Der „Tag der älteren Generation“ zeigt viele Facetten auf

aelteren generation2Der Tag der älteren Generation ist ein internationaler Aktionstag, der Mitmenschen auf die Situation und Belange der älteren Generation aufmerksam machen soll. Der Diözesanfachausschuss Seniorenarbeit und Seniorenpolitik und das Kolping-Bildungswerk „akademie 60plus“ des Diözesanverbandes Paderborn veranstalten jährlich einen politischen Aktionstag mit relevanten und aktuellen Themen um die sogenannte „dritte Lebensphase“.
Dazu hatten sich am Mittwoch in der Konzerthalle Olsberg rund 150 Gäste eingefunden, um an der Podiumsdiskussion mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft unter der Thematik „Ältere Generation – Gewinn oder Belastung für Kirche und Gesellschaft“ teilzunehmen.
Mit einer leicht provokanten Frage lockte Moderatorin Jutta Stratmann von der Fachberatung für Sozialplanung und Bürgerengagement „fastra“ das zum größten Teil aus Ü-60 zählende Publikum aus der Reserve: „Wer zählt sich von Ihnen denn zur älteren Generation?“ Die Reaktion waren verblüffte Gesichter, ein Umherschauen, wer sich meldet, anschließendes Gelächter im ganzen Saal. Erst dann tauchten die ersten, nur ganz vereinzelten Hände, auf. Eine Botschaft, die sich auch bei den Vorträgen der Referenten wieder fand: Alter ist eine Frage der Definition.
Karl-Josef Laumann, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege, beleuchtete dazu die verschiedenen Facetten, die sich derzeit und in Zukunft entwickeln.
Vieles ändert sich mit der Rente ab 67
„Durch den Vorruhestand hatten die jungen Ruheständler mehr Zeit für das Ehrenamt. Bei der Rente mit 67 sieht es dann anders aus,“ zeigte der Politiker auf und spannte gleich den Bogen zu den nächsten Punkten: „Einen großen Teil der häuslichen Pflege von Angehörigen wird heute durch eben diese Vorruheständler geleistet. Das ist zukünftig nicht mehr so einfach. Rente mit 67 bedeutet auch, altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen. Ich habe Sorge, dass viele Personalverantwortliche nicht auf diese Sache vorbereitet sind.“
Prof. Dr. Volker Verch, Geschäftsführer im Unternehmensverband Westfalen-Mitte und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, erklärte auf die Frage, wie sich die Situation angesichts des demographischen Wandels und Fachkräftemangels darstellt, in seinem Statement: „Ziel der Unternehmen muss auch sein, nicht nur altersgerecht, sondern auch gesund bis zur Rente mit 67 zu begleiten. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, dass die Erwerbsfähigkeit erhalten bleibt. Wir müssen dafür sorgen, dass die Belastungen der Mitarbeiter minimiert werden.“
Einen klaren Appell an die ältere Generation gab Beate Hinz, Kolping-Bildungsreferentin: „Wer lernt, bleibt jung. Selbstbestimmt im Alter leben heißt, sich dafür selber fit zu halten. Bildung-Bewegung-Beziehung. Es ist nie zu spät, seinen eigenen Lebensstil zu ändern.“
Wie die Kommunen ihren Beitrag leisten können, stellte Marita Gerwin von der „Fachstelle Zukunft Alter“ der Stadt Arnsberg sehr informativ – unterstützt durch eine Videoaufzeichnung – vor. „Auf der kommunalen Ebene spielt sich der größte Teil der Aufgaben ab, die direkt diese Generation betrifft,“ so die Expertin und unterstrich, dass dennoch nicht alles bis ins Detail planbar ist : „Die zusätzlichen Jahre des Älterwerdens ist für uns ein Geschenk. Dazu müssen in vielen Bereichen Wege beschritten werden, von denen man noch nicht weiß, wie sie ausgehen.“
Älterwerden ist ein Thema, das alle angeht. Das zeigten auch die vielen Fragen aus dem Publikum im Anschluss an die Podiumsdiskussion.
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Foto: Manfred Eigner

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