Wohltäterin Ida Kropff-Federath zum 100. Todestag in Olsberg geehrt

GedenfKropff2 thumbZu Ehren der vor 100 Jahren verstorbenen Ida Kropff-Federath fand jetzt eine kleine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung auf dem Olsberger Friedhof statt. In stillem Gedenken, begleitet von der Fahnenabordnung der St. Michael Schützenbruderschaft Olsberg, schloss Pfarrer Richard Steilmann die Wohltäterin in sein Gebet ein.
Am Familiengrab Kropff-Federath hatten sich rund 60 geladene Gäste eingefunden, um der christlich und sozial wirkenden Bürgerin Olsbergs zum 100-jährigen Todestag die Ehre zu erweisen. Ludger Imöhl, Aufsichtsratsvorsitzender der Kropff-Federath’schen Stiftung, hob in seiner Ansprache über das Leben und Wirken der „Gnädigen“ Ida Kropff-Federath, die am 10. Juni 1839 in Brakel als Ida Brüning das Licht der Welt erblickte, immer wieder ihr soziales Engagement hervor
„Ihr außerordentliches Leben war geprägt von Mildtätigkeit und sozialen Einsatz. Als jüngstes Kind von fünf Geschwistern ehelichte Ida Brakel 1863 den Besitzer der Olsberger Hütte Caspar Engelbert Friedrich Kropff. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor, der jedoch kurz nach der Geburt verstarb“, so Ludger Imöhl. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahr 1888 wurde sie Alleinerbin der Olsberger Hütte und führte die Geschäfte weiter.
Drei Jahre später heiratete Ida Kropff 1891 den Landrat des Kreises Brilon Carl Federath. „Ida Kropff-Federath wurde liebevoll das Hüttenmütterchen genannt. Christlich erzogen und sehr gläubig unterstützte sie Krankenhäuser, half Menschen in Not, opferte sogar ihre Brillantenkette für die Monstranz. Einmal im Jahr wurde in ihrer Villa das Schokoladenfest gefeiert, an dem die in weiß gekleideten Mädchen teilnehmen durften. Ida Kropff-Federath verkehrte in den höchsten Kreisen. Viele hochrangige Gäste gingen bis zu ihrem Tod in der Villa ein und aus“, zitierte Imöhl das Leben der Olsberger Wohltäterin. 
Geschäftsführerin Anja Gernholt beleuchtete im Anschluss an die Gedenkfeier eindrücklich im historischen Gebäude in der Rutsche das Engagement der tüchtigen Geschäftsfrau und zeichnete die Entwicklung des Waisenhauses bis heute nach: „Sie hat ihre Talente nicht vergeudet, sondern das ihr übergebene Vermögen erhalten und vermehrt, um es einer edlen Sache dienstbar zu machen. Schon zu Lebzeiten hat sie vielen in der Stille Wohltaten erwiesen. Aber wie erstaunt war man erst, als nach ihrem Hinscheiden bekannt wurde, dass sie ihr Hab und Gut den hilfsbedürftigen Kindern schenkte.“
Folgende Stiftungszwecke sollten nach ihrem Tode erfüllt werden:
Unterstützung hilfsbedürftiger Geistlicher und Theologiestudenten im Erzbistum Paderborn
Unterstützung ihrer Arbeiter und Familienangehörigen in Not
Errichtung eines Krankenhauses für unbemittelte Kranke jeglicher Konfession
Errichtung eines Waisenhauses für unbemittelte Waisenkinder weiblichen Geschlechts und katholischer Konfession im Alter vom 5. bis zum vollendeten 16. Lebensjahr
Seit der Errichtung hat das Waisenhaus der Kropff-Federath´schen Stiftung viele Veränderungen und in Kriegszeiten sogar Zweckentfremdungen erlebt. Letztlich jedoch hat sich die Stiftung im Sinne der Gründerin entwickelt und leistet heute als „Jugendhilfe Olsberg“ wichtige pädagogische Arbeit.
Die Bilderausstellung und das historische Gebäude können auf Nachfrage weiterhin besichtigt werden. Im Laufe des Jahres werden weitere Veranstaltungen angeboten.

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Die vor 100 Jahren verstorbene Ida Kropff-Federath wurde jetzt auf dem Friedhof in Olsberg geehrt.
Foto: Claudia Metten

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