Massenkarambolage auf der A46: Einsatzkräfte proben den Ernstfall

Großalarm1 thumbBestwig. Eine Massenkarambolage auf der A46 hielt am letzten Samstagvormittag rund 160 Einsatzkräfte aus dem HSK in Atem: In Fahrtrichtung Brilon hatte sich zwischen den Anschlussstellen Bestwig und Nuttlar ein schwerer Verkehrsunfall ereignet, bei dem zwei beteiligte PKW, zwei Kleinbusse und ein Reisebus kollidiert waren und zahlreiche Passagiere verletzt wurden. Zum Glück handelte sich bei diesem Vorfall allerdings nur um eine Katastrophenschutzübung.
Verzweifelte Hilferufe, Blaulichtgewitter und hochkonzentrierte Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Bestwig, Wehrstapel, Eversberg, Nuttlar und Arnsberg, der Rettungsdienst des Hochsauerlandkreises, Einheiten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) aus Brilon, Olsberg, Meschede, Schmallenberg, Arnsberg und Sundern sowie das Technische Hilfswerk (THW) Meschede waren Bestandteil dieses Einsatzszenarios.
„Ein Notruf ist in der Leitstelle eingegangen, aus dem die Fakten herausgefiltert wurden. Daraufhin wurde der Rettungsdienst informiert“, erklärte Pressesprecher Ferdinand Drescher die sofort eingeleiteten Maßnahmen. „Die eingetroffenen Einsatzkräfte erfassten am Unfallort augenblicklich die Lage und die Vielzahl der Verletzten, stellten eine Diagnose und alarmierten die Feuerwehr.“ In den beteiligten Autos befanden sich insgesamt drei Personen, in den beiden Kleinbussen neben den Fahrern jeweils zwei Menschen mit Behinderung. In dem Reisebus waren neben dem Fahrer 20 Passagiere anzutreffen, davon zahlreiche schwerverletzte Kinder.
Schnelles Handeln erforderlich
Schnelle Entscheidungen mussten getroffen, Einsatzabschnitte wie die technische und medizinische Rettung gebildet werden. Wehrführer und Einsatzleiter der Feuerwehr, Andreas Schulte, hatte alle Hände voll zu tun, um den Einsatz zu koordinieren, trotz aller Hektik minutiös den Überblick zu behalten und den Unfallort zu sichern sowie die verletzten Fahrer aus ihren Autos zu befreien. „Aktuell haben wir 28 Betroffene, davon 15 rote (Sofortbehandlung), fünf gelbe (aufgeschobene Behandlungsdringlichkeit) und acht grüne“, lautete die Bestandsaufnahme des Rettungsdienstes. „Die beiden hier sind nicht ansprechbar.“
Schnelles Handeln war erforderlich, denn rot bedeutet eine akute, vitale Bedrohung, sodass eine Sofortbehandlung eingeleitet werden musste. Der zuständige leitende Notarzt (LNA) Dr. Andreas Siermann von der Elisabeth-Klinik Bigge agierte ebenfalls sekundenschnell und gab präzise Anweisungen, sodass die lebensbedrohlich verletzte Patientin in nur wenigen Minuten zum Abtransport ins Krankenhaus vorbereitet war. Überhaupt stellten die Einsatzkräfte unter Beweis, dass sie dank eines schnellen und professionellen Hand-in-Hand-Arbeitens, genauer Analysen sowie der entsprechende Ruhe in der Lage sind, innerhalb kürzester Zeit gekonnt erste Hilfe zu leisten.
Ziel der Katastrophenübung war, es neben der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, den Hilfsorganisationen und dem THW, die Arbeit auf der Bundesautobahn A46 mit einer großen Anzahl an verletzten Personen in einem freien Gelände zu proben. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf den Umgang mit Menschen mit Behinderung in Unfallsituationen sowie auf den strukturierten Aufbau einer Patientenablage sowie die Betreuung und Versorgung der Unfallteilnehmer gelegt.

Weitere Bilder von der Katastrophenschutzübung finden Sie hier


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Einsatz in malerischer Umgebung - Katastrophenschutzübung auf der A46
Fotos: Claudia Metten

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