Freie Sicht auf den Wasserfall für Einheimische und Gäste geplant

artikelbild regionalesBestwig. „Ein irgendwie magischer Ort“, heißt es in einer der zahlreichen Google-Rezensionen, „einer meiner Lieblingsplätze“ oder auch „weckt Abenteuerlust“: Gemeint ist die „Plästerlegge“, der Wasserfall unweit des gleichnamigen Ortsteils der Gemeinde Bestwig. Und auch Norbert Arens, Geschäftsführer der Touristischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) „Rund um den Hennesee“, weiß um die Anziehungskraft des höchstgelegenen natürlichen Wasserfalls in NRW. Das Problem: Wenn alles grünt und blüht, ist von dem touristischen Kleinod nicht mehr viel zu sehen.
Denn mehrere Bäume im Bereich der Plästerlegge sind in den vergangenen Jahren so gewachsen, dass sie mit Astwerk und Laub den Blick vom benachbarten Wanderweg auf den eigentlichen Wasserfall versperren. „Er ist nicht mehr wahrzunehmen“, so Norbert Arens in der jüngsten Sitzung des gemeinsamen Tourismusausschusses für die Gemeinde Bestwig und die Stadt Meschede. Gleichzeitig regte er gegenüber den Ausschussmitgliedern an, den Wasserfall wieder stärker erlebbar zu machen.Denn nach wie vor sei die „Plästerlegge“ bei den Besuchern der Region und auch bei den Einheimischen beliebt: „Der Wasserfall ist etwas Besonderes.“ Teilweise würden Touristen auch lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, um das fast verwunschen wirkende Fleckchen Erde in den Höhen des Sauerlandes zu besuchen. Vorfreude weiche angesichts des aktuellen Zustands dann aber oftmals der Enttäuschung: Immer wieder erreichen das Team der TAG anrufe, in denen sich Besucher des Wasserfalls beklagen, dass nichts zu sehen ist. Teilweise werde sogar der Zaun überklettert, um eine bessere Sicht zu bekommen – dies aber sei nicht nur verboten, sondern eine überaus gefährliche Angelegenheit: „Der Bereich ist steil und durch die Nässe sehr rutschig – es besteht eine sehr hohe Verletzungsgefahr.“Drei Bäume versperren die SichtDas Problem: Die drei Bäume, die die Sicht versperren, können nicht einfach gefällt werden. Das Grundstück, auf dem sich der Wasserfall befindet, ist in privatem Besitz – und außerdem ein Naturschutzgebiet. Norbert Arens: „Deshalb dürfen an dieser Stelle aufgrund der gesetzlichen Regelungen auch keine Bäume entfernt werden.“ Dennoch bestehe Handlungsbedarf, wenn man Besucher der „Plästerlegge“ nicht weiter verärgern wolle: „Wir müssen es entweder richtig machen – oder wir müssen es zumachen.“Die Idee: Eine Aussichtsplattform, die über den Bach unterhalb des Wasserfalls errichtet wird, könnte die direkte Sicht auf die „Plästerlegge“ wieder möglich machen. Derzeit werde geprüft, ob ein solches Vorhaben als Projekt der LEADER-Region „4 mitten im Sauerland“ umsetzbar sei. Vorteil: In diesem Fall könnten 65 Prozent der geschätzten Gesamtkosten von rund 70.000 Euro aus EU-Fördermitteln finanziert werden. Bürgermeister Ralf Péus schlägt den Mitgliedern des Bestwiger Gemeinderates in seinem aktuellen Haushaltsentwurf zudem vor, den verbleibenden Eigenanteil in den Haushalt für das Jahr 2018 einzustellen.Sollte das Projekt verwirklicht werden können, sei es auch nötig, die Parkfläche im Bereich des Ortes Wasserfall sowie den Wanderweg wieder „in Schuss“ zu bringen, so Norbert Arens. Er sei überzeugt, dass es sich lohne, den Wasserfall wieder „ins rechte Licht zu rücken“: „Es ist nach wie vor ein tolles Ziel mit großer Strahlkraft für Bestwig und die Region rund um den Hennesee – und das Interesse ist definitiv da.“

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Ein fast verwunschen wirkendes Fleckchen: Aber, wenn alles grünt und blüht, ist von der „Plästerlegge“ nicht mehr viel zu sehen.

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