Breite Mehrheit gegen Zuschuss für Gymnasium der Benediktiner

Um jungen Menschen auch weiter ein attraktives und modernes Umfeld für schulisches Lernen zu ermöglichen, will die Stadt Olsberg vor allem die Schulen in eigener Trägerschaft weiterentwickeln. Für andere Schulen „in die Pflicht zu treten“ müsse dahinter zurückstehen – so die Meinung des Olsberger Hauptausschusses. Mit breiter Mehrheit lehnten die Ausschussmitglieder daher einen Antrag des Gymnasiums der Benediktiner in Meschede auf Bezuschussung ab.
Ende 2018 hatte sich die Abtei Königsmünster als Schulträger mit dem Antrag an die Stadt Olsberg gewandt, zum laufenden Trägerantanteil einen Beitrag von 1,5 Prozent beizusteuern – in Summe wären dies rund 4.500 Euro jährlich. 117 Schülerinnen und Schüler aus dem Olsberger Stadtgebiet besuchen aktuell das Gymnasium der Benediktiner.
Die Bedeutung des Gymnasiums für die Schullandschaft in der Region werde auch keineswegs bestritten, so die einhellige Meinung im Hauptausschuss. Allerdings stehe die Stadt Olsberg vor der Herausforderung, auch die Schulen in eigener Trägerschaft auf die Zukunft vorzubereiten. Dafür seien erhebliche Anstrengungen erforderlich, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Burkhard Stehling. Die Abtei Königsmünster verfüge über ein breites Netz an Förderern – zudem brächten viele Eltern freiwillige Unterstützung für den Schulträger auf. Burkhard Stehling: „Selbst eine stattliche Schülerzahl kann nicht Ausschlag gebend sein, dass wir Verantwortung für private Schulen in anderen Kommunen übernehmen müssen.“
Für die SPD-Fraktion äußerte Ferdi Wiegelmann die Befürchtung, dass bei einer Bezuschussung ein Präzedenzfall für andere private Schulen geschaffen werde: „Mit welcher Begründung sollen wir dann solche Anträge noch ablehnen können?“ Die Stadt Olsberg stehe dagegen in der Pflicht, zunächst einmal an die eigenen Schulen zu denken. Und für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen forderte Fraktionschef Karl-Heinz Weigand die Abtei Königsmünster auf, die eigenen finanziellen Verhältnisse offenzulegen. Man müsse eine verlässliche Informationsbasis haben, um über einen Antrag auf Bezuschussung entscheiden zu können.
Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung entstehe für Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtgebiet kein Nachteil, betonte Bürgermeister Wolfgang Fischer: Da die Sekundarschule Olsberg-Bestwig einen Kooperationsvertrag mit dem Gymnasium der Benediktiner abgeschlossen habe, hätten junge Menschen aus Olsberg stets die Möglichkeit, im Bereich der Sekundarstufe II das Gymnasium der Benediktiner zu besuchen – wenn die schulischen Voraussetzungen dafür vorliegen.
Mit der Mehrheit von 12 Stimmen quer durch alle Fraktionen folgte der Hauptausschuss dem Antrag der CDU, keine Bezuschussung für das Gymnasium der Benediktiner zu übernehmen. Zwei Ausschussmitglieder lehnten den CDU-Antrag ab; zwei enthielten sich der Stimme.

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