250.000-mal „Baum-Nachwuchs“ für den Olsberger Stadtwald

Im Olsberger Stadtwald hat „Kyrill“ seine Spuren hinterlassen: Insgesamt 21.000 Festmeter Holz entwurzelte der Jahrhundert-Orkan in der Nacht zum 19. Januar 2007 auf einer Gesamt-Fläche von knapp 62 Hektar.

Jetzt soll die gezielte Wiederaufforstung beginnen.

Das Konzept dazu stellte Martin Wiegelmann vom Regionalforstamt Soest Sauerland den Mitgliedern des Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Verkehr vor. Ab dem Spätherbst will das Forstamt nach den Worten Wiegelmanns damit beginnen, mit rund 250.000 Jungpflanzen die Schadensflächen wieder aufzuforsten.

Besonders von „Kyrill“ betroffen sind im städtischen Forst die Flächen im Bereich der „Winterseite“ – Vogelstange in Wulmeringhausen, Braberg in Elpe, Istenberg und Ruthenberg in Elleringhausen und Heidkopf in Assinghausen. Weil sich die Fichte als besonders „orkan-anfällig“ erwiesen habe – 92 Prozent aller Schäden im Stadtwald entfallen auf diese Baumart -, will das Forstamt für die Zukunft auf einen Mix aus verschiedenen Baumarten setzen. 33 Prozent der Flächen sollen nach den Worten Wiegelmanns mit Laubwald bepflanzt werden, 29 Prozent mit Misch- und 28 Prozent mit Nadelwald. Wichtig dabei sei, so der Forst-Experte, ein „stufiger Wald-Aufbau“: Wenn sich ver-schiedene Baumarten abwechseln, haben Stürme weniger Chancen, großflächig Schaden anzurichten.

Von den insgesamt rund 250.000 Jungbäumen sollen sich rund 20 Prozent durch so ge-nannte „Naturverjüngung“ ansiedeln. Dadurch wächst der Baumbestand durch „natürliche Aussaat“ selbst – ganz ohne menschlichen Eingriff. Der Vorteil neben der Kostenersparnis: Die optimale Anpassung an den natürlichen Standort. Von „Förster-Hand“ sollen daneben vor allem Rotbuche, Bergahorn, Douglasie, Küstentanne und Lärche angepflanzt werden – und der „Brotbaum“ des Sauerlandes, die Fichte. Natürlich müsse man mit Blick auf die Zukunft den Klimawandel bei der Wiederaufforstung berücksichtigen, so Wiegelmann.

Doch auch trotz Erderwärmung werde es im Oberen Sauerland weiter kälter als in anderen Regionen bleiben. Deshalb könne man auch weiter „guten Gewissens“ mit der Fichte arbeiten. Gerade für die Wiederaufforstung mit Laubbäumen gebe es Fördermittel vom Land.

Doch die Probleme bei diesem Projekt seien nicht in erster Linie finanzieller Art, erklärte Martin Wiegelmann: Wegen der großen Nachfrage stehen zurzeit kaum Jungbäume zur Verfügung – vor allem, wenn man auf „Nachwuchs-Grün“ aus heimischen Beständen setze. Zwischen 160.000 und 180.000 Euro werde die Wiederaufforstung insgesamt kosten, schätzt Martin Wiegelmann. Im November diesen Jahres soll es losgehen – insgesamt werde es mindestens zwei Jahre dauern, bis alle Bäume in der Stadtwald-Erde sind.


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