Gedanken

Was man im Großen nicht kann,
soll man im Kleinen nicht unversucht lassen.
(Adolph Kolping)
   

Olsberger Ansichten  

   
Gesundman1Olsberg/Brilon. Die beiden Kneipp-Heilbäder Brilon und Olsberg möchten ihr Profil in puncto „Gesundheitsprävention“ weiter schärfen. „Dass beide Städte die Gesundheitsorte schlechthin in NRW sind, das wäre meine Zukunftsvision in zehn Jahren“, wünscht sich Elisabeth Nieder.
Die Olsberger Geschäftsführerin der Tourismus Brilon Olsberg GmbH stellte am Mittwoch zusammen mit ihrem Amtskollegen Rüdiger Strenger aus Brilon den neuen Gesundheitsmanager der beiden Städte, André Hübner, vor. Er soll helfen, diese Vision zu verwirklichen. Der gebürtige Lippstädter hat zum 1. März seine Arbeit für die beiden Standorte Brilon und Olsberg aufgenommen, die im Rahmen des Förderprojektes „Erlebnis.NRW –Tourismuswirtschaft fördern“ für drei Jahre grünes Licht für diese Stelle bekommen haben. Finanziert wird diese zu 80 Prozent aus Fördermitteln (199.000 Euro), den Eigenanteil von 50.000 Euro trägt die Tourismus Brilon Olsberg GmbH.
André Hübner, der einen Bachelor in Sportwissenschaften und einen Master in Gesundheitswissenschaften hat, bringt durch seine bisherige berufliche Laufbahn sowohl Erfahrungen aus der Wirtschaft als auch aus der Sozialwissenschaft mit. Unter rund 20 Bewerbern überzeugte er seine neuen Arbeitgeber.
„Mein erstes Ziel ist es die Netzwerkarbeit auszuweiten“, so Hübner, der zunächst einmal das Angebotsspektrum in den beiden Kommunen analysiert. „Viele Ansatzpunkte und Potential sind schon da“, lobt der Gesundheitsmanager. Überproportional hoch im NRW-Vergleich sei in Olsberg und Brilon die Zahl der Sozialversicherten im Gesundheits- und sozialen Sektor, wie Nieder betonte. 21 Prozent sind es in Brilon, 37 Prozent in Olsberg (im NRW-Durchschnitt pendeln die Werte zwischen 15 und 17 Prozent). Als Anschub, damit die örtlichen Leistungsträger noch effektiver arbeiten können, wurde die Stelle des Gesundheitsmanagers geschaffen. Hübner soll die Betriebe zusammenbringen und koordinieren, damit neue Produkte und Angebote entwickelt werden – zugeschnitten auf die Region.
Work-Life-Balance immer wichtiger
„Vorstellen könnte ich mir beispielsweise Reisen zur Entschleunigung“, so Hübner. Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement nimmt einen Part ein – zum einen für die Firmen vor Ort. Zum anderen sollen die Konzepte „als Blaupause für auswärtige Firmen“ dienen, ergänzte Rüdiger Strenger. Für junge Arbeitnehmer sei heutzutage nicht allein der Verdienst ausschlaggebend, auch die Work-Life-Balance nehme einen immer größeren Stellenwert ein, erklärte Nieder. „Ich bin gespannt, was aus der Runde der Leistungsträger alles kommt“, so Nieder, die sich viele Synergien von dem Ausbau der Gesundheitsprävention in Brilon und Olsberg verspricht.
Nicht nur die Gäste profitieren von den neuen Produkten. „Auch die gesundheitliche Versorgung der Bürger wird verbessert. Wenn größere Mengen an Menschen das Angebot nutzen, können wir die eigene Versorgung gestärkt bekommen“, unterstrich Nieder. Rüdiger Strenger verspricht sich zudem einen Werbeeffekt, um Fachkräfte zu locken, „wenn die Region als Gesundheitsstandort bekannt ist“. Der Sektor Gesundheit gelte derzeit als Wachstumsmarkt. Könne man davon einen Teil abgreifen, komme dies vor allem der heimischen Wirtschaft zugute, unterstrichen Nieder und Strenger den Stellenwert des Projektes als gesamt-wirtschaftliches Thema.
 
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Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Netzwerkarbeit in Olsberg und Brilon für die Gesundheitsprävention auszubauen (von links): Gesundheitsmanager André Hübner (Mitte), Rüdiger Strenger und Elisabeth Nieder (die beiden Geschäftsführer der Tourismus Brilon Olsberg GmbH).
Foto: Jana Sudhoff
 
   
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