Olsberger Ansichten  

   
warenkorbolsberg1Ruhig und gelassen schreiten sie an der Schlange entlang. „Immer mit der Ruhe. Keine Hektik.“ – „Wenn Sie sich nicht vertragen, kriegt keiner was.“ Sie lassen mit ihren klaren Ansagen keinen Zweifel daran, dass die Regeln eingehalten werden. Und zugleich gibt es hier und da ein Schulterklopfen, einen saloppen Spruch, ein Lächeln oder ein kurzes Gespräch.
Mit ihrer robusten, aber herzlichen Art sind die beiden Sauerländer perfekt für ihren „Job“ als Fels in der Brandung vor dem Olsberger Pfarrheim, da sind sich die Ehrenamtlichen des Olsberger Warenkorbes einig.
Seit Januar 2016 sind Wolfgang Peters und Gerhard Porada das „erste Gesicht des Olsberger Warenkorbes“: Sie sind die Ersten, die die Kunden am Kellereingang des Olsberger Pfarrheims antreffen. Während einer draußen steht und die Ausweise kontrolliert, passt der andere auf, dass nicht mehr als drei Leute am Verkaufstisch und nur einer an der Kasse stehen. Gewissenhaft achten die beiden „Lotsen“ darauf, dass vor dem Eingang alles flüssig läuft.
Wie an einem Flughafen werden die Kunden des Warenkorbes mithilfe eines Personenleitsystems in Gruppen aufgegliedert. Die Idee, drei rot-weiße Ketten aufzuhängen, die die Ströme in den Verkaufsraum leiten, kam von Wolfgang Peters und Gerhard Porada. Das Rollsystem funktioniert nach einem Zeitfenster, das die Ehrenamtlichen ausgeklügelt haben, um Struktur und Ruhe ins Chaos zu bekommen.
Dass die Kunden wegen der großen Nachfrage nur in einem 14-täglichen Rhythmus in den Warenkorb kommen, ist schon länger Usus. Seit Januar 2016 werden die Kunden aber zudem in einem 30-Minuten-Rhythmus bedient. Die jeweilige Mittwochsausgabe ist in drei Gruppen unterteilt, die jeweils ein Zeitfenster von 30 Minuten haben. „Jeder bekommt einen Zeitplan. Die Leute wissen ganz genau, wann sie kommen können“, berichtet Annemarie Lein, eine der verantwortlichen Ehrenamtlichen, „Es gibt dadurch wieder mehr Platz.“
Seitdem die Ehrenamtlichen die Organisation der Warenausgabe umstrukturiert haben, sind die Abläufe ruhiger geworden – für Kunden wie für Ehrenamtliche hat sich die Situation entspannt.
Zusätzlich ist seit Sommer die Nachfrage zurückgegangen. „Das ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass aktuell weniger Flüchtlinge in Olsberg wohnen“, sagt Uli Schilling, Caritas Koordinator. 180 Ausweise kann der Warenkorb Olsberg ausgeben, 110 der Ausweise sind derzeit belegt. „Der Warenkorb war durch die Flüchtlingssituation sehr stark in Anspruch genommen von Menschen mit Migrationshintergrund. Aber aufgrund der neuen politischen Situation kann sich der Warenkorb wieder mehr öffnen und weitere Personenkreise ansprechen“, betont Schilling.
Wer Anspruch hat (Alleinerziehende, Harz-IV-Empfänger, Menschen mit Grundsicherung) und das Angebot des Warenkorbes nutzen möchte, der kann sich mittwochs zur Öffnungszeit des Warenkorbes zwischen 10.30 und 12 Uhr im Keller des Olsberger Pfarrheims melden und einen Ausweis beantragen. Die Ehrenamtlichen stehen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.
Informationsflyer gibt es auch im Sozialamt.
Freuen würden sich die Ehrenamtlichen des Warenkorbes darüber hinaus auch, wenn sie wieder gespendete Fahrräder entgegen nehmen könnten. Fahrradspenden können direkt beim Warenkorb abgegeben werden.

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Waltraud Kaiser und Wolfgang Peters orientieren sich an den Listen – strukturiert in drei Gruppen à 30 Minuten –, wer mittwochs im Warenkorb drankommt.
Foto: Jana Sudhoff
   
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