"Keine Abmahnwelle": Vereine informieren sich über Datenschutz

Datenschutz1Licht in das „Bürokratie-Monster“ Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Bereich der ehrenamtlichen Vereinsarbeit brachte jetzt Elke Menke, Datenschutzbeauftragte der Firma Stratmann Städtereinigung, für rund 100 Vereinsvertreter im Olsberger Ratssaal. Eingeladen zu dem Kurz-Seminar „Datenschutz und Verein“ hatte die Bürgerstiftung „Wir in Olsberg“.
Das große Interesse an der Veranstaltung zeigte die vorherrschende Unsicherheit. Elke Menke beruhigte: „Es wird keine Abmahnwelle gegen Vereine geben. In den meisten Vereinen wird auch kein Datenschutzbeauftragter benötigt.“ Allerdings seien einige Dinge zu beachten. Über die rechtlichen Grundlagen, das Einholen von Einverständniserklärungen zur Datenspeicherung, der Informationspflicht und einem Exkurs in das Kunsturhebergesetz klärte die Datenschutzexpertin zahlreiche Fragen und stellte die Chance und Vorteile heraus.
Kinder und Jugendliche genießen besonderen Schutz. „Die Regelungen sind nicht neu, sondern waren auch vorher schon gültig, allerdings wurden Verstöße nicht geahndet“, so die Datenschutzbeauftragte. So müssen neue Vereinsmitglieder mit einem Beiblatt zum Aufnahmeantrag informiert werden, welche Daten von ihnen zu welchem Zweck gespeichert werden. Für E-Mail-Verteiler wird eine Einverständniserklärung der Empfänger benötigt, wenn der Inhalt der Mail nicht direkt dem Vereinszweck dient. Das wäre zum Beispiel eine Veranstaltungseinladung eines befreundeten Vereins. Das offene Versenden, bei dem alle Empfänger für jeden sichtbar sind, ist ein absolutes Tabu. Einen besonderen Schutz genießen Kinder und Jugendliche. Bis zum 16. Lebensjahr ist grundsätzlich immer eine schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten notwendig, bei 16- bis 18-Jährigen ist eine Abwägung möglich. Das gilt für Daten und besonders für Fotos, die veröffentlicht werden. Wenn bei Veranstaltungen offiziell fotografiert wird, ist das in Ordnung, jedoch muss am Eingang eine Information hängen, die erklärt, wo die Bilder veröffentlicht werden und wer dafür zuständig ist.
Eine klare Antwort gab es im Rahmen des Kurz-Seminars „Datenschutz und Verein“ auf die Frage, ob es erlaubt ist fremde Fotos oder Videos auf der eigenen Facebook-Vereinsseite zu teilen. „Das sollten Sie lieber lassen“, erklärte Expertin Elke Menke unmissverständlich.
Ein Datenschutzbeauftragter werde im Verein indes nur dann benötigt, wenn zehn oder mehr Personen mit den personenbezogenen Daten arbeiten. „In einem Sportverein kann das schon eng werden, da Übungsleiter in NRW auch dazu zählen“, erklärte Menke und stellte klar: „Das Herumreichen oder -zeigen von Adress- oder Geburtstagslisten ist auch in kleinem Kreis nicht ohne eine Einverständniserklärung der Betroffenen erlaubt. Mit einer ToDo-Liste schloss die Datenschutzbeauftragte die Veranstaltung und stellte die Chance heraus, die Daten im Verein neu zu strukturieren: „Welche Daten benötigen wir wirklich, wer benötigt diese, was können wir löschen?“ Die Stiftungsvorsitzende Christina Evers freute sich über das rege Interesse der Ehrenamtlichen und darüber, bei vielen Punkten Klarheit geschaffen zu haben.

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Die Infoveranstaltung Bürgerstiftung „Wir in Olsberg“ stieß auf großes Interesse.
Foto: Jörg Leske

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