Impfzentrum Konzerthalle Olsberg

Impfzentrum1 thumbAlles ist vorbereitet, es fehlt nur noch die Zulassung der Impfstoffe. Die Konzerthalle Olsberg, die als Impfzentrum in der Corona-Pandemie fungieren wird, steht in den Startlöchern. Am 14. Dezember 2020 wurde die Betriebsbereitschaft dem Land Nordrhein-Westfalen gemeldet. „Ein Dank an alle, die sich so intensiv eingesetzt haben. Auf Anregung von Bürgermeister Wolfgang Fischer ist die Konzerthalle ausgewählt worden.
Wir haben uns sehr intensiv mit Arnsberg und Meschede auseinandergesetzt“, so Landrat Dr. Karl Schneider. Entscheidend für den Standort sei die gute Erreichbarkeit, Barrierefreiheit, der Autobahnanschluss, die hohe Internet-Bandbreite als auch ausreichend Parkplatzmöglichkeiten gewesen. Derzeit werde vom Land nur ein Impfzentrum gestattet und finanziert, Idealvorstellung sei laut aber Schneider eine weitere Impfstelle in Arnsberg. „Dafür setzen wir uns weiter ein“, betonte der Landrat. Man gehe davon aus, dass rund 160.000 Personen aus dem gesamten Hochsauerlandkreis sich impfen lassen werden. Eine große logistische Aufgabe mit dem ambitionierten Ziel, die Bevölkerung zweimal gegen das Corona-Virus zu impfen.
In der 52. Kalenderwoche 2020 soll ein Testlauf durchgeführt werden, um die räumlichen Abläufe und Schnittstellen zu prüfen, falls es irgendwo „hakt“. „Gemeinsam werden wir das schaffen. Wir können mit dem Team in der Konzerthalle nicht nur Motorradmessen wuppen“, betonte auch Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels.“
Fischer dankte in diesem Zusammenhang den Schützenvereinen aus Olsberg und Bigge für ihre Unterstützung und Vermittlungsaufgabe, da zahlreiche Veranstaltungen im Jahr 2021 nach Bigge in die Schützenhalle verlegt werden konnten.
In fünf Kabinen werde sofort nach der Zulassung - anfangs in einer Impfstraße - mit dem Impfen begonnen. Neben dem Hochsauerlandkreis ist die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe ((KVWL) mit Aufgaben wie der Impfaufklärung, der Durchführung der Impfung als auch der Erstellung der Dienstpläne für das medizinische Personal beauftragt. Unterstützt werden sie durch Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz und den Malteser Hilfsdienst, die insbesondere für den Sanitätsdienst eingebunden sind. 
Zur Impfanmeldung sei die Telefonnummer 116117 anzurufen, die scharf geschaltet werde, sobald der Impfvorgang gestattet sei. Jeder Impfwillige müsse bei der Hotline die Berechtigung nachweisen der vulnerablen Gruppe anzugehören, zwei Termine vereinbaren und schließlich pünktlich zum Impftermin erscheinen. Ein Datenabgleich im Eingangsbereich der Konzerthalle als auch das Ausfüllen der Laufzettel sei das Prozedere zu Beginn der Impfung. Der ärztliche Leiter Dr. Ortwin Ruland aus Arnsberg betonte dabei, es sei unbedingt notwendig zum zweiten Impftermin den Laufzettel oder das Impfbuch mitzubringen, damit sichergestellt ist, dass auch der richtige Impfstoff verabreicht wird.
„Der Laufzettel darf nicht verloren gehen, denn sonst kann evtl. beim zweiten Durchgang nicht geimpft werden trotz zentraler Datei. Die statische Meldung wird ohne Namen dem RKI gemeldet“, so Dr. Ortwin Ruland.
Entsprechend der Einwohnerzahl ist das Impfzentrum Olsberg mit vier Impfstraßen ausgestattet. Pro Impfstraße werden etwa 20 Impfungen pro Stunde von Montag bis Sonntag in der Zeit von 8 bis 20 Uhr möglich sein. Unter maximalen Bedingungen können so rund 900 Impfungen pro Tag vorgenommen werden. Bis zum Beginn der ärztlichen Leitung verantwortet der Hochsauerlandkreis die Organisatin der Impfstraßen. Zu Beginn wird er die administrativen Aufgaben in zwei Schichten à acht Personen erledigen. Weitere personelle Einstellungen seien darum erforderlich. Interessierte können sich auf der Homepage des Hochsauerlandkreises informieren (impfzentrum.hochsauerlandkreis.de). Derzeit seien bisher 65 Bewerbungen eingegangen. Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Krankenschwestern usw. seien notwendig im Kampf gegen das Corona-Virus.
Der zunächst zu erwartende Impfstoff habe nur eine begrenzte Verwendungsdauer und werde unter Umständen täglich angeliefert. In Pulverform soll der gelieferte Impfstoff kurz vor der Impfung durch Apotheker oder Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) mit Kochsalz scharf geschaltet werden. Zweimal am Tag müsse laut der verantwortlichen Mediziner der Vorgang erfolgen, da der Impfstoff nur sechs Stunden haltbar sei.
„Ist der Impfstoff scharf geschaltet, darf er mechanisch nicht mehr irritiert werden. Das bedeutet, er darf weder geschüttelt noch mit einem Wagen transportiert werden. Ganz behutsam muss der Impfstoff getragen werden, wie in einem amerikanischen Film, wo Bomben transportiert werden“, erklärte Dr. Ortwin Ruland.
Insgesamt dauere ein Impfdurchlauf mit Anmeldung und Datenabgleich, dreiminütiger Beratung durch den Arzt, der Impfung selbst sowie der anschließenden, empfohlenen 30-minütigen Erholungsphase unter Aufsicht eine Stunde. 
Beschäftigte und Bewohner in vollstationären Einrichtungen, besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe und teilstationären Pflegeeinrichtungen werden durch mobile Impfteams aufgesucht. Die Ausgestaltung der Teams obliegt dabei der KVWL. Die Krankenhäuser übernehmen die Impfungen der Beschäftigten mit eigenem Personal. Der Impfstoff wird bei allen Einrichtungen/Krankenhäusern direkt vom Land geliefert.
Anhand einer Priorisierungsliste werden die mobilen Impfteams, die Impfstraßen und die Belieferung der Krankenhäuser geplant. Bei der Planung seien u.a. die möglichen Impfstoffmengen, die Verwendungsdauer des Impfstoffes, eine verpflichtende zweite Impfung nach voraussichtlich 21 Tagen als auch der Bestellvorlauf des Impfstoffes zu berücksichtigen.
Zunächst werden Krankenhäuser und stationäre Einrichtungen mit Impfstoff versorgt. Im Impfzentrum Olsberg werden mit fortschreitender Zeit weitere Impfstraßen in Betrieb genommen, wobei es das Ziel der Kreisverwaltung ist, dass auch eine zusätzliche, dezentrale Impfstelle zum Einsatz kommen soll.

Weitere Bilder vom Impfzentrum finden Sie hier

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Fotos; KK

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