Olsberger Ansichten  

   
Bredelar. Vom demographischen Wandel ist auch das Sauerland stark betroffen. Immer mehr junge Menschen zieht es in die Städte. Sie sind oft der Meinung, dass die ländliche Region ihnen nichts bieten kann. Unter dem Motto: „Macht das Sauerland zu EUREM Land!“, bindet Leader, das Förderprogramm der Europäischen Union zur Förderung der ländlichen Entwicklung, auch die jungen Einwohner in die Gestaltung ihrer Heimat mit ein,
um diese gemeinsam attraktiver zu machen: „Wir müssen versuchen, die Menschen für unsere Kultur zu begeistern“, so Michael Beckmann, Geschäftsführer der Wirtschaft und Tourismus GmbH Winterberg und Schriftführer des Leader-Regionalvereins, bei einer Leader-Arbeitsgruppensitzung am vergangenen Dienstag im Kloster Bredelar.
Drei neue Projekte wurden an diesem Abend besprochen. Bernd Becker vom Regionalmanagement Diemelsee-Nordwaldeck stellte das Projekt „Erlebnis Land“ vor, welches im Naturpark Diemelsee entstehen soll. Hierbei ist das Besondere, dass die Leader-Vereine aus Nordrhein-Westfalen und Hessen kooperieren, da ein Teil des Erlebnisparkes auf Hessischer Seite und ein anderer Teil auf Nordrhein-Westfälischer Seite entstehen soll.
Bei „Erlebnis Land“ sollen vor allem Touristen angesprochen werden, die das dörfliche Leben und die regionale Kultur kennenlernen und Landwirtschaft einmal „live“ erleben wollen. Die Menschen sollen so auch unter anderem für die Probleme in der Landwirtschaft, vor allem bei der Milchproduktion, sensibilisiert werden.
Das Projekt „Klimaerlebnisweg“, welches in Winterberg entstehen soll, stellte Michael Beckmann vor. In Winterberg herrsche ein Reizklima, welches bei der Bewältigung von Krankheiten helfen könne. Um diesen besonderen Effekt erlebbar zu machen, soll ein 7,5 Kilometer langer Pfad in Winterberg entstehen. Durch neun Info- und Aktivstationen sowie durch koordinationsfördernde Elemente soll das Reizklima erlebbar und den Menschen näher gebracht werden. Zusätzlich sollen die Besucher für den Klimaschutz sensibilisiert werden.
Der größte Programmpunkt des Abends war das Projekt der Jugendkultur. Viele Jugendlichen ziehen die Stadt dem Land als Lebensraum vor. Die Leader Region Hochsauerland setzt sich dafür ein, die Region für Jugendliche attraktiver zu machen. Die Initiatoren rufen junge Leute dazu auf, ihre persönlichen Ideen zusammenzutragen und zu verwirklichen. Das Projekt soll Kontakte zwischen Menschen mit gleichen Ideen knüpfen und besonders Jugendliche ansprechen. Außerdem sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Ideen realisieren zu können. Bei Fragen können die Jugendlichen Hilfe bekommen.
Geplante Inhalte des Projektes sind zum Beispiel selbstorganisierte Festivals auf Schulhöfen sowie viele kleine Projekte von Jugendlichen für Jugendliche. Erste eigene Ideen konnten die anwesenden Jugendlichen im Anschluss an die Projektvorstellungen in einen Workshop zum Thema Jugendkultur präsentieren. Am Ende kamen viele Ideen zusammen, wie beispielsweise den Jugendlichen eigene Räume zur Verfügung zu stellen, welche sie selbst gestalten dürfen, selbst organisierte Konzerte oder eine Mitfahr-Börse, damit Jugendliche günstig von den unterschiedlichen Veranstaltungen nach Hause kommen können.
Schnell wurde klar, dass den jungen Leuten in der Region vor allem Festivals fehlen. Gewünscht wurden aber keine großen Festivals mit vielen berühmten Acts, sondern Festivals, bei denen lokale Künstler im Vordergrund stehen und ihr Können zeigen dürfen. „Man findet auf jeden Fall Menschen, die Bock haben was zu organisieren“, fand Mathis Kaup, Sänger der Nachwuchs-Band „One Tape“ aus Brilon. Auch die Veranstalter der Arbeitsgruppe waren von den Ideen begeistert und wollen in Zukunft versuchen, ein paar Projekte genauer zu planen.
Über alle drei vorgestellten Projekte entschieden die Anwesenden positiv. Diese Abstimmung gilt als Empfehlung für die lokale Arbeitsgruppe des Leader-Vereins: Im Rahmen eines Bewilligungsprozesses wird dann darüber entscheidet, ob die jeweiligen Projekte mit Leader-Zuschüssen gefördert und realisiert werden. Neben finanzieller Unterstützung geht es auch um Hilfe bei Formalitäten.
Zur Zeit werden bereits 25 durch Leader geförderte Projekte umgesetzt, wie zum Beispiel die Bürgerwiese in Marsberg, bei der auch Kinder beim Aufbau helfen durften. 
 
Jugendk2
In Gruppen diskutierten die Jugendlichen beim Leader-Arbeitskreistreffen über mögliche Ideen für das Projekt „Jugendkultur“. 
Foto: Louisa Frese
   
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