BIV möchte Städte für behinderte Menschen lebenswert machen

In Brilon und Olsberg sei in der Vergangenheit viel in puncto Barrierefreiheit passiert. Auch dort sei die Zusammenarbeit zwischen BIV und Kommune vorbildlich. „Wir haben unter anderem in Brilon bei dem geplanten Filmtheater einen Blick auf die Baupläne geworfen und dabei geholfen, diese barrierefrei auszuarbeiten“, berichtet Arenhövel. 
Die Stadt Brilon bestätigt, dass die Briloner Interessen-Vertretung für Menschen mit Behinderung bei Zuschussmaßnahmen und bei problematischen Situationen im Vorfeld von Baumaßnahmen beteiligt werden. „Bei allen Straßenbaumaßnahmen im Bereich der Kernstadt und je nach Erfordernis auch in den Ortsteilen werden die Belange behinderter Menschen dahingehend berücksichtigt, dass an den Straßenquerungen Bordsteine abgesenkt und taktile Elemente eingebaut werden, um diesem Personenkreis eine sichere Querung der Straßen zu ermöglichen. Zudem werden alle Straßen, Fußgängerüberwege und Kreisverkehre im Zuge von Ausbaumaßnahmen DIN-gerecht ausgeleuchtet“, heißt es vonseiten der Stadt. 
Ferner sei geplant, im Jahr 2019 an vier Standorten im Stadtgebiet Brilon Bushaltestellen barrierefrei umzubauen. An städtischen Einrichtungen sei geplant, den Eingang des Rathauses barrierefreier zu gestalten. Der Anbau der MINT-Räume am Gymnasium erhalte einen Aufzug. „Diese Maßnahmen zeigen, dass der Stadt Brilon die Barrierefreiheit am Herzen liegt.“
Kneipp-Erlebnispark wird barrierefrei
In Olsberg sind in der Vergangenheit viele Kreisverkehre entstanden, bei denen sich die BIV um ein ausreichendes Leitsystem für Blinde gekümmert habe. „Vertreter vom Josefsheim Bigge sind bei den Treffen der BIV in Olsberg auch immer dabei“, betont Heinz Arenhövel. Die Zusammenarbeit mit der Einrichtung ist auch der Stadt Olsberg ein besonderes Anliegen. 
„Der Generationenpark in Olsberg ist zumindest teilweise barrierefrei. Die Spiel- und Freizeitgeräte sind dort somit auch von den Bewohnern des Josefsheim nutzbar“, so Jörg Fröhling, Pressesprecher von Meschede, Bestwig und Olsberg. 
Dieses Jahr soll dann noch der neue Kneipp-Erlebnispark in Olsberg entstehen. „Der Park wird komplett barrierefrei gestaltet. Es werden zum Beispiel Lernorte mit Hochbeeten für Kräuter angelegt, die auch für Rollstuhlfahrer greifbar sind. Die verschiedenen Stationen im Park können problemlos von mobilitätseingeschränkten Personen erreicht werden“, betont Fröhling. In Bestwig werde die Franz-Hoffmeister-Schule modernisiert und durch neue Aufzugtürme seien dann die einzelnen Etagen barrierefrei zu erreichen.
Ampeln mit Drei-Sinne-System
Genauso wichtig wie barrierefreie Baumaßnahmen ist Heinz Arenhövel und seinen Kollegen von der BIV aber auch, dass behinderte Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und im Alltag ohne Hilfe zurechtkommen. „Wir möchten mithelfen, dass die Städte für Menschen mit Behinderung liebenswerter und lebenswerter werden“, so der 76-Jährige. 
So wünschen sich die Mitglieder der BIV zukünftig zum Beispiel, dass alle Ampeln mit einem Drei-Sinne-System ausgestattet werden. „Sehen, Hören und Fühlen sind hier die Stichworte: Den Piepton für blinde Menschen kennt man ja bereits. Für Hörgeschädigte gibt es Vibrationen an den Drückern. Eine starke Vibration heißt, dass die Ampel grün ist“, erklärt Arenhövel. Auch weitere Haltestellen sollen nach Wünschen der Interessen-Vertretung barrierefrei umgestaltet werden. 
"Barrieren in den Köpfen abbauen"
Das Thema Inklusion spielt auch eine wichtige Rolle bei der Arbeit der BIV. „Wir wollen im Jahr 2019 mit der VHS zusammen neue Programmhefte kreieren, die aussagen, ob die jeweiligen Kursräume für Mobilitätseingeschränkte erreichbar sind oder ob beispielsweise ein Hörgeschädigter eine FM-Anlage benötigt“, so der Ehrenamtliche. FM-Anlagen sind transportable Geräte für Hörgeschädigte, die mit dem Hörgerät gekoppelt werden können. Seit vergangenem Jahr gibt es diese in den Rathäusern in Meschede und Brilon zur Ausleihe. 

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