„Viel Struktur, viel Klarheit, viel Annahme!“

Rainer SprinkJugendhilfe Olsberg gibt Halt und Perspektiven

„Hier sollen junge Menschen auf das Leben vorbereitet werden!“ So war es schon der Wille Ida Kropff-Federaths, Stifterin der heutigen Jugendhilfe, vor bereits über 80 Jahren.

Was mit der Gründung eines Waisenhauses begann, im Sprachgebrauch dann zum Kinderheim wurde, ist seit rund 20 Jahren die Jugendhilfe Olsberg.
Eine komplexe Einrichtung verschiedenster Wohn- und Therapieformen sowie stationärer und ambulanter Erziehungshilfen an mehreren Standorten. Seit 1975 bieten am originären Ort - an der „Rutsche“ in Olsberg - fünf Wohnhäuser Platz für 60 Kinder. Doch so unterschiedlich die Persönlichkeiten der Kinder, so verschieden sind auch mittlerweile die Betreuungsformen geworden. 1982 wurde die erste Außenwohngruppe in der Ruhrstraße bezogen.
Heute sind es fünf Wohngruppen innerhalb Olsbergs, dazu kommen Standorte in Brilon, Winterberg, Erwitte und sogar ein Bauernhof in der Nähe von Chemnitz. „Der Bauernhof ist der rettende Anker für drei Kinder“, erzählt Jugendhilfe-Leiter Rainer Sprink, der selbst bereits seit 1975 in der Jugendhilfe tätig ist. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat sich verändert. Komplexer sind die Hilfebedarfe, sind die familiären Konflikte geworden – eben so komplex wie sich die gesamte Gesellschaft verändert hat. Kein Kind gleicht dem anderen – so werden die Hilfsangebote individuell angepasst.
Sprink
Das erfordert Zeit und hoch qualifiziertes Fachpersonal: 142 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon ca. 80% Vollzeitstellen) engagieren sich in unterschiedlichster Form. Die Angebote reichen von niederschwellig bis zu intensiv – immer mit dem Ziel Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und Entfaltung zu fördern und sie in Konfliktsituationen zu unterstützen. Wichtig und unerlässlich ist dabei die Kooperation mit anderen Institutionen wie natürlich den Schulen aber auch Angeboten anderer Träger, wie dem Caritasverband Brilon.

Dabei gilt auch für die Jugendhilfe Olsberg mittlerweile, als soziales Wirtschaftsunternehmen im Wettbewerb mit weiteren Anbietern zu stehen. „Da setzt sich dann schließlich Qualität durch“, versichert Rainer Sprink. Was ebenfalls einer Qualitätssteigerung dient, ist aber auch oft eine Last: Controlling gibt es an jeder Stelle, in jedem Fall. Das ist grundsätzlich gut, lenkt aber manchmal auch von der eigentlichen arbeit ab. Die Anforderungen an die Mitarbeiter sind gestiegen. Daher sind Fortbildung aber auch Supervision unerlässlich.
„Der Fachkräftemangel wird langsam spürbar“, gibt Sprink allerdings zu bedenken. Die Arbeit der Jugendhilfe bleibt schwierig, auch wenn es insgesamt immer weniger Kinder gibt. Der anteil der Jugendlichen, die der Jugendhilfe bedürfen, wächst! Als deutsches Problem tituliert Sprink das „fatale Ausmaß“ an Sonderschulen. 30% aller Kinder seien auf der für sie falschen Schule. Sprink vermisst in unserer Gesellschaft die Lobby, die gegen die Benachteiligung von Kindern kämpft. Die Jugendhilfe versucht durch genaue Diagnostik und anschließende Therapie jedem Kind gerecht zu werden.
Rainer Sprink verwehrt sich gegen den schon mehrmals geäußerten Vorwurf aus der Bevölkerung, die Kinder genießen einen „Extra-Luxus“ z. B. mit Reittherapien. „Der therapeutische Ansatz hierbei ist absolut notwendig. Auch dadurch konnte wir die Qualität unserer Arbeit steigern!“

Kropff-Federath


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