Informationsveranstaltung von Straßen.NRW - Trassenführung der B7n

B7nVariante1 thumbAltenbüren. Auf der Informationsveranstaltung von Straßen.NRW nutzten jetzt rund 250 Bürger die Gelegenheit, sich auf den aktuellen Planungsstand bringen zu lassen und deutlich ihre Meinung zur zukünftigen Trassenführung der B7n zu sagen. Lars Voigtländer (Abteilungsleiter Planung von Straßen.NRW) führte mit der Darstellung der möglichen Varianten und der weiteren Vorgehensweise in die offene Diskussion.
„Die Findung der Vorzugsvariante ist ein schwieriges Unterfangen, da man dem Tier oder dem Mensch auf die Füße tritt, daher ist die Bürgerbeteiligung wichtig“, forderte Voigtländer die Betroffenen auf, ihr Feedback abzugeben. 
Die Linienfindung basiert auf drei Türmen erklärte Bauingenieur Voigtländer: „Der verkehrlichen Betrachtung, hier liegt die Variante eins, von dem neuen Ende der A46 gerade durch bis zur B480 unterhalb des Briloner Kreisverkehrs (Möhnestraße), vorne. Die Umweltverträglichkeitsprüfung, mit der Abprüfung der Auswirkungen auf Wasser, Boden, Natur und Tierwelt, gestaltet die Umsetzung genau dieser Variante allerdings schwierig. Und als dritte Säule die Bürgerbeteiligung, hier bestehen gute Aussichten eine Variante beim Bund durchzubekommen, wenn sich die Stadträte einig sind.“ 
Die alternativen Varianten, die die Planer favorisieren, führen nordöstlich von Altenbüren bergab in Richtung aktuelle Führung der Bundesstraße 7 und dann weiter über die bestehende Umgehungsstraße auf die Möhnestraße. Voigtländer stellte die Grenzen der Bürgerbeteiligung klar: „Kein Straßenbau ist keine Variante. Ebenso werden wir eine nicht durchzusetzende Variante nicht ins Auge fassen.“ 
Bürgermeister Dr. Christof Bartsch stellte sich unter großem Applaus hinter die Forderung zahlreicher Anwohner: „Wenn Mensch und Tier gleichwertig sind, dann ist aus rationaler und analytischer Sicht die Variante eins alternativlos. Andere Varianten bringen keine Entlastung, sondern nur eine Verschiebung des Verkehrs“. 
Nicht mehr aktuelles Umweltschutzgutachten
Umweltschutzgutachter Andreas Kuhlmann versicherte: „Der Mensch steht an erster Stelle, jedoch müssen Boden, Wasser, Klima und Tierschutz auch bewertet werden“. Insbesondere die Lebensräume von Neuntöter, Feldlärche und Raubwürger sieht Kuhlmann in Gefahr. Auf die Frage „Ist er (der Raubwürger) denn noch da?“ antwortete Andreas Kuhlmann: „Ja, man sieht ihn nur schwer“. 
Die Planer mussten sich vorwerfen lassen, mit nicht mehr aktuellem Umweltschutzgutachten zu arbeiten. Dieses wurde nämlich vor dem Bau der Windräder im Jahr 2014 erstellt. Die reguläre Neuüberprüfung fände turnusmäßig erst im nächsten Jahr statt und würde die Auswirkungen der Windräder auf die Vogelwelt zeigen. 
Schnell zu handeln forderte Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer: „Einen Ratsbeschluss für Variante eins kriegen wir hin. Sie müssen jedoch feststellen, was mit Feldlärche und Raubwürger ist und die Problemlösung für Variante eins als Schwerpunkt setzen.“ Weiter empfahl Fischer, der selbst 19 Jahre bei Straßen.NRW tätig war, eine alternative Variante in der Hinterhand zu halten. 
Zum Thema Umweltschutz warf Wolfgang Fischer noch den geringeren Flächenbedarf für die Variante eins in die Waagschale. Verkehrsgutachter Friedhelm Kossmann prognostizierte eine Steigerung des Schwerlastverkehrs bis 2030 um 50 Prozent. Aus den Reihen der Bürger kamen Bedenken zur Sicherstellung des Verkehrsflusses an den Steigungen, besonders im Winter. 
Die wichtigste Erkenntnis für die Anwohner nach der Veranstaltung ist, dass die Politik hinter ihnen steht. Das Fazit von Lars Voigtländer: „Sie stellen uns vor ein riesiges Problem.“ „Und daran werden wir arbeiten“, schloss Moderator Simon Oerding die große Runde. Die weitere Zeitplanung wollte Altenbürens Ortsvorsteher Manfred Göke noch wissen. Im nächsten Schritt geht Straßen.NRW nach der Sommerpause mit aktuellen Informationen in die Ortsteile und Stadträte Brilon, Olsberg und Bestwig. 
Nach dem Vortrag und der öffentlichen Diskussion standen 15 Mitarbeiter aus den Fachabteilungen von Straßen.NRW sowie vom Moderationsbüro Ifkok und dem Umweltbüro Kuhlmann und Stucht an fünf Informationsinseln Rede und Antwort. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit Details zu den Themen Planungsablauf, Verkehr, Mensch und Umwelt und der technischen Planung zu erfragen und ihr Feedback mündlich und schriftlich zu hinterlassen.

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Die möglichen Streckenführungen nordöstlich von Altenbüren bergab auf die aktuelle Führung der B7 stößt auf keine Akzeptanz bei Kommunalpolitik und Bürgern, diese befürworten deutlich die Variante eins (violettfarbene Linie).
Foto: Straßen.NRW

Bild oben: Die Informationsveranstaltung von Straßen.NRW zog 250 Bürger in die Schützenhalle Altenbüren.
Foto: Jörg Leske

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