„Juwel“ am Philippstollen

Steigerhaus2Besseres Frühlingswetter hätten sich der Heimatbund Olsberg nicht wünschen können, als das neu gebaute Steigerhaus auf dem Eisenberg am Philippstollen in Olsberg am 07.04.2018 in einem feierlichen Rahmen der Öffentlichkeit präsentiert und offiziell von Dechant Richard Steilmann und Pfarrer Frank Mönnig eingeweiht wurde.
Ursula Balkenhol, Erste Vorsitzende des Heimatbundes Olsberg, war sichtlich stolz, die zahlreichen Mitglieder, Gäste und Besucher begrüßen zu dürfen. Schon im Herbst 2013 beschäftigte sich der Arbeitskreis Bergbau mit der unzulänglichen Unterbringungssituation und es gab die ersten Gedanken an ein Lampenhaus oder einen Lorenschuppen. „Eine Toilette war nicht vorhanden, Werkzeug und Ausrüstung lagerte in einem defekten Container und die Stollenbesucher standen im Regen“, erzählt Ingobert Balkenhol, der zusammen mit seinem Jugendfreund Siegfried Stahl–mecke die Projektleitung für den Bau des heutigen Steigerhauses übernahm. Die Idee ein Lampenhaus oder einen Lorenschuppen am Philippstollen zu errichten, hatte seiner Zeit Klaus Kropf. Allerdings wurde das Vorhaben damals aufgrund mangelnder Zustimmung erst einmal wieder verworfen und die ersten Pläne und Zeichnungen verschwanden in der Schublade.
Die Bedenken, diese ehrenvolle Aufgabe überhaupt zu stemmen, weil es nur wenig Aktive gab, wurden beiseite gewischt und mit einem „Ja, wir schaffen das“ waren sich alle Projektbeteiligten einig. „Mehr als 1000 Arbeitsstunden haben die Ehrenamtler geschuftet und geackert, um das Projekt Steigerhaus zu vollenden“, erzählt Balkenhol voller Stolz.
Nach nur sechs Monaten Bauzeit stand es bereits fertig da. Auch die Vertreter aus Politik und Wirtschaft wie der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese, der Landtagsabgeordnete Matthias Kerkhoff, der Vorsitzende der Leader-Region Hochsauerland, Thomas Grosche, und der Vorsitzende des Sauerländer Heimatbundes, Elmar Reuter, waren der Einladung gefolgt.
Sogar standesamtliche Trauungen möglich
„Sie können stolz sein, hier in bester Lage ein solches Juwel geschaffen zu haben“, gratulierte Bürgermeister Wolfgang Fischer und verriet, dass in Zukunft im Steigerhaus sogar standesamtliche Trauungen stattfinden werden. Elmar Reuter lobte ausdrücklich den Zusammenhalt und das Durchhaltevermögen aller Aktiven. „Ich freue mich ganz besonders, dass es dem Heimatbund gelungen ist, die Sache konsequent anzupacken und durchzuziehen. Das ist nicht selbstverständlich, was hier entstanden ist“, so Reuter in seiner Dankesrede.
Im August 2016 ging es in die Bauphase. Nachdem das Finanzierungskonzept vorgelegt wurde und die lokale Aktionsgruppe der Leader-Region Hochsauerland von den Plänen überzeugt war, wurden über 65 Prozent der Baukosten durch europäische Leader-Mittel finanziert. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir auch in Zukunft solche Projekte im Sauerland aus EU-Mitteln finanzieren können“, versprach der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese in seiner Rede. Der Heimatschutzbund Olsberg steuerte weitere zehn Prozent der Baukosten bei. „Allein 11.000 Euro sind die ehrenamtlich geleisteten Stunden als bürgerschaftliches Engagement wert“, witzelte Ingobert Balkenhol. Der Rest der Bausumme wurde durch private Förderer und Gönner des Projektes gespendet. „Diese werden demnächst auf einer Spendentafel geehrt, die hier am Steigerhaus angebracht wird“, so Ursula Balkenhol. Trotz aller Mühen und Unwägbarkeiten sind die Kosten im Rahmen eingehalten worden. „Darüber sind wir stolz, dass ist meist eher die Ausnahme als die Regel“, freute sich Ingobert Balkenhol sichtlich.
Das Steigerhaus wird als Weiterbildungsstätte für die Besucher des Philippstollens und als außerschulischer Lernort den neuen Treffpunkt am Eisenberg bilden. Als außerschulischer Lernort besteht bereits jetzt eine Partnerschaft mit der St. Engelbert Grundschule Brilon, der Gardinal-von-Galen-Grundschule Olsberg und dem Berufskolleg des Hochsauerlandkreises. „Im multifunktionellen Seminarraum haben schon die ersten Schulungen stattgefunden“, verriet Ursula Balkenhol. „In den kommenden Wochen finden hier schon einige weitere Veranstaltungen statt.“
„Zur Gestaltung des Areals rund ums Steigerhaus stellt der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge eine Vesper-Insel und ein Waldsofa zur Verfügung“, freute sich Bauleiter Balkenhol. „Und die Olsberg Touristik steuerte eine Sitzbankgruppe mit Tisch für vorbeikommende Wanderer bei.“ Die Stadt Olsberg spendete 30 Stühle und das Berufskolleg Olsberg stellte die Tische zur Verfügung.
Wer Interesse hat, kann den Philippstollen selbst erkunden. Die Führungen finden jeden Freitag von Mai bis Oktober um 16 Uhr statt. Eine Anmeldung bei der Touristik Olsberg ist erforderlich. Gruppenführungen sind nach Absprache auch zu anderen Terminen möglich.
Auf der Veranda des neuen Steigerhauses begrüßten die Projektbeteiligten des Heimatbundes Olsberg die Gäste aus Politik und Wirtschaft.
Bilder von der Eröffnung des neuen Steigerhauses finden Sie hier
Foto: KK

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