Mit Vollgas nach Olsberg: Truck Stop in der Konzerthalle

Die Country-Legenden von Truck Stop starten die Releasetour ihres neuen Albums „Ein Stückchen Ewigkeit“ am Freitag, 22. März 2019, in der Konzerthalle Olsberg. SauerlandKurier-Volontär Stefan Krüger hat mit Gründungsmitglied Wolfgang „Teddy“ Ibing über das neue Album, USA-Touren, die größte Herausforderung in der Bandgeschichte und den gemeinsam mit dem Ex-Fernsehentertainer Stefan Raab aufgenommenen Song „Maschendrahtzaun“ gesprochen.
46 Jahre sind eine lange Zeit im Musikgeschäft. Als Gründungsmitglied der Band haben Sie sicher viele Höhen und Tiefen erlebt. Was war für Sie das schönste Banderlebnis in dieser Zeit?
Wolfgang „Teddy“ Ibing: Wir haben viele tolle Erlebnisse in den Jahren gehabt. Besonders in Erinnerung sind mir unsere Auftritte in den USA: 1978 gaben wir ein umjubeltes Konzert auf der Musikmesse in Chicago, wo wir mit amerikanischen Musikgrößen wie Hank Williams Jr. und Lloyd Green auf der Bühne standen. Es war unser erster und sehr erfolgreicher Auftritt in den USA. 1991 waren wir wieder in die USA eingeladen: Mit „Arizona, Arizona“ waren wir die Nummer eins der Hitparade eines deutschen Radiosenders in Phoenix, Arizona. Dann folgten drei Konzerte in Phoenix, Los Angeles und San Francisco.
Was ist der größte Unterschied zwischen der Country-Szene im Bandgründungsjahr 1973 und der Country-Szene 2019?
Ibing: Die Trucker-Szene in den 70er Jahren vermittelte Freiheit und Romantik und zeigte eine besondere Männerwelt. Darauf basierten damals auch die Texte unserer Country-Songs. Die Szene hat sich in den letzten 20 Jahren komplett gewandelt. Die Lkw-Fahrer stehen unter ständigem Zeitdruck und Stress. Viele der Fahrer kommen aus Ländern, in denen die Country-Music keinen Stellenwert hat. Heute, im Jahr 2019, hat die Country-Szene andere Themen. Alltägliches. Natürlich meist aus der Männerwelt. Musikalisch setzt sich Country über alle Trends hinweg und bleibt bodenständig und authentisch – wie wir auch.
Was war die größte Herausforderung, die „Truck Stop“ in der Bandgeschichte meistern musste?
Ibing: Ja, wir hatten schwierige Jahre. Das fing an als 2012 unser Freund und Gründungsmitglied Lucius Reichling unerwartet im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung starb. Nur ein Jahr später nahm Cisco aus gesundheitlichen Gründen musikalisch seinen Hut. Er verstarb 2014 auch völlig unerwartet. Das war ein schmerzhafter Einschnitt und wir drei – Uwe, Knut und ich – haben uns durch den Zuspruch der vielen Fans entschieden weiterzumachen und einen Neuanfang zu wagen. Wir gingen auf die Suche nach Musikern, die den Sound und das Lebensgefühl, das Truck Stop seit mehr als 40 Jahren verkörpert, verstehen und weitertragen wollen. Und wir haben sie mit Andreas Cisek (Gesang), Chris Kaufmann (Gitarre) und Tim Reese (Fiddle, Gitarre) gefunden. Wir sind wieder eine super Gemeinschaft geworden und keiner kann uns mehr aufhalten.
Was hat die neu aufgestellte Band noch in der Zukunft vor?
Ibing: Viel! Unsere Youngster haben eine Menge frischen Wind bei uns reingebracht. Neue Songideen beziehungsweise Themen. Der kreative musikalische Input hat uns mutiger gemacht, auch beim neuen Album „Ein Stückchen Ewigkeit“. Wir touren endlich wieder. Ab 22. März gehen auf unserer Releasetour und Ende des Jahres gibt es eine Weihnachtstournee „Schöne Bescherung“. Hört erstmal am 15. Februar unsere neue Single „Moin, Moin“ und schaut das passende Video. Das wird ein Spaß.
Apropos Spaß. „Truck Stop“ hat 1999 zusammen mit Stefan Raab den humoristischen Song „Maschendrahtzaun“ aufgenommen. Wie würden Sie ein solche Kooperation aus der heutigen Sicht bewerten?
Ibing: „Maschendrahtzaun“ war für uns ein Glücksfall und wir haben es nie bereut. Wir waren und sind immer offen für musikalische Kooperationen – immerhin haben wir mit Stefan Raab vier Gold- und eine Platin-Auszeichnung für über eine Millionen verkaufte Singles erhalten.
Eine weitere Country-Legende kommt ja auch aus dem Sauerland. Haben Truck Stop und Tom Astor auch schon einmal zusammengearbeitet?
Ibing: Wir kennen uns gut und haben viele gemeinsame Auftritte in den letzten Jahren auf Festivals gehabt und in den 90er Jahren waren wir gemeinsam auf einer Weihnachtstournee. Country-Musik verbindet.
Auf der Tour „Ein Stückchen Ewigkeit“ stellen Sie das neue gleichnamige Album vor. Auf was können sich die Zuhörer beim Konzert in Olsberg am 22. März besonders freuen?
Ibing: Wir sind das erste Mal in Olsberg und sind gespannt. Mein Schlagzeug kommt aus der Nähe, aus Bad Berleburg. Unsere Fans können sich auf neue Songs aus unserer Männerwelt freuen. Der Titel „Helden“ ist unsere Hommage an Johnny Cash und andere Musiklegenden sowie an unsere verstorbenen Bandmitglieder Cisco und Lucius. In„Das Gold der Elbe“ geht es um die Stadt Hamburg. Dann gibt es noch meinen persönlicher Titel „Männergrippe“, denn die kleinste Erkältung macht uns schon fertig. Unsere neueste Single „Moin Moin“ läutet zudem fröhlich das Wochenende ein. Es ist ein Song für alle hart arbeitenden Mitmenschen. Wir haben noch einige Überraschungen im Programm, die wir aber vorher natürlich nicht verraten wollen.

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Wolfgang „Teddy“ Ibing (3.v.l.) ist Gründungsmitglied von Truck Stop. Die Band geht mit ihrem neuen Album „Ein Stückchen Ewigkeit“ auf Release-Tour. Gestartet wird am 22. März in Olsberg. 
Foto: Christian Barz

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