Deutschland hat die Jury in diesem Jahr zwei „Bürgerbahnhöfe“ ausgezeichnet, die ihre Qualität einem besonderen Engagement vor Ort verdanken: Der Bahnhof Eppstein im Taunus und der Bahnhof Winterberg im Hochsauerland gewinnen den Titel „Bahnhof des Jahres 2018“.
Zum 15. Mal in Folge ehrt die Allianz pro Schiene damit die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands. Der Bahnhofsneubau in Winterberg überzeugte die Jury mit der „Identifikationsqualität, die futuristisch, glasklar und farbenfroh dennoch den Bezug zur Region herstellt“.
Eigentlich hatte die „Bahnhof des Jahres“-Jury solide Funktionalität erwartet, als sie in Winterberg aus dem Zug stieg. Doch die Bahnhofstester fanden viel mehr als das: Der Bahnhofsneubau am Stadtrand von Winterberg habe das Zeug, ein äußerst lebendiger Bürgerbahnhof zu werden. Einer, der nicht nur Touristen beeindruckt, sondern der Stadt gleich eine neue Mitte beschert. Auch im nordrheinwestfälischen Winterberg stieß die Jury also auf einen Bahnhof des Jahres, den der Bürgermeister vorangetrieben hat. 
Futuristisch, glasklar und farbenfroh
Das sagt die Jury: „Es gibt eine Form der Moderne, die mit Vorliebe Gebäude hervorbringt, die überall stehen könnten. Solch einen 08/15-Neubau hat die Stadt Winterberg mit Bedacht verworfen. Der neue Bahnhof des altbekannten Skiortes Winterberg ist futuristisch, glasklar und farbenfroh, doch der Bezug zur Stadt ist schon in der Form des Gebäudes hergestellt: Die abstrahierte Skisprungschanze auf dem Dach gibt dem Bahnhof einen ganz besonderen Pfiff. Ein solches Portal ist trotz strenger Gestaltung reichhaltig genug, um Bürgern und Touristen eine echte Identifikationsqualität zu bieten. Dabei ist die Stadt nicht beim Formwillen stehen geblieben: 'Bürgerbahnhof' steht in Winterberg nicht nur drauf, sondern ist auch drin. Der Fahrkartenschalter in dieser hellen, aus Holz und Glas geschmackvoll gestalteten Halle, ist zugleich erste Anlaufstelle für das städtische Bürgeramt: Nicht nur Tickets, sondern auch Personalausweise und Geburtsurkunden sind hier zu haben. Das Personal war für die inkognito reisende Jury jederzeit ansprechbar und kompetent zur Stelle, so dass nicht der Hauch einer Ahnung aufkam, hier sei vielleicht ein 'Behördenbahnhof' entstanden."
"Besser geht's nicht"
Auch Details in dieser Wartehalle seien bemerkenswert liebevoll gestaltet: Weil der Bahnsteig leicht gebogen und von der Halle aus nicht einsehbar ist, warnt ein Schild die Fahrgäste davor, die Zeit zu vergessen und den schon eingefahrenen Zug zu verpassen. Die Bauherren waren sich also bewusst, dass der Wartebereich über eine hohe Aufenthaltsqualität verfügt. Ein zweiter Nebeneingang in den Bahnhof dürfte Touristen eher verborgen bleiben: Hier hat die Stadt zusätzlichen Platz für ihren Bürgerservice geschaffen: Die Volkshochschule des Hochsauerlandkreises, das Jugend- und das Gesundheitsamt sind hier untergekommen. Die Stirnseite des Bahnhofs besetzt ein italienisches Restaurant.
Wanderer und Radfahrer finden einen Schließfachanlage für überschüssiges Gepäck, Aufladestationen für ihre E-Bikes und einen integrierten Bahn-Bussteig, der dem Experten verrät, dass hier die Stadt bei der Planung kräftig mitgemischt und hervorragend mit der Deutschen Bahn zusammengearbeitet hat. Diesen Eindruck bestätigt die sorgfältige Ausschilderung der Bahnhofsumgebung in die Stadt und ins Bergland. Und dass der Bahnhof eigentlich mit einer misslichen Randlage zu kämpfen hat? Sogar dieses Hemmnis könnte der Neubau heilen: Die Stadt plant mit dem Bahnhof Winterberg einen Lückenschluss und zahlreiche Braukräne beweisen, dass auf ehemaligen Brachflächen zwischen Stadt und Bahnhof gerade ein neues Stadtzentrum mit Wohnungen, Gewerbe und Geschäften wächst. 
"Bürgerbahnhof ist auch drin"
„Bürgerbahnhof steht in Winterberg nicht nur vorne drauf, sondern Bürgerbahnhof ist auch drin. Der Fahrkartenschalter in dieser hellen, aus Holz und Glas geschmackvoll gestalteten Halle, ist zugleich erste Anlaufstelle für das städtische Bürgeramt mitsamt der Volkshochschule“, schwärmte die Jury. Kein Wunder, dass um einen solchen Bau herum ein neues Stadtviertel entstehe. „So wächst der Bahnhof aus seiner Randlage in die Stadt hinein. Besser geht es nicht.“
Die Jury des renommierten Wettbewerbs besteht aus Vertretern des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem ACE Auto Club Europa, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Allianz pro Schiene. Um touristische Qualitäten der Bahnhöfe zu bewerten, reisen außerdem Verkehrsexperten des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) und der Kooperation „Fahrtziel Natur“ mit.
Bei der Feierstunde am Freitag in Berlin erhielten Ralf Fielenbach (Deutsche Bahn, Winterberg) und Hartmut Schwarz (Deutsche Bahn, Eppstein) für ihr Engagement bei Um- und Neubau der beiden Bahnhöfe eine Urkunde. Auch die Bürgermeister der beiden Städte, Werner Eickler (Winterberg) und Alexander Simon (Eppstein) wurden von der Jury geehrt.

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Keiner aus dem Fertigbaukasten: der Bürgerbahnhof Winterberg

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