OGS-Standort Bigge: Weitere Gespräche für Raum-Lösung

Es sei quasi ein „Luxus-Problem“, vor dem die Stadt Olsberg stehe – das wurde in der Sitzung des Stadtrates gleich von mehreren Seiten betont: Es gebe in Bigge ein Betreuungsangebot mit Wachstumspotenzial – und ebenso einen wichtigen Gesundheitsdienstleister und Arbeitgeber, der ebenfalls dringenden Erweiterungsbedarf hat. Die Stadt Olsberg wird nun einen neuen Anlauf starten, um die Platz-Bedürfnisse beider Akteure zu lösen: Einstimmig hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, Gespräche mit der Elisabeth-Klinik aufzunehmen, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
Hintergrund: Um neue Operationssäle zu errichten, möchte die Elisabeth-Klinik eine Teilfläche des Grundstücks erwerben, auf dem sich die Bigger St.-Martinus-Grundschule befindet. Obwohl der Altbau, der sich dort befindet, nicht für den Unterricht genutzt wird, sind Bedenken entstanden: Für die Zukunft sieht man am Standort Bigge einen deutlich steigenden Betreuungsbedarf – wenn man jetzt auf Raum-Kapazitäten verzichte, könne das künftig Probleme schaffen. Bereits der Ausschuss Bildung, Sport, Freizeit hatte empfohlen, zunächst ein Bildungs- und Raumkonzept für alle drei Standorte der Offenen Ganztagsschulen (OGS) im Stadtgebiet zu erarbeiten.
„Konzepte brauchen Zeit – vorher sollten keine Fakten geschaffen werden“, betonte Knut Finkel (CDU) in der Sitzung des Stadtrates. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Rudolf Przygoda wandte sich gegen einen Grundstücksverkauf zum jetzigen Zeitpunkt: „Wir sollten nicht zu einem Verkauf kommen, so lange wir noch über Lösungen nachdenken.“ Und Karl-Heinz Weigand (Bündnis 90 / Die Grünen) regte an, auch über einen Neubau der Bigger Grundschule an einem anderen Standort nachzudenken.
„Es wird heute keinen Beschluss zum Verkauf der Bildungswerkstatt geben“, kündigte Bürgermeister Wolfgang Fischer schon im öffentlichen Teil der Sitzung an - Grundstücksgeschäfte werden nach den Vorgaben der Gemeindeordnung NRW grundsätzlich nichtöffentlich behandelt. Gleichzeitig zeigte er sich verwundert über manche Äußerungen in den sozialen Netzwerken, in denen von einem Schulverkauf die Rede sei. Das sei sachlich falsch: „Der Schulstandort Bigge ist nicht gefährdet.“
Dass auch die Elisabeth-Klinik in Bigge „kein Unternehmen wie jedes andere“ sei, machte Elisabeth Nieder, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters und verantwortlich für Wirtschaftsförderung, deutlich. Die Elisabeth-Klinik habe als Gesundheitsdienstleister zahlreiche Aufgaben des früheren Olsberger Krankenhauses übernommen: „Die Einrichtung ist ein Beitrag zur Daseinsvorsorge.“ Zudem seien Josefsgesellschaft und Klinik einer der wichtigsten Arbeitgeber vor Ort – und damit auch ein Standortfaktor: „Die Leute ziehen dahin, wo es Arbeit gibt.“
Man stehe vor einer „schwierigen Abwägung“, brachte es Jean-Philippe Franke (CDU) auf den Punkt. „Es ist nahezu unmöglich, Prioritäten zu setzen“, lautete die Bewertung von Franz-Josef Weigand (Bündnis 90 / Die Grünen). Die Bedeutung der Klinik müsse anerkannt werden, ergänzte Rudolf Przygoda: „Es kann bei dem, was wir entwickeln wollen, nur gemeinsam gehen.“ Eben dazu erteilten die Ratsmitglieder in der anschließenden nicht-öffentlichen Sitzung einstimmig einen Auftrag an die Stadtverwaltung: In weiteren Gesprächen mit der Elisabeth-Klinik sollen Lösungen gesucht werden.
Und für den Raumbedarf der OGS in Bruchhausen deutet sich eine solche Lösung schon an: Voraussichtlich bis April, so informierte Bürgermeister Wolfgang Fischer, könne man – unter Einhaltung der Vorgaben von Brandschutz sowie Denkmalschutz – die leerstehende Wohnung im Altbau der Schule so umbauen, dass sie von der OGS genutzt werden könne. Die OGS-Leitung habe klar gemacht, dass man bis zu diesem Zeitpunkt eine Betreuung in den aktuellen Räumen für möglich halte. Sollte kurzfristig weiterer Platzbedarf entstehen, hat schon die Katholische Kirchengemeinde signalisiert, Räume im Pfarrheim bereitzustellen.

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