Interview: Rückblick der Briloner Coverband "Amadeus"

Brilon. 40 Jahre Hits und Oldies, Partys und Konzerte, Auftritte in ganz Deutschland – vor allem aber der Zusammenhalt, der Glaube an sich selbst sowie die Liebe zur Musik zeichnen die Briloner Coverband „Amadeus“ aus und sprechen für die Erfolgsgeschichte der sechs Musiker.
Thomas Mester (Gesang/Schlagzeug/Management), Christiane Mester (Gesang/Ak.-Gitarre), Jürgen Bange (Ak.-Gitarre/E-Gitarre), Arno Müthing (Keyboard/Gesang), Thomas Mimberg (E-Gitarre/Keyboard/Gesang) und Andreas Westerwinter (Bass/Saxophon) sind nicht nur „Amadeus“, sondern Freunde, als die sie nun nach vier Jahrzehnten mit dem Kapitel Bandgeschichte abschließen – nicht aber, ohne sich mit einer gebührenden Konzert-Party im ausverkauften Bürgerzentrum in Brilon zu verabschieden. Im Interview erzählt Thomas Mester als Mitgründer der Band von unvergesslichen Momenten und krönenden Highlights aus 40 Jahren „Amadeus“.
Wann hast Du angefangen, Musik zu machen?
Mit vier Jahren bekam ich mein erstes Schlagzeug. Die Musik lag mir im Blut und war schon immer Teil unserer Familie. 1979 gründete ich mit elf Jahren gemeinsam mit dem damals zwölfjährigen Arno, bis heute unser Keyboarder, die Band „Amadeus“ – genauer gesagt das Duo, als das wir zehn Jahre lang auftraten. Wir haben von Beginn an Songs gecovert, jedoch auf unsere ganz eigene Art. Das hat uns seither ausgemacht. Wie wir damals auf den Namen kamen, wissen wir nach 40 Jahren ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau – als Falco „Amadeus“ rausbrachte, hießen wir auf jeden Fall schon „Amadeus“ (lacht). 
Welche Bedeutung hat die Musik für Dich von kleinauf eingenommen?
Musik hat mich seit Kindestagen ein Leben lang begleitet. Damals begann es mit „Amadeus“ als reinem Hobby – heute geht es weit darüber hinaus. Im Kultur- und Eventbereich konnte ich mein Hobby zum Beruf und Lebensinhalt machen. Jeder Mensch, der einen Zugang zur Musik hat, kann Höhen und Tiefen darin kompensieren. Die Musik ist wie ein „Ventil“ und für mich persönlich lebenswichtig. 
Wie entstand aus dem Duo dann die Band „Amadeus“?
Arno und ich haben Ende der achtziger Jahre noch zwei weitere Musiker, Jürgen und Volker Bange, zu „Amadeus“ geholt und unsere ersten größeren Konzerte gespielt. Anfang der neunziger Jahre wurden aus vier dann sechs Bandmitglieder. Durch Christiane als Sängerin und Thomas als Gitarristen konnten wir uns musikalisch noch breiter aufstellen. Ich lernte Christiane damals im Studio kennen, wo wir zum ersten Mal im Duett sangen. Das war ein echter Meilenstein für die Band. In dieser Konstellation sind wir seit mittlerweile 15 Jahren bis heute geblieben. 
Was hebt Amadeus von anderen Bands ab?
Wir haben es mit der Musik einfach konsequent durchgezogen, in 40 Jahren jedes Jahr unzählige Male auf der Bühne gestanden und immer geschaut, was das Publikum hören möchte. Viele Bands sind im Laufe der Zeit in unseren Sektor eingetreten – aber nur wenige sind so lange geblieben. Uns hält zusammen, dass wir immer gemeinsam als Band und Team unterwegs waren. 
Welches Konzert ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?
Besonders beeindruckend war unser 30-jähriges Bandjubiläum 2009 beim Briloner Musiksommer. Der Marktplatz brach auseinander, mehrere Tausend Menschen feierten mit uns diesen Augenblick. Wir hatten insgesamt sehr viele tolle Auftritte und haben dafür, dass wir aus dem ländlichen Raum kommen, für ganz Große wie Helene Fischer arbeiten dürfen. Auch die Live-Auftritte im WDR oder das Mitwirken in einer ARD-Fernsehserie waren für uns als Band etwas ganz Besonderes. Das haben wir aber nur erreicht, weil wir permanent an uns geglaubt und gearbeitet haben. 
Warum habt Ihr nach 40 Jahren entschieden, als Band aufzuhören?
Wir sind der Meinung, dass die Zeit jetzt einfach gekommen ist, weshalb wir 2018 gemeinsam als Band den Entschluss gefasst haben, dass wir Ende 2019 unser letztes Konzert spielen werden. Viele Bands gehen auseinander, weil es nicht mehr harmoniert und man sich nichts mehr zu sagen hat – das ist bei uns jedoch nicht der Fall und wir werden auch weiterhin im kleinen Rahmen zusammen Musik machen. Die „40“ ist für uns ein runder Abschluss, es fühlt sich gut und richtig an, auch wenn die Nachfrage ungebrochen groß ist. Wenn man dann das letzte Mal auf der Bühne steht, wird es nach so langer Zeit aber sicher ein komisches Gefühl. 
Wie haben Eure Fans auf die Entscheidung reagiert?
Anfang dieses Jahres haben wir, wie auch die Jahre davor, in Niedersfeld beim Jugendkarneval gespielt. Die haben nochmal richtig Party mit uns gemacht und uns mit diversen Getränken zugeschüttet (lacht) -– allerdings ist uns da auch bewusst geworden, dass die Entscheidung richtig war. Wir waren Zeit unseres Lebens im Partysektor unterwegs, da geht einem nach 40 Jahren und gut fünf bis sechs Stunden auf der Bühne schon mal die Puste aus. Besonders in Erinnerung ist mir auch das diesjährige Winterfest der Schützen in Arnsberg geblieben. Die ganze Halle stand auf, „Thank You For The Music“ wurde eingespielt und uns wurden zahlreiche Präsente übergeben, das war sehr ergreifend. 
Was hältst Du abschließend für besonders wichtig, wenn Musiker am Anfang ihrer Karriere stehen?
In einer Band sollte man Teamplayer sein, ein gutes Konzept haben und konsequent daran arbeiten. Egal ob man eigene Musik macht oder als Coverband unterwegs ist – man muss dabei vor allem an sich glauben.
Das Interview führte Jessie Kristen

BandAmadeus
In dieser Konstellation spielte "Amadeus" seit 15 Jahren. Mit einem letzten Konzert verabschiedeten sie sich nun von der Bühne.
Foto: Christoph Kloke

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