Waldbauernverband diskutiert über „Borkenkäferexplosion“

Die Bezirksgruppe Hochsauerland des Waldbauernverbandes NRW traf sich zum außerordentlichen Waldbauerntag im Holz-Energie-Zentrum zum Thema „Borkenkäferexplosion“. Nach dem Orkantief Friederike führte der Jahrhundertsommer in den Fichtenbeständen zur größten Borkenkäferkalamität seit 1947.
Die Brisanz zeigte nicht nur das große Interesse - über 200 Waldbauern waren erschienen, gerechnet hatten die Initiatoren nur mit rund 50 Personen - sondern auch die Ausführungen des Leiters der Schwerpunktaufgaben Waldschutzmanagement von Wald und Holz NRW, Dr. Mathias Niesar: „Die exponentielle Vermehrung der Fichten-Borkenkäfer bewirkt, dass sich in einem Baum die unglaubliche Zahl von über einer Milliarde Käfer an Nachkommen bilden.“
Niesar appellierte an einem Strang zu ziehen und forderte die Waldbesitzer auf, bis April die befallenen Bäume aus dem Wald zu entfernen. NRW sei mit zwei Millionen Kubikmeter Borkenkäferholz stärker betroffen als andere Regionen in Deutschland. Für Waldbesitzer besteht daher die große Herausforderung die Bäume zu erkennen, und bis zum Beginn der Schwärmzeit ab 16,5 Grad Celsius aus dem Wald geschafft zu haben.
Verfünffachung der Schadens droht
Wenn kein ausreichend großer Abstand zwischen dem Lagerort und gesunden Bäumen eingehalten werden kann, bestehe die Möglichkeit mit Pflanzenschutzmittel die Borkenkäfer in Schach zu halten. Als Ursache für die Plage führte der Experte das fehlende Harz durch die Trockenheit an. Eine Fichte kann im Normalfall 200 Käfer einharzen, in diesem Sommer reichte jedoch ein einziger Käfer aus, um einen Baum zu befallen, da die Harzkanäle trocken sind.
Sollte der nächste Sommer ähnlich werden wie 2018, könne eine Verfünffachung der Schadmenge drohen. „Wehret den Anfängen. Hier hilft nur gemeinsames Vorgehen um den noch gesunden Bestand zu schützen“, fasste Dr. Mathias Niesar die Situation zusammen und verwies auf das Borkenkäfermonitoring und die Informationen auf der Internetseite www.wald-und-holz.nrw.de. Bezirksgruppenvorsitzender Klaus Bauerdick freute sich abschließend über das rege Interesse: „Wir möchten die Suche nach Lösungsmöglichkeiten anbieten.“

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Das Thema „Borkenkäfer“ beim außerordentliche Waldbauerntag zog mehr Besucher zum Vortrag von Dr. Mathias Niesar (Wald und Holz NRW) als erwartet. 
Foto: Jörg Leske

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