Für die Zukunft der Grundschule Bigge

Grundschule Bigge2 thumbBigge. Den Bildungs- und Betreuungsstandort Bigge sichern – das ist das Ziel der Bürgerinitiative „Bigge AKtiv“. Einige Bürger und betroffene Eltern der St. Martinus-Grundschule Bigge haben sich deshalb zusammengeschlossen, um den geplanten Verkauf einer Teilfläche der Schule zu verhindern. Die benachbarte Elisabeth-Klinik möchte die Fläche kaufen und das darauf befindliche Gebäude, die alte Volksschule/ Bildungswerkstatt abreißen lassen.
Benötigt wird der Bereich zur Erweiterung des OP-Traktes und zur Sicherung der Feuerwehrzufahrt. Der geplante Verkauf war bereits Thema in der letzten Ratssitzung im Februar (SauerlandKurier berichtete). Die Eltern und Kinder der Grundschule hatten vor dem Rathaus gegen den Verkauf demonstriert und die Vertagung der Ratsentscheidung bewirkt. Vor der Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 19. März, möchte die Bürgerinitiative nochmal verdeutlichen, warum sie gegen den vorschnellen Verkauf und Abriss eines Teils der Grundschule ist. „Zunächst ist uns wichtig zu betonen, dass wir froh sind, dass es die Elisabeth-Klinik in Bigge gibt“, so Matthias Maluck von der Bürgerinitiative „Bigge AKtiv“. „Wir sind nicht gegen eine generelle Erweiterung der Klinik, sondern möchten ein vorschnelles Handeln verhindern.“ In der alten Volksschule/ Bildungswerkstatt, die für den Anbau der Elisabeth-Klinik weichen soll, sind bisher die Musikschule des HSK, die Heimatbücherei und der Betreuungsbereich mit Toilettenanlage untergebracht. Für die Heimatbücherei sei bereits ein neuer Platz in der Sekundarschule gefunden worden. Auch die Musikschule erhalte passende Alternativen. Doch wohin mit der Betreuung? Der 61 Quadratmeter große Raum für das Betreuungsangebot von 11.30 bis 13.15 Uhr mit 27 bis 32 Kindern soll in den ursprünglichen Sonderförderraum in eines der Haupthäuser der Grundschule wandern. „Dabei werden jedoch einige Gegebenheiten völlig außer Acht gelassen“, gibt Matthias Maluck zu bedenken. Der derzeitige Betreuungsraum in der Bildungswerkstatt besitzt zusätzlich eine Küchenzeile mit Lagerraum. Zudem ist der Weg zum Spielen im Freien viel kürzer. „Die Kinder sind sofort auf dem oberen Schulhof und müssen nicht erst durch das gesamte Gebäude und das Treppenhaus laufen, um nach draußen zu gelangen“, ergänzt er. Die Betreuung der Kinder sei dadurch erschwert. Eine weitere Sache, die „Bigge AKtiv“ zu bedenken gibt, sei der Lärm, der durch die spielenden Kinder entsteht. „Bei einem Test haben wir einen Geräuschpegel von 90 Dezibel gemessen. Das entspricht der Lautstärke eines Kammerkonzertes, Orchestergrabens oder Türknallens“, erklärt Matthias Maluck. „Das wird den Schulbetrieb ungemein stören. In den Nachbarräumen findet schließlich auch von 8 bis 13.15 Uhr Unterricht statt.“
Ein noch größeres Problem sehen die Eltern jedoch in der Zukunft der Schule – vor allem im Bereich der Offenen Ganztagsschule (OGS). Zurzeit besuchen 182 Kinder die Grundschule, 56 davon die OGS. Die OGS-Quote liegt bei 30 Prozent, mit den Kindern auf der Warteliste und Betreuung sogar bei 37 Prozent. „Die OGS-Quote wächst von Jahr zu Jahr“, so Maluck. Im Jahr 2017/18 betrug sie 18 Prozent (32 Kinder), 2018/19 bereits 23 Prozent (42 Kinder). „Das zeigt, dass der Bedarf an OGS-Plätzen immer größer wird.“ Im Schuljahr 2025/26 rechnet die Stadt Olsberg mit 200 Kindern an der Bigger Grundschule. „Durch Migration und den Generationenwechsel, den wir in einigen Wohngebieten von Bigge schon beobachten, gehen wir sogar von 220 Grundschülern aus“, erläutert Maluck. „Da der OGS-Bedarf weiter steigt, ist mit einer OGS-Quote für das Jahr 2025/26 von 50 Prozent zu rechnen.“ Das bedeute, dass in fünf Jahren 110 Kinder das Angebot einer OGS nutzen wollen. Doch wohin mit den ganzen Schülern? Derzeit habe die OGS etwa 160 Quadratmeter Raum zur Verfügung. Matthias Maluck: „Die 110 Kinder im Schuljahr 2025/26 brauchen aber mindestens 400 Quadratmeter, wenn wir pro Kind 3 Quadratmeter an Raumbedarf rechnen – das entspricht den Mindestanforderungen an Kindertagesstätten in Niedersachsen. Das Land NRW hat dafür keine Zahl festgelegt.“ Das Gebäude der alten Volksschule könne diesen Bedarf decken. „Durch den Abriss des Gebäudes jedoch würden 600 Quadratmeter an Nutzfläche einfach ersatzlos gestrichen“, so die Bürgerinitiative. „Dann müsste an einer anderen Stelle wieder neu gebaut werden.“ Zudem sei das Gebäude erst vor einigen Jahren vollständig saniert worden – Schieferdach und -fassade, Fenster, Innenbereiche – „alles in erstklassigen Zustand“. Die Bürgerinitiative „Bigge AKtiv“ wird ihre Argumente in der nächsten Sitzung des Ausschusses Bildung, Sport und Freizeit am kommenden Mittwoch, 18. März 2020, um 17 Uhr präsentieren und ruft dazu auf, diese Möglichkeit zu nutzen, Informationen aus erster Hand zu erhalten: „Wir möchten erreichen, dass ein dauerhaft gesichertes Gesamtkonzept mittels transparenter und sachlicher Diskussion – auf Augenhöhe – zwischen den Beteiligten erarbeitet wird. Denn nur so funktioniert die Pflege und Entwicklung eines attraktiven Lebensraums für alle.“
Weitere Informationen www.bigge-aktiv.de

Hinweis:
„Corona überholt Zeitplan“
Der Aufruf im Artikel, an der Fachausschusssitzung im Olsberger Rathaus teilzunehmen, ist aufgrund der neuesten Entwicklungen natürlich hinfällig.
Die Sitzungen des Ausschusses Bildung, Sport, Freizeit sowie des Stadtrates am 18. und 19. März 2020 abgesagt worden.
Wir informieren über neue Termine sobald möglich

Grundschule Bigge Nutz4
Fotos: AW

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