Dialogprozess startet: B7n - Neubau zwischen Nuttlar und Brilon

Bestwig/Brilon. Welche Variante ist die bestmögliche? Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift möchte die Linienfindung zum Neubau der B7 zwischen Bestwig-Nuttlar und Brilon zügig vorantreiben und gab nun den Startschuss für einen umfangreichen Dialogprozess. Alle acht Trassenvarianten stehen dabei wieder offen zur Diskussion.
Bereits vor einem Jahr hatte es einen Infoabend in Altenbüren gegebenen, bei dem die anwesenden Bürger deutlich die Variante 1 befürworteten. Insbesondere bei der Variante 1 gebe es jedoch Probleme auf umweltfachlicher Seite. Deshalb müssten die Vor- und Nachteile aller Varianten nochmal diskutiert werden.
"Noch transparenter und strukturierter"
„Wir wollen den Dialogprozess jetzt noch transparenter und strukturierter intensivieren. Bürger, politische Entscheidungsträger vor Ort, Experten und Fachleute sollen zusammengebracht werden“, erklärt Sven Koerner, Leiter der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift. „Mit der Öffentlichkeit wollen wir frühzeitig in Kontakt treten, um zeitliche Verzüge zu verhindern. Natürlich werden wir nicht alle überzeugen können.“ Ziel sei es aber gemeinsam mit allen Akteuren die bestmögliche, umsetzbare Variante zu finden – mit Hilfe des Kommunikationsbüros Dialog Basis, das die Information und die Beteiligung der Öffentlichkeit organisiert. Nach ersten Vorgesprächen traf sich jetzt als Auftakt des umfangreichen Dialogprozesses der Politische Begleitkreis in einer digitalen Konferenz. Eingeladen wurden Mitglieder des Europäischen Parlaments, des Bundes- und Landtages, Bürgermeister, Landrat, Fraktionsvorsitzende sowie Ortsvorsteher aus Brilon, Olsberg und Bestwig. Drei weitere Termine des Politischen Begleitkreises sind für Ende des Jahres geplant. Gespräche mit betroffenen Landwirten, Wirtschaftsunternehmen, Interessensgemeinschaft, Umweltorganisationen und Vereine stehen auch noch an. 
Um die Bürger miteinzubeziehen, wird ein Dialogforum ins Leben gerufen. 230 Haushalte aus Brilon, Altenbüren, Scharfenberg, Antfeld und Nuttlar wurden dafür bereits angeschrieben (die Adressen hat Dialog Basis über das Einwohnermeldeamt erhalten). Angeschriebene, interessierte Bürger kontaktieren Dialog Basis und werden nach Geschlecht, Alter, Bildungsstand und Betroffenheit gefragt, um einen Querschnitt der Bevölkerung zu bekommen. Etwa 21 Zufallsbürger werden so ausgewählt. Mit diesen Zufallsbürgern sind vier Dialogforen geplant, bei denen die acht Trassenvarianten mit Experten aus Natur- und Artenschutz, betroffenen Landwirte sowie regionalen Unternehmen diskutiert werden. 
„Gemeinsam wird ein Bürgervotum formuliert, dessen Empfehlungen in dem weiteren Planungsprozess Berücksichtigung finden“, erläutert Dr. Antje Grobe, Unternehmensleiterin von Dialog Basis. Coronabedingt sind die Dialogforen sowie weitere Veranstaltungen wie Infomessen, Infomobil und eine Veranstaltung für die Landwirtschaft erst nach der Sommerpause geplant. „Ein digitales Angebot wird es auf jeden Fall geben, damit sich alle Interessierten umfassend informieren können“, so Dr. Antje Grobe weiter. Die interaktive Projektwebsite www.b7n.nrw.de wird zurzeit überarbeitet. Zudem soll es zukünftig regelmäßig Newsletter, eine Projektzeitung und Flyer geben. 
Ergebnisoffen diskutieren
„Wir werden alle acht Varianten im Dialogprozess ergebnisoffen diskutieren und müssen uns dabei den Fakten stellen. Vielleicht ergeben sich sogar noch mehr Varianten. Der Prozess wird es zeigen“, fasst Sven Koerner zusammen. „Ziel ist es, die Herausforderungen der verschiedenen Varianten transparent zu machen. Es gilt mit allen Beteiligten so schnell wie möglich eine umsetzbare Variante zu finden.“ 
Der Dialogprozess soll voraussichtlich bis Ende 2021 gehen. Aber auch nach 2021 möchte Straßen.NRW die Bevölkerung kontinuierlich informieren. „Die Bürger können jederzeit ihre Bedenken äußern“, betont der Leiter der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift. Der Dialog mit der Bevölkerung helfe auch in der Bauphase.
Alle acht Trassenvarianten im Überblick:
Die Variante 1 verläuft von Westen beginnend an der A 46 Anschlussstelle Nuttlar in Richtung Osten bis nördlich Brilon und schließt dort an die B 480 an. 
DieVarianten 2, 3 und 4 verlaufen östlich von Altenbüren. Sie stellen untereinander Alternativen dar. 
Die Variante 8 wird mit einer großen Brücke über das Tal geführt. 
Die Variante 6 verläuft neben der vorhandenen Ortsumgehung Brilon als zusätzliche Straße mit Anschluss an die B 480 nördlich Brilon. 
Die Variante 7 beinhaltet den Ausbau der vorhandenen Ortsumgehung Brilon zu einem 2+1 Querschnitt und im weiteren Verlauf als Variante 5 den Anschluss an die B 480 nördlich Brilon.

trassenvarianten bt2
Alle acht unterschiedliche Varianten der zukünftigen B7n stehen wieder offen zur Diskussion.
Foto: Straßen.NRW

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