Welle der Hilfsbereitschaft bei der DKMS-Typisierungsaktion 2020

typisierung 1 thumbMedebach. Eine der größten Typisierungsaktionen für die Deutsche Knochenmarkspender-Datei (DKMS) anlässlich zwei an akuter Leukämie erkrankter Sauerländer, Florian Hellwig aus Deifeld und Katharina Schmidt aus Brilon-Wald, fand vergangenes Wochenende in der Schützenhalle in Medebach statt.
„Für uns sind 400 bis 600 Spenderwillige eine normale Aktion. 1000 Menschen zu registrieren ist schon viel. Was hier heute an Freiwilligen zusammenkommt, ist enorm und äußerst selten für unsere Neugewinnung“, so Clara Bigalke, studentische Aushilfe bei der DKMS. Sie schätzte kurz vor Veranstaltungsende die Zahl der registrierten Personen in Medebach, die sich in die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gGmbh eintragen ließen, auf circa 2500 Personen. 
Das Organisationsteam um Michael Schmidt, Ernst Welticke und Heike Grebe suchte mit dieser Registrierungsaktion „potenzielle Lebensretter“, die bereit waren, sich typisieren zu lassen. Jeder Spender könnte schließlich eine neue Lebenschance für die beiden an Leukämie Erkrankten Florian Hellwig, Katharina Schmidt und zahlreiche weitere Menschen bedeuten. 
So kamen Menschen aus dem gesamten Sauerland, aber auch weit entfernten Gebieten Nordrhein-Westfalens und anderen hessischen Gemeinden zur Typisierung zusammen, bei der rund 100 geschulte Helfer für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Auch Bürgermeister Grosche und seine Frau übernahmen einen Registrierungstisch und unterstützten als kompetente Helfer die Aktion, ebenso die Mutter von Katharina Schmidt. 
Ehrenamtliche Leistung spricht für Solidarität
Jede Registrierung eines möglichen Lebensspenders kostet 35 Euro. Daher ist die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft bei der Spenderneugewinnung auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Das Organisationsteam freute sich über zahlreiche Spenden von Einzelpersonen, Vereinen wie Schützenvereinen, Feuerwehren und weiteren Organisationen. Die Landwirte organisierten unmittelbar vor der Schützenhalle ein Einsammeln der Weihnachtsbäume und der landwirtschaftliche Stadtverband für die Städte Medebach und Hallenberg spendet 10 Euro pro Baum für die Typisierung. Jürgen Schröder, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Stadtverbandes, erläuterte: „Wir haben uns als Landwirte die Frage gestellt, wie wir uns an dieser Aktion beteiligen können, um dem beliebten Landwirt Florian zu helfen. Als Idee bot sich das Einsammeln der Weihnachtsbäume an. Wir wollten aber unsere Spenden so einsetzen, dass die Menschen hier vorbeikommen und sie somit zum Registrieren ermuntern.“ 
Große Unterstützung erhielt das Organisationsteam weiterhin durch Bürgermeister Thomas Grosche und die Stadt Medebach. Grosche berichtete von der unermesslichen Spendenbereitschaft der Menschen und nannte den Betrag von 3160 Euro, den die Teilnehmer des Neujahrsempfangs für die Typisierungsaktion gespendet haben. Er stellte heraus, dass in der Stadt Medebach eine Aktion in dieser Größenordnung nur durch das außergewöhnlich starke Ehrenamt und besonders durch das große Engagement des Organisationsteams möglich sei. Aus seiner Sicht zeige diese Registrierungsaktion die immense Solidarität der Sauerländer und vieler anderer Menschen in schwierigen Situationen. Durch die Schirmherrschaft von Landrat Dr. Karl Schneider über diese Veranstaltung bekomme dieses Ereignis für die Stadt Medebach einen außergewöhnlichen Stellenwert, so Bürgermeister Thomas Grosche. 
Wichtige Botschaft im Kampf gegen Leukämie
Auch an anderen Orten beteiligten sich Freunde und Bekannte von Florian Hellwig an dieser Aktion. Bereits vier Tage vor der Registrierungsaktion in Medebach führte das Bataillon der Elektronischen Kampfführung 39/2 am Standort Frankenberg/Eder eine erfolgreiche Typisierungsaktion durch. Hauptfeldwebel Sebastian Wilhelm übergab in der Schützenhalle Medebach im Beisein von Bürgermeister Thomas Grosche 164 aktuell neu registrierte Typsierungen an den Organisator Ernst Welticke. Zusätzlich entstand dabei eine Spende von 319,41 Euro. Die Kosten der Registrierungsaktion in Frankenberg übernahm die Bundeswehr. Vier Mitarbeiterinnen der DKMS begleiteten von Beginn an die Planung der Aktion und waren in Medebach dabei. „Ich war die erste Ansprechpartnerin von der DKMS für die Familie Hellwig“, so Pemela Kölbl, „und heute bin ich dafür gerne aus Köln hierhergekommen.“ 
Der ganz persönliche Einsatz einzelner Personen und die Kraft der Gemeinschaft, die durch die Gruppen und Vereine bei dieser Aktion gelebt wurde, ist eine wichtige Botschaft im Kampf gegen die Leukämie. Jeder Mensch kann mit einer finanziellen Unterstützung oder durch seinen eigenen Körper dazu beitragen, den Blutkrebs zu besiegen und Menschen eine zweite Chance zu schenken. Bei der DKMS kann jeder ein Spendenset für zuhause anfordern. Die Informationen und das entsprechende Stäbchen für den Wangenabstrich wird zugeschickt, man kann die Registrierung kinderleicht selbst durchführen.

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Ein voller Erfolg: Rund 2500 Menschen ließen sich in Medebach typisieren.
Bild oben: Bürgermeister Thomas Grosche übernahm bei der Typisierungsaktion einen Registrierungstisch.
Fotos: Beate Clement-Klütsch

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