Glocken der Briloner Propsteikirche werden aufwendig restauriert

BriGlocke20 thumbBrilon. Ein historisches Ereignis, das zur damaligen Zeit als Festakt von den Brilonern zelebriert wurde und welches zuletzt nur Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs erleben durften, ereignete sich diese Woche im Herzen der Stadt an der Propsteikirche. Zwecks einer Restauration wurden vier der sechs imposanten Glocken aus den mächtigen Gemäuern entnommen und an eine Glockengießerei in Asten in den Niederlanden übergeben.
Bei strahlendem Sonnenschein versammelte sich ein regelrechter Pulk von Menschen, die ihre Kameras zückten und gebannt bei der aufwendigen Aktion zusahen.
Im Mittelpunkt ihrer Fotomotive stand der massive Kran, mit dem die vier reparaturbedürftigen Glocken aus dem 63 Meter hohen Turm fachgerecht entnommen wurden. Schritt für Schritt schwebte eine Glocke nach der anderen förmlich vom Himmel. Vor dem Hintergrund der kirchlichen Kulisse bekam dieses Schauspiel gewissermaßen einen symbolischen Charakter. Entnommen wurde unter anderem die neue Bürgerglocke aus dem Jahr 1946 mit einem Gewicht von 890 Kilogramm, die als Ersatz in Folge des Zweiten Weltkriegs diente. Diese wird innerhalb der nächsten Monate einer Tonkorrektur in der Glockenwerkstatt unterzogen.
Fehlstellen werden ausgebessert
Weiterhin benötigt die alte Bürgerglocke von 1583 und damit einem stolzen Alter von 436 Jahren eine Ausbesserung. Sie bringt gewaltige 900 Kilogramm auf die Waage und ist damit nicht nur die älteste, sondern auch schwerste Glocke. 
Die große Schlagglocke von 1700, etwa 400 Kilogramm schwer, sowie die kleine Schlagglocke aus dem Jahr 1675 mit circa 150 Kilogramm Gewicht werden ebenfalls bearbeitet. Die alte Bürgerglocke sowie die große und kleine Schlagglocke weisen Fehlstellen auf, die ausgeschlagen und professionell aufgeschweißt werden, um ihren Erhalt für die Zukunft sicherzustellen. Pastor Bernd Götze und Propst Dr. Reinhard Richter waren als Stellvertreter der Briloner Propsteikirche ebenfalls vor Ort, um dem Ereignis beizuwohnen.
Weitere Glocke in Planung
„Wir möchten die Vielfalt der Glocken wieder zu neuem Leben erwachen lassen. Was unsere Vorfahren gehört haben, wollen wir bei all den Misstönen dieser Zeit auch wieder hören. Es kommt sogar noch eine neue Glocke dazu, die durch Spenden von Brilonern finanziert wird“, äußert Propst Richter während der feierlichen Stunde auf dem Kirchplatz.
Die Propsteikirche gilt als repräsentatives Wahrzeichen Brilons und sticht, betrachtet aus vielen umliegenden Perspektiven, aus dem Stadtbild heraus. Errichtet wurde das Gebäude nach der Stadtgründung um 1220 und konnte im Jahr 1350 schließlich fertiggestellt werden.
Heute, 669 Jahre nach Beendigung des Kirchenbaus, sind die Briloner erneut zu Zeugen der Zeit geworden. Nun kann man gespannt auf die Fertigstellung der Reparaturarbeiten warten und im Laufe des Jahres den neuen Klängen der alten Glocken lauschen, die sich weit über der Stadt Brilon entfalten werden.

Weitere Bilder von den Briloner "Glocken" finden Sie hier

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Foto: KK

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