Klinik am Stein in Olsberg stellt Geschäftsbetrieb ein

KlinikStein1Krankenhauspatienten aus Olsberg und Umgebung müssen sich ab Juni 2018 umstellen. Die Klinik am Stein stellt den Geschäftsbetrieb am Hauptsitz in Olsberg zum 31. Mai 2018 ein. 179 Mitarbeiter sind betroffen. Es hatte sich zuvor kein neuer Investor gefunden.
Die Geschäftsleitung der Klinik am Stein hatte bereits am 12. Januar 2018 beim Amtsgericht Arnsberg den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen gestellt, teilt Insolvenzverwalter Andreas Schoß in einer Pressemitteilung mit. „Noch am gleichen Tag wurde ich zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt und habe gemeinsam mit der kaufmännischen und ärztlichen Leitung der Reha-Klinik den Geschäftsbetrieb fortgeführt.“
Im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens sei bereits frühzeitig ein Verkaufsprozess angestoßen worden, um einen Investor zu finden, der die Klinik am Stein übernimmt und den Betrieb vor Ort einschließlich der Arbeitsplätze dauerhaft sichert. „Der Prozess wurde nach der am 1. April 2018 erfolgten Eröffnung des Insolvenzverfahrens fortgesetzt“, so Schoß. Dabei wurden über 130 potenzielle Investoren angesprochen und die Klinik am Stein vorgestellt. „Es haben sich einige die Klinik angeschaut. Aus diversen Gründen sieht keiner dieser Interessenten für die Klinik eine Perspektive und ist Willens diese mit hohem zeitlichen und finanziellen Einsatz zu sanieren und fortzuführen“, so Schoß weiter. „Ohne einen Investor ist der Klinikbetrieb jedoch unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich fortzuführen.“
Zum einen haben es die Leistungsträger abgelehnt, Pflegesätze zu erhöhen. Damit sei eine Verbesserung der Umsatzsituation nicht zu bewerkstelligen, so Schoß. Ein weiterer Grund sei, dass das Unternehmen nach Insolvenzantragstellung unter einer erheblichen Personalfluktuation gelitten habe. Diese hatte auch dazu geführt, dass Teilbereiche des Klinikbetriebes nur noch mit erheblichem Einsatz von kostenintensivem Leihpersonal fortgesetzt werden konnte. „Die Aufrechterhaltung des nach wie vor verlustreichen Klinikbetriebes war nur für kurze Zeit und in Anbetracht des noch laufenden Investorenprozesses zu rechtfertigen“, so Schoß. „Nachdem nunmehr auch der letzte Interessent von einem Kauf der Klinik am Stein Abstand genommen hat, besteht keine Möglichkeit mehr, den Betrieb der Reha-Klinik aufrechtzuerhalten.“
Der aktuelle Plan sieht daher eine schrittweise Einstellung zum 31. Mai 2018  vor. Dies heißt konkret, dass die Klinik bereits seit dem 7. Mai 2018 keine neuen Patienten mehr aufnimmt. Patienten, die sich in laufenden Reha-Maßnahmen befänden, sollen regulär versorgt und behandelt werden, was nach aktuellem Kenntnisstand ohne weiteres möglich sei, so Schoß.
Von der Schließung der Klinik am Stein in Olsberg sind 179 Mitarbeiter betroffen. Die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer sind weiterhin gesichert. „Kein Mitarbeiter, der weiterhin für das Unternehmen tätig ist, muss befürchten, dass seine Arbeit nicht bezahlt wird“, versichert Schoß. „Mit dem Betriebsrat in Olsberg werden zudem kurzfristig Verhandlungen über den Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans aufgenommen werden. Der Belegschaft, die dem Unternehmen auch in dieser schwierigen Zeit die Treue gehalten hat, möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich für ihr großes Engagement danken.“
Von der Betriebsschließung in Olsberg sei aber nicht die ambulante Reha-Klinik am Standort in Dortmund betroffen, betont Schoß. „Für diesen Standort befinde ich mich in ganz konkreten und vielversprechenden Verhandlungen über den Verkauf an einen namhaften Investor“, so Schoß.

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Foto: Klinik am Stein

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