Schülerin initiiert Projekt "Laienreanimation" am Berufskolleg

laienreanimation1Olsberg. Mehr als 50.000 Menschen erleiden jährlich außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Nur etwa 15 Prozent der Betroffenen überleben in Deutschland. Aus diesem Grund wurde jetzt am Berufskolleg Olsberg (BKO) der Ernstfall geprobt. Auf der Auftaktveranstaltung zum Thema „Laienreanimation“, initiiert durch die Schülerin Liliane Kozik, die persönlich von einer Herzerkrankung betroffen war, und in Kooperation mit der Bezirksregierung Arnsberg, wurde das Kollegium der Schule unter Anleitung von Professor Dr. Andreas Meißner vom Klinikum Soest geschult, um im Ernstfall lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen zu können als auch als Multiplikator das erworbene Wissen an die Schüler weiterzugeben.
Regierungspräsident Hans-Josef Vogel, der zusammen mit Landrat Dr. Karl Schneider die Doppel-Schirmherrschaft übernommen hatte, erklärte: „Schüler und Lehrer werden Lebensretter, das ist ein großartiger Anspruch. Ein hervorragendes Beispiel wie sich eine Gesellschaft fortbilden kann, um Menschenleben zu retten.“ Weiterhin sprach Vogel davon, die „Laienreanimation“ stärke das Selbstwertgefühl im Menschen, trage so dazu bei, gestärkt erst Hilfe zu leisten, denn leider überlebe nur jeder 15. Betroffene den plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. 
„Die Quote der ,Laienreanimation’ liegt in Deutschland bei 40 Prozent, deutlich unter den Quoten anderer europäischer Länder. In Skandinavien liegt die Lebensrettung bei 70 Prozent“, so der Arnsberger Regierungspräsident. Auch Landrat Dr. Karl Schneider äußerte sich lobend über die Veranstaltung im BKO: „Das ist ein beispielhaftes Projekt, das Probleme aufgreift. Bei einem plötzlichen Herzstillstand sind die Überlebenschancen gering. Hier werden alle Beteiligten am Schulleben mit einbezogen, um Leben zu retten. Das Projekt stärkt den Zusammenhalt der Schule.“ 
In seiner Einführung erläuterte Professor Dr. Andreas Meißner die Wichtigkeit und den Stellenwert der „Laienreanimation“, sprach davon, dass es bei einem plötzlichen Herzstillstand innerhalb von drei bis vier Minuten zu irreversiblen Schäden im Gehirn kommen würde, bedingt durch den fehlenden Sauerstoff. Er erklärte weiterhin, eine sofortige Reanimation wäre zwingend erforderlich bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. 
„Der erste Schritt bei der Wiederbelebung ist das Prüfen ob der Betroffene auf lautes Ansprechen reagiert und noch atmet. Danach muss sofort der Notarzt verständigt und der Brustkorb frei gemacht werden. Im dritten Schritt soll der Brustkorb mit ausgestreckten Armen 100 bis 120 Mal in der Minute kräftig heruntergedrückt werden“, so der Soester Professor. 
Eine gut ausgeführte „Laienreanimation“ mithilfe der Herzdruckmassage erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient überlebt, um das Dreifache. Laut Dr. Andreas Meißner können so über 10.000 Menschenleben zusätzlich pro Jahr gerettet werden. Das Berufskolleg Olsberg verfügt dank des Hochsauerlandkreises nun über ausreichend Übungspuppen (Baby, Kleinkind und Erwachsene) sowie einen Trainingsdefibrilator, um für den Ernstfall zu proben und so Menschenleben zu retten. 
In Nordrhein-Westfalen wurde innerhalb des Koalitionsvertrages festgelegt, dass alle Schulen des Landes die „Laienreanimation“ unterrichten sollen. Bisher gibt es circa 170 Schulen, davon rund 60 im Regierungsbezirk Arnsberg, die dieses Projekt umsetzen. Allerdings endet das Modellprojekt am 30. Juni 2020.

Weitere Bilder finden Sie hier

Online-Petition
Initiatorin Liliane Kozik bittet auf der Homepage die Online-Petition zu unterschreiben, umso weiter Menschenleben zu retten: www.openpetition.de/petition/online/laienreanimation-herzdruckmassage-wiederbelebung-dauerhaft-unterrichten


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Fit für den Ernstfall: Das Kollegium des Berufskollegs Olsberg erhielt jetzt eine Schulung in „Laienreanimation“, um das Erlernte an die Schüler weiterzugeben.
Bild oben: Von der Schülerin Liliane Kozik, die persönlich von einer Herzerkrankung betroffen war, kam die Idee (für vollständiges Bild Foto vergrößern).
Fotos: Claudia Metten

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