Olsberger Ansichten  

   
Buech1„Bücher“ trägt sie im Namen, aber die Stadtbücherei bietet mehr als bedrucktes Papier. Damit diese Institution in Olsberg auch in der Zukunft attraktiv für ihre Kunden bleibt, hat Büchereileiterin Petra Böhler-Winterberg eine Bibliotheksstrategie erarbeitet. Im Ausschuss Bildung, Sport, Freizeit stellte sie das Konzept vor.
Nicht nur Nutzerzahlen oder Bestandsgröße hat sie untersucht, sondern zum Beispiel auch Bevölkerungsentwicklung, Kultur- und Freizeitangebote unter die Lupe genommen. „So rasant, wie sich unsere Gesellschaft verändert, so rasant ändern sich auch die Anforderungen an das, was Bibliothek ist und sein sollte“, erklärt Petra Böhler-Winterberg.
Viele Herausforderungen hat die Stadtbücherei auf ihrem Weg in die Zukunft schon gemeistert. Kooperation mit Kindergärten und Grundschulen, Workshops für Vorlesepaten sind nur einige Beispiele. Sie ist ein Ort der Begegnung für Bürger und Gäste. Ein kleines Lesecafé lädt zum Verweilen ein. Kostenloses W-LAN, PC-Arbeitsplätze bieten den Besuchern eine gute technische Infrastruktur.
Knapp 15.000 Bücher, Zeitschriften, DVDs, Hörbücher- Musik-CDs und Spiele stehen an 27 Wochenöffnungsstunden auf 324 Quadratmetern Fläche zum Stöbern bereit. Die gleiche Menge an Medien kann zusätzlich unter www.onleihe24.de digital ausgeliehen werden.
Die Bücherei versteht sich als Dienstleister mit Kundennähe. Das Büchereiteam beantwortet Auskunftsfragen aller Art und bietet – wenn möglich – technischen Support bei Problemen mit der Nutzung der digitalen Angebote.
Petra Böhler-Winterberg betont noch einen weiteren Aspekt: „Die Stadtbücherei ist wichtiger weicher Standort für die Kommune, ist elementarer Bestandteil einer attraktiven Infrastruktur und macht Olsberg auch für junge Menschen und Familien zu einer noch lebenswerteren Stadt.“ Dafür sei es notwendig, die Bibliothek fit für die Zukunft zu machen. Bilde man zum Beispiel im Sachbuchbereich Bestandsschwerpunkte, die den Informations- und Leseinteressen der Kunden angepasst würden, steigere dies die Attraktivität des Bestandes insgesamt.
Neues Raumkonzept erwünscht
Auffällig ist aber laut Petra Böhler-Winterberg, dass immer mehr Menschen in die Bücherei kommen, um an den Kunden-PCs oder an eigenen Geräten zu arbeiten, im Internet zu surfen, vor Ort Gesellschaftsspiele zu spielen oder zu lesen: „Die Bücherei wandelt sich von einer Ausleihstätte zu einem Aufenthaltsort.“ Daher sei es notwendig, ein neues Raumkonzept zu erarbeiten, neue Sitzgelegenheiten anzuschaffen. Potenzial, um die Attraktivität zu steigern, sieht die Büchereileiterin auch beim Thema Veranstaltungen – etwa Lesungen für Erwachsene. Sie erläutert: „Von Strickkreisen oder Spielabenden über Konstruktionswettbewerbe mit Legosteinen zum Reparaturcafé hin zu Robotic-Kursen. Vieles ist denkbar.“
Die Bücherei soll künftig „Treffpunkt sein für Familien mit Kindern, aber auch für Jugendliche und Senioren“: „Ein Mehrgenerationenhaus, in dem Jung auf Alt trifft und beide Gruppen mit- oder voneinander lernen“, betont Petra Böhler-Winterberg. Ihr Fazit: „Mit umfangreichen Service- und Veranstaltungsangeboten, einem neuen Raumkonzept und durch neue und bequeme Möbel steigert die Bücherei die Aufenthaltsqualität, wird zum Treffpunkt für Einheimische und Gäste, Jung und Alt – und zu einem Pfund, mit dem die Stadt wuchern kann.“
Der Ausschuss Bildung, Sport, Freizeit hat dem Rat der Stadt Olsberg mit Blick auf das Strategiepapier empfohlen, den Etat der Stadtbücherei für den Erwerb von Medien von derzeit 12.000 auf künftig 15.000 Euro jährlich zu erhöhen, um die Aktualität des Bestandes dauerhaft zu gewährleisten. Zudem empfahl er, einen jährlichen Etat von 2.000 Euro für Veranstaltungsarbeit einzurichten. Die Leiterin der Stadtbücherei wird beauftragt, weitere Planungen und Kostenkalkulationen für ein neues Raumkonzept inklusive Möbel und technischer Ausstattung zu erarbeiten.

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Büchereileiterin Petra Böhler-Winterberg hat eine Bibliotheksstrategie erarbeitet.

   
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